Urheberrecht und kreatives Schaffen in der digitalen Welt
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    Klaus Graf: „Urheberrechtsfibel – nicht nur für Piraten” – eine Brandrede

    16. Oktober 2009 von · 3 Kommentare

    Das Urheberrecht muss reformiert werden - und zwar dringend - und zwar nicht nur um die Urheber zu stärken, sondern um die Balance zwischen den Kreativen, den Verwertern und den Nutzern wieder ins Lot zu bringen. Gerade die Nutzer, die Verbraucher sind bei der letzten Reform des Urheberrechts abermals einseitig unter die Räder gekommen. Dieser Ruf hallt nun schon beständig nicht nur durch die digitale Welt. Dazu sind bereits eine Vielzahl von Veröffentlichungen erschienen. Nun gibt es in der "Reihe Netzbürger" des Contumax Verlages ein neues eBook. Klaus Graf hat gewohnt zugespitzt die "Urheberrechtsfibel - nicht nur für Piraten" geschrieben. Er nimmt in dem 300 Seiten umfassenden Werk einmal das deutsche Urheberrecht auseinander. In der Ankündigung des Verlags heißt es: "Das deutsche Urheberrecht entspricht nicht mehr dem digitalen Zeitgeist, den Bedürfnissen der Netzbürgerinnen und Netzbürger. Nicht nur die Piratenpartei bezweifelt, dass es zukunftstauglich ist. Dieses Buch ist eine bissige Abrechnung mit dem Urheberrechtsgesetz, das den Text vom ersten bis zum letzten Paragraphen allgemeinverständlich erläutert und kritisch auseinander nimmt." Graf fordert nichts weniger als eine "Abrüstung des Urheberrechts". Nach seinen vorgeschlagenen Streichungen und Straffungen des Gesetzestextes könnten bis zu 100 Paragraphen wegfallen. Darüber hinaus greift er berechtigterweise den kaum noch verständlichen Gesetzestext an und verlangt eine sprachliche Neugestaltung, die auch für die Bürgerinnen und Bürger verständlich ist. Auch dürfe die Reformierung des Urheberrecht als immer wichtiger werdendes alltägliches Recht nicht alleine den Juristen überlassen werden. Dazu Graf: "Bei der Fortbildung des Urheberrechts muss der Einfluss der Juristen zurückgedrängt werden. Es mehren sich auch unter ihnen kritische Stimmen, aber der Chor als Ganzes singt immer noch ausschließlich ein stockkonservatives Lied, das sich zwar urheberfreundlich gibt, aber im Grunde nur verwerterfreundlich ist." Das Buch ist keine wissenschaftliche Publikation, es ist eine Brandrede. Voller Wut, voller Zuspitzung aber auch voll von berechtigter Kritik. Deswegen sollte man es gelesen haben. Klaus Graf ist Geschäftsführer des Hochschularchivs der RWTH Aachen und betreibt das Blog "Archivalia". Das eBook "Urheberrechtsfibel - nicht nur für Piraten" kann für 19,90 Euro beim Contumax Verlag bestellt werden. Es steht gleichzeitig auch als kostenloser Download unter einer Creative Commons-Lizenz (Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Deutschland) bereit.

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