iRights.info-Newsletter vom 25. September 2015


Liebe Leserinnen und Leser, 

nach einem technischen Ausfall bei der letzten Ausgabe erreicht Sie unser Newsletter heute wieder wie gewohnt. Umso vollgepackter ist er heute.

Denn in der Zwischenzeit ist viel passiert. iRights.info gibt erste Hilfe, wie Sie sich richtig verhalten, falls eine Urheberrechts-Abmahnung in den Briefkasten flattert. Was wir Ihnen natürlich nicht wünschen. Ein Streit zwischen Mannheimer Museen um Fotos von gemeinfreien Gemälden in der Wikipedia landet vor Gericht. Die Rechtswissenschaftler Thomas Dreier und Karl-Nikolaus Peifer befragen die EU-Abgeordnete Julia Reda zur europäischen Reform des Urheberrechts. Außerdem hat der iRights e.V. das Portal mobilsicher.de gestartet – es bietet Rat, wie mobile Geräte datensicher benutzt werden können. 

Mit den besten Grüßen aus der iRights.info-Redaktion,
Valie Djordjevic  

Neu bei iRights.info 

Julia Reda: „Eine europäische Öffentlichkeit braucht ein europäisches Urheberrecht“
Im Interview erläutert die Berichterstatterin Julia Reda (Piraten), worauf sich die EU-Parlamentarier beim Reda-Bericht zum Urheberrecht einigen konnten und wo sie europaweiten Reformbedarf sieht. 

Grundregeln bei Abmahnungen: Wie verhalte ich mich richtig?
Abmahnungen sind ein lukratives Geschäft geworden – leider auf Kosten von Verbrauchern. Wie verhält man sich am besten, wenn ein solcher Brief im Briefkasten liegt?

Wikipedia: Streit um Gemälde-Fotos aus Museum landet vor Gericht
Gemeinfrei oder doch geschützt? Die Mannheimer Reiss-Engelhorn-Museen haben eine Klage gegen Wikimedia eingereicht. Der Streit betrifft die Frage, ob Reproduktions-Fotos von urheberrechtsfreien Gemälden ebenfalls frei verwendet werden dürfen. 

GEMA-Gebühren: Wann ist Musikwiedergabe öffentlich?
Nutzt man öffentlich Musik, zum Beispiel bei einer Veranstaltung, darf die GEMA Geld verlangen. Wer keine bösen Überraschungen riskieren will, sollte sich damit beschäftigen, ob er unter Vergütungspflichten fällt. 

Streit um Urheberrecht auf Farbkleckse
Das US-Hackermagazin „2600“ ist in einen kuriosen Streit um die Verwendung von Farbklecksen verwickelt.

ETH-Bildarchiv mit freier Lizenz, 250.000 Fotos online
Bereits seit einigen Jahren zeigt die Bibliothek der ETH Zürich manche digitalisierte Sammlung aus ihrem Bildarchiv im Netz, seit Ende Juli stehen rund 250.000 Bilder online und dürfen zugleich weiterverwendet werden.

Das Gemeinsame in der Musik: Von „The Grateful Dead“ zu Creative Commons
Jan Engelmann schreibt über die Psychedelic-Rock-Band The Grateful Dead: Konzerte und ihre Aufnahmen waren wichtiger als Alben und zirkulierten durch die Fans, die Deadheads. Musik entsteht hier nicht allein in einsamer Schöpfung, sondern in gemeinschaftlichen Prozessen. Den Artikel gibt es auch zum Hören: Autor und Sprecher Fabian Neidhardt hat eine Hörfassung des Artikels produziert

Gerichtsentscheidungen: Rechtsdatenbank Juris verliert Exklusivzugang
Der Informationsdienst Juris verliert seinen exklusiven Zugang zu Gerichtsentscheidungen auf Bundesebene. Das ist das Ergebnis einer außergerichtlichen Einigung.

Oberlandesgericht Hamburg: Ein Urteil gegen Online-Archive
Das Oberlandesgericht Hamburg verlangt von Online-Archiven, dass sie ihr Angebot so verändern, dass Suchmaschinen keine Treffer anzeigen, wenn bei Namenssuchen Persönlichkeitsrechte verletzt werden. Google kann das, Online-Archive jedoch nicht, schreibt Spiegel-Justiziar Jan Siegel.

