Urheberrecht und kreatives Schaffen in der digitalen Welt
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Lass uns das Ding drehn

17. Oktober 2008 von · 2 Kommentare

Während Tauschbörsennutzer als Raubkopierer kriminalisiert werden, organisieren deutsche Zeitungen den umfangreichsten Urheberrechtsklau seit Anbruch des Digitalzeitalters. Ilja Braun berichtet, wie Online-Zeitungsarchive mit Texten freier Autoren umgehen.

Im Frühjahr 2007 begann Ilja Braun, Übersetzer und Journalist in Köln, sich die Praktiken der großen deutschen Verlage genauer anzusehen. Dabei erlebte er die eine oder andere Überraschung. Wie etwa diese: „Meine Texte erscheinen doch nicht im Internet“, sagt Martin Walser leicht verunsichert am Telefon. Der über achtzigjährige Schriftsteller hat mit Datenbanken und Online-Archiven nichts am Hut. Sein Interesse daran, was aus einer seiner Reden oder Artikel wird, nachdem sie in der Zeitung abgedruckt sind, hält sich in Grenzen: Die Zeitungen zahlten ohnehin so schlecht, dass es sich nicht lohne, sich damit noch zu befassen. Um eine genaue Rechteklärung kümmert sich Walser nicht: „Diese Sachen werden ja meistens ohne jeden Vertrag gemacht.“ Tatsächlich verkaufen Spiegel, Süddeutsche Zeitung oder FAZ allesamt Beiträge von Martin Walser über Online-Datenbanken, zu Preisen von bis zu 3,45 Euro – immerhin mehr als eine ganze Zeitung am Kiosk kostet.
Für iRights.info hat Braun seine Recherchen aktualisiert. Lesen Sie den gesamten Text bei iRights.info und diskutieren Sie ihn hier im Blog.

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