iRights.info-Newsletter im November 2017

 

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Neu auf iRights.info

Verfassungsgericht prüft Open-Access-Pflicht
Dürfen Universitäten ihre Wissenschaftler verpflichten, Aufsätze frei zugänglich zu machen? Professoren in Konstanz wollen eine Satzung ihrer Universität kippen. Nun wird das Bundesverfas­sungsgericht darüber entscheiden, ob Baden-Württemberg seinen Hochschulen Open-Access-Vorgaben machen darf.

Archivgebühren: Was gemeinfrei ist, muss gemeinfrei bleiben
Viele Archive verlangen „Nutzungsgebühren“ für Dokumente, die frei von Urheberrechten sind. Das ist rechtlich fragwürdig – und sollte sich ändern.

Tantiemenstreit: GEMA-Beschwerde abgewiesen, Nachzahlungen noch ungeklärt
Die GEMA darf Tantiemen, die den Künstlern zustehen, nicht an Musikverlage ausschütten. Der Bundesgerichtshof wies eine Beschwerde der Verwertungsgesellschaft gegen ein entsprechendes Urteil ab. Noch ist nicht geklärt, wie viel Geld die GEMA nachträglich an Künstler zahlen muss.

Wer verlinkt, muss nicht immer prüfen: Neue Urteile zur Linkhaftung
Website-Betreiber, die unerlaubt veröffentlichte Inhalte verlinken, können damit Urheberrechte verletzen. Wann sie Links vorab prüfen müssen, hängt aber vom jeweiligen Angebot ab, entschied nun das Landgericht Hamburg. Bei zwei Seiten mit automatisch erstellten Links sah es keine Rechte verletzt.

Doku „Youtube, Youtubers and You“: Die neue Industrie der Youtube-Stars
Mit dem Aufstieg von Youtube ist ein neues Starsystem entstanden, in dem Viertklässler ihren eigenen Kanal eröffnen und davon träumen dürfen, Youtuber zu werden. Die Dokumentation „Youtube, Youtubers and You“ porträtiert Youtube-Stars und Geschäftsmodelle der neuen Medienlandschaft.

EU-Urheberrechtsreform: Streit über Upload-Filter und Grundrechte (Update)
Das neue EU-Urheberrecht könnte Online-Plattformen dazu verpflichten, von Nutzern hochgeladene Inhalte zu prüfen. Im Vorfeld weiterer Abstimmungen wird diskutiert, ob die geplanten Regeln mit Grundrechten vereinbar sind. Im Prinzip ja, sagen die Juristen des EU-Rats. Nein, sagen Bürgerrechtsorganisationen und Urheberrechtler.

Rechte an Foto-Uploads: Instagram muss Nutzungsbedingungen ändern
Instagram muss seine Nutzungsbedingungen ändern. Verbraucherschützer haben Klauseln abgemahnt, mit denen der Dienst weitgehende Rechte an den Daten und Inhalten der Nutzer beanspruchte. Wer Fotos hochlädt, soll nun nicht mehr befürchten müssen, sie könnten beliebig verwendet oder verkauft werden.

Publikation

Jetzt erhältlich: 3TH1CS. Die Ethik der digitalen Zeit
Autonome Waffen, künstliche Intelligenz, Algorithmen: In einer digitalisierten Welt stellen sich ethische Fragen. Wo genau liegen die Probleme? Wie sollen wir als Gesellschaft damit umgehen? Und wo muss sogar Umdenken stattfinden? Das behandelt der Sammelband „3TH1CS. Die Ethik der digitalen Zeit“, herausgegeben von Philipp Otto und Eike Gräf. Er ist als Print und E-Book auf Deutsch sowie auf Englisch erschienen.

Veranstaltungen

Am Samstag, dem 11. November 2017 findet im SPIEGEL-Verlagshaus in Hamburg der VOCER Innovation Day statt. Die Veranstalter wollen Wege „in eine besser informierte digitale Gesellschaft, eine konstruktive Debattenkultur im Netz und eine starke Zukunft für den Journalismus“ ausloten. iRights.info ist Medienpartner und rät zur Teilnahme. Letzte Chance zur Anmeldung ist am Mittwoch.

Am 16. und 17. November findet in der Berliner Konrad-Adenauer-Stiftung das SymposiumPower Shifts. Media Freedom and the Internet“ des Forums Medien und Entwicklung (FoME) statt, hosted by iRights. Erwartet werden unter anderem Harlem Désir (OSZE), Nanjira Sambuli (WWW Foundation) und Guy Berger (UNESCO). Die Anmeldung ist noch bis kommenden Freitag geöffnet.

Wie steht es ums Vertrauen in digitale Kommunikation? Das fragen iRights.Lab und das DIVSI-Institut am 21. November. Zum Thema spricht Jutta Gurkmann vom Verbraucherzentrale Bundesverband, dann diskutieren Ulf Buermeyer (Gesellschaft für Freiheitsrechte), Matthias Kammer (DIVSI), Luc Mériochaud (Deutsche Bank Labs), Norbert Pohlmann (Westfälische Hochschule) und Mario Rehse (United Internet). Das Programm startet um 17.30 Uhr im „Vor Greifswald“ Berlin.

Mit der Digitalisierung von Lehre und Lernen beschäftigt sich die Konferenz Campus