Ein Gedankenexperiment zur Neuordnung des Urheberrechts
Im Berliner Gedankenexperiment hat eine Reihe von Experten verschiedener Disziplinen darüber nachgedacht, wie das Urheberrecht in 25 Jahren aussehen sollte. 

Neues Webangebot: Mobilsicher.de

Wer sich Gedanken über die Sicherheit seiner Daten auf mobilen Geräten macht, findet einen neuen Anlaufpunkt: das Informationsangebot mobilsicher.de. Die neue Website bietet praktischen Rat zu Datenschutz und Datensicherheit. Neben Checklisten und Anleitungen gibt es Hintergrundinformationen dazu, welche Daten Handys eigentlich sammeln und wie mobile Anwendungen funktionieren.

Forschen in der digitalen Welt: Juristische Handreichung für die Geisteswissenschaften 

John Weitzmann und Paul Klimpel (iRights.Law) haben eine Handreichung für die Geistes- und Kulturwissenschaften verfasst, die sich mit der quantitativen Auswertung von Forschungsdaten beschäftigen. Sie bietet einen Überblick über das Urheberrecht, gesetzliche Regelungen und freie Lizenzen.

Jahresrückblick „Das Netz 2015/16“ vorbestellen

Wer bis zum 1. Oktober 2015 einen Jahresrückblick „Das Netz 2015/16“ vorbestellt, bekommt am Erscheinungstermin im Dezember zwei geliefert. Der Jahresrückblick erscheint zum vierten Mal und beschäftigt sich mit den wichtigsten Ereignisse und Entwicklungen rund um das Internet. Mehr Informationen auf iRights.Media.

Termine

Am 28. September hält Paul Klimpel vom iRights.Lab Kultur und iRights.Law auf der International Smart Culture Week in Lille, Frankreich einen Vortrag zum Thema „Smart Cultural Data, chances and challenges“. 

„Treuer Assistent oder Trojaner am Körper? – Wie Gesundheitstracking unseren Alltag verändert“. Unter diesem Titel findet am 30. September eine Diskussionsveranstaltung statt, die das Deutsche Institut für Vertrauen und Sicherheit im Internet (DIVSI) zusammen mit dem iRights.Lab veranstaltet. Wo? Meistersaal, Köthener Straße 38, 10963 Berlin. Anmeldung unter https://www.divsi.de/berlin/

Vom 6. bis 9. Oktober findet in Bielefeld die Eröffnungstagung der Forschungsgruppe „Ethik des Kopierens“ unter dem Titel „Towards an Ethics of Copying“ statt. 

Anderswo im Web 

Die schleswig-holsteinische Datenschutzbeauftragte Marit Hansen spricht in der FAZ über die „Safe Harbour“-Vereinbarung zum Schutz von Daten europäischer Bürger. Dieser war schon immer eine Illusion, sagt Hansen. 

Umstrittenes Copyright für Happy Birthday: Der Musikverlag Warner/Chappell kassiert schon seit Jahrzehnten für das Lied „Happy Birthday“, das weltweit gesungen wird. Zu Unrecht, entschied nun ein Bundesbezirksgericht in Kalifornien. 

Die österreichische „Kronenzeitung“ hat eine TV-Kritik des Autoren Hans Hoff vom Medienmagazin DWDL geklaut. Nach einer Rechtfertigung mit kuriosen Argumenten hat das Blatt inzwischen angekündigt, ein Honorar an Pro Asyl zu spenden.

„Wenn Juristen plagiieren: Glanz und Elend des deutschen Dissertationsplagiats“ – unter diesem schillernden Titel beschreibt Professor Roland Schimmel in der Legal Tribune Online die „Soziologie, Pseudologie und Ökonomie plagiierender Rechtswissenschaftler“. 

Bei Detektor FM erläutert Thilo Kaspar, was Memes sind und weshalb Netzkultur und Urheberrecht dabei zusammenstoßen. 

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Wenn Sie Hinweise auf Veranstaltungen, Texte und Veröffentlichungen zum Thema „Urheberrecht und kreatives Schaffen in der digitalen Welt” haben, freuen wir uns auf E-Mails an post@irights.info. 

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Headerbild: Foto via Pixabay, CC0

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