iRights.info-Newsletter vom 22. Oktober 2015


Liebe Leserinnen und Leser, 

wenn Sie gerade diesen Newsletter lesen, haben Sie augenscheinlich Zugang zum Internet. Ob es auch ein Recht auf Internetzugang gibt, wird derzeit vor dem Hintergrund wachsender Flüchtlingszahlen in Europa diskutiert. Der Völkerrechtler Matthias C. Kettemann sagt: Wer in Deutschland lebt, hat einen Anspruch darauf.

Außerdem möchten wir Sie noch einmal auf die von iRights.info mitveranstaltete Konferenz „Zugang gestalten“ aufmerksam machen, die sich mit der Digitalisierung in Archiven, Museen und Bibliotheken beschäftigt – am 5. und 6. November im Altonaer Museum in Hamburg. Das Programm steht jetzt fest, Sie finden es unter zugang-gestalten.de

Mit den besten Grüßen aus der iRights.info-Redaktion,
Valie Djordjevic  

Neu bei iRights.info

Zugang zum Internet: Ein Grundrecht auch für Geflüchtete

Ein Grundrecht auf Internetzugang lässt sich völkerrechtlich und als konkreter verfassungsrechtlicher Leistungsanspruch begründen, der allen Menschen zukommt, die in Deutschland leben. Das schreibt der Völkerrechtler Matthias C. Kettemann. 

„Sample-Amnestie“: EMI-Experiment umwirbt Musikproduzenten 

Musiker, die ungefragt Samples verwendet haben, möchte der Musikverlag EMI Production Music mit einer selbst ausgerufenen „Amnestie“ als neue Lizenznehmer gewinnen. Das Experiment könnte für einen neuen Umgang mit Sampling stehen, aber auch schnell wieder vorbei sein. 

Angemessene Vergütung: Debatte um Gesetzentwurf nimmt Fahrt auf (Update) 

Der erste Entwurf für eine Reform des Urhebervertragsrechts ist öffentlich. Urheberverbände begrüßen die Zielrichtung, fordern jedoch Nachbesserungen. Verwerter kritisieren ihn heftig. 

Museums- und Rechtsexperten: Urheberrecht bleibt Hürde für digitale Sammlungen

Kultureinrichtungen sind unzufrieden mit dem geltenden Urheberrecht für Museen, Bibliotheken und Archive. In einer Erklärung sprechen sich Museumsleute und Rechtsexperten für neue gesetzliche Regelungen aus. 7.10. 

Hamburger Museum für Kunst und Gewerbe stellt 3.000 Werke online 

Das Hamburger Museum für Kunst und Gewerbe stellt seit heute rund 3.000 digitalisierte Kunstwerke aus seiner Sammlung online. Zum Teil sind die Werke gemeinfrei und können beliebig weiterverwendet werden.

ZDF WISO zum Urheberrecht im Web 

Die ZDF-Sendung WISO behandelt häufige Fragen beim Teilen im Netz. Till Kreutzer von iRights.info erläutert darin unter anderem, was beim Verlinken, und Einbetten auf Facebook oder Youtube gilt und weshalb das Urheberrecht auf viele Fragen keine klaren Antworten bereit hält.

Termine

Am 5./6. November 2015 findet im Altonaer Museum in Hamburg die nächste Konferenz „Zugang gestalten“ zum Thema kulturelles Erbe und Digitalisierung statt. Das Programm ist jetzt online und versammelt Experten aus ganz Europa. Anmeldungen auf der Webseite von „Zugang gestalten“ sind immer noch möglich (und erwünscht). 

Veröffentlichungen

Open Content – Ein Praxisleitfaden zu Creative-Commons-Lizenzen

Wie Creative-Commons-Lizenzen funktionieren und welche Rechte und Pflichten Urheber und Nutzer dabei haben, erläutert diese von Till Kreutzer verfasste Broschüre. Jetzt ist sie auf Deutsch in neuer und überarbeiteter Version erschienen. 

Gutachten zu audiovisuellen Medien in Forschung und Lehre veröffentlicht 

Ein Gutachten der Kanzlei iRights.Law betrachtet urheberrechtliche Aspekte beim Umgang mit audiovisuellen Materialien in Forschung und Lehre und führt durch die zahlreichen Einzelvorschriften und Nutzungskonstellationen in dem Bereich.

Anderswo im Web 

Ein Würzburger Anwalt hat genug von möglicherweise volksverhetzenden Postings auf Facebook und hat die Firma angezeigt. Er meint, Facebook könne sich Förderhandlungen ebenfalls strafbar machen.  

Auch Verbraucherschützer haben Klage gegen Facebook eingereicht, jedoch mit Blick auf Datenschutz und AGB: „Facebook verstößt gegen geltendes Recht“, erklärt Klaus Müller vom Verbraucherzentrale Bundesverband im Handelsblatt.

In Bielefeld fand Mitte Oktober eine Konferenz zur Ethik des Kopierens statt. Der Deutschlandfunk über eine der dort diskutierten Fragen. 

Was bedeutet es, wenn Edvard Munch zum Teil der Ice-Bucket-Challenge wird? „Fünf widersprüchliche Gleichzeitigkeiten“ macht der Wirtschaftswissenschaftler Leonhard Dobusch in der Remix-Kultur aus.

Wer als Youtuber auf Produkte hinweist, muss Werbung kennzeichnen. Wann und wie genau, dazu haben die Medienanstalten der Länder einen Flyer mit häufigen Szenarien (PDF) veröffentlicht. 

---

Wenn Sie Hinweise auf Veranstaltungen, Texte und Veröffentlichungen zum Thema „Urheberrecht und kreatives Schaffen in der digitalen Welt” haben, freuen wir uns auf E-Mails an post@irights.info. 

iRights.info bei Twitter: @iRightsinfo

iRights.info bei Facebook: facebook.com/iRightsinfo

iRights.info bei Google+: iRights.info/+

Headerbild: Caruso Pinguin, Erstaufnahmeeinrichtung für Geflüchtete, Leipzig Dölitz, CC BY-NC

---