iRights.info-Newsletter im März 2018

 

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Neu auf iRights.info

Benjamin Raue: Text- und Data-Mining nicht weiter beschränken
Wissenschaftler, Unternehmen und Journalisten werten große Datensammlungen zunehmend mit automatisierten Verfahren aus. Derzeit wird darum gerungen, ob Urheber und Verlage das „Text- und Data-Mining“ kontrollieren dürfen. Der Rechtswissenschaftler Benjamin Raue plädiert für eine erweiterte Urheberrechts-Ausnahme.

S. Fischer vs. Project Gutenberg: Die Sperre des E-Book-Portals kennt nur Verlierer
Die weltweit beliebteste Online-Sammlung kostenloser E-Books, das Project Gutenberg, ist für deutsche Lesefreunde gegenwärtig nicht mehr ohne Weiteres zugänglich. Infolge eines verlorenen Gerichtsprozesses gegen den Verlag S. Fischer entschieden sich die Betreiber des Portals zu einer drastischen Maßnahme, die bis auf Weiteres gilt. Der Verlag wehrt sich. Recht haben beide Seiten, trotzdem gibt es nur Verlierer.

Kompakter Selbstlernkurs: Buch „Freie Unterrichtsmaterialien“ erläutert OER
Ein neues Buch erläutert, was offene Lehr- und Lernmaterialien sind und wie man sie verwenden kann. „Freie Unterrichts­materialien“ von Jöran Muuß-Merholz bietet alltagsnahe Erläuterungen und komprimiertes Grundwissen. Unergiebige und ideologisch geprägte Debatten stellt es zurück. Gut so.

Neues Urheberrecht für Bildung und Wissenschaft: Das gilt ab dem 1. März
Am 1. März sind neue Regeln des Urheberrechts für Schulen, Universitäten, Bibliotheken und andere Bildungseinrichtungen in Kraft getreten. Das „Urheberrechts-Wissensgesellschafts-Gesetz“ (UrhWissG) bringt einige Neuerungen.

Kleine Helfer, große Hilfe: Lizenzhinweise für OER erstellen und nutzen
Wenn eigene oder fremde Inhalte unter freien Lizenzen genutzt werden, können die nötigen Hinweise schnell komplex werden. Verschiedene Werkzeuge und Dienste können dabei helfen. Wir haben uns ein paar davon angesehen.

Publikation

Praxisleitfaden: Rechtsfragen zur Digitalisierung in der Lehre
Über Rechtsfragen in Bildung, Wissenschaft und Lehre informiert ein Leitfaden zum E-Learning. Die aktuelle Fassung berücksichtigt auch die seit März 2018 geltenden Neuregelungen im Urheberrecht. Sie wurde von Till Kreutzer und Tom Hirche im Auftrag des Multimedia-Kontors der Hamburger Hochschulen (MMKH) erstellt. Seit März ist der Leitfaden zusätzlich in einer gelayouteten, besser lesbaren Fassung verfügbar.

Anderswo im Web 

Kreativschaffende geben sich noch zu oft mit dem Versprechen auf Ruhm und Aufmerksamkeit zufrieden, statt den Wert ihrer Arbeit nüchtern zu kalkulieren, meint Sibylle Hamann in der Zeit. „Kapitalisiert euch“, lautet ihre Forderung.

Mit dem Berufsverständnis und Einkommensverhältnissen freier Journalisten haben sich Forscherinnen und Forscher der Universität München befasst. „Prekäre Lage“, resümiert der Berliner Tagesspiegel zur Untersuchung, die in der Erstausgabe der Open-Access-Fachzeitschrift Journalistik veröffentlicht ist.

Ein frei verfügbarer Klassiker für Interessierte an Rechtsfragen im Internet ist das mittlerweile 689-seitige Skript „Internetrecht“ von Thomas Hoeren, Medienrechtsprofessor an der Uni Münster. Seit März ist eine neue Ausgabe verfügbar.

Mit einer neuen „Empfehlung“ will die EU-Kommission Online-Plattformen dazu anhalten, illegale Inhalte schneller zu löschen. Ein Mittel dazu könnten auch die – zuletzt vor allem beim Urheberrecht kontroversen – Upload-Filter sein. Die Diskussionsrunde Heise-Show hat den aktuellen Entwicklungen eine Ausgabe gewidmet.

In einer Analyse zum Netzwerkdurchsetzungsgesetz auf Global Voices kommt der Politikwissenschaftler Ben Wagner zum Fazit, dass sich beim Umgang mit Rechtsverletzungen auf Facebook wenig verbessert habe. Zugleich macht er Vorschläge, wie das von ihm konstatierte „regulatorische Paradox“ überwunden werden könnte.

Im Chinesischen gibt es zwei Begriffe für die Kopie: Fangzhipin (仿製品) für eine Imitation, die vom Original abweicht, fuzhipin (複製品) für eine Reproduktion, die dem „Original“ vollständig gleichwertig ist. In einem bei Aeon veröffentlichten Buchauszug schildert der Philosoph Byung-Chul Han, wie das trotz aller Globalisierung unterschiedliche Verständnis von Original und Kopie für Irritation und Streit sorgen kann, etwa bei Leihgaben zwischen Museen.

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Illustration im Header von Davide Bonazzi unter der Lizenz CC BY.

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