GEMA fordert Lizenzgebühren von Fansites
Der Betreiber der Flash-Cartoon-Site Ballz.de, Stefan Horn, hat seine Seite geschlossen, weil die Verwertungsgesellschaft GEMA „demnächst mit einer immensen Forderung vor meiner Tür stehen“ wird, wie er auf der Homepage erklärt. „Wenn ich eine Idee im Kopf habe, will ich nicht erst 3 Anwälte und 5 Firmen kontaktieren müssen, um ein ‚okay’ dafür zu bekommen“, rechtfertigt er seinen Entschluss und bedauert, dass „in Deutschland freie Kunst, die die Leute erfreut und sonst nichts, nicht erwünscht ist“.
Die zweite Site, Planet-Videos.com, bietet eine Plattform zum Download von Spiele-Trailern und Spiele-Movies, bei denen User die Spiele-Engine dazu benutzen, um Kurzfilme zu erstellen. Sowohl Trailer als auch Kurzfilme verwenden Hintergrundmusik, für die – so die GEMA – Nutzungsgebühren anfallen. Die Site hat ebenfalls von der GEMA eine Benachrichtigung erhalten, dass sie sich auf eine Rechnung einstellen kann und vorerst alle Downloads abgeschaltet, um nicht noch mehr Gebühren auflaufen zu lassen.
Die GEMA (Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte) ist so etwas wie ein Inkasso-Unternehmen für Musiker und dafür zuständig Lizenzgebühren, die unter anderem für Radiosendungen, aber auch für die Darbietung in Diskotheken und Kneipen, anfallen im Namen der Künstler einzutreiben. Die meisten professionellen Musiker sind Mitglieder der GEMA.
Auch Webseiten, die Musik verwenden, sind verpflichtet GEMA-Gebühren zu bezahlen. Dabei macht es keinen Unterschied, ob das Angebot kommerziell ist oder nicht. In den letzten Jahren hat sich eine kreative Fanszene im Internet entwickelt. Die meisten dieser – in der Regel nicht-kommerziellen – Projekte müssten wohl ihren Betrieb einstellen, wenn sie von der GEMA zur Zahlung von Gebühren aufgefordert würden.





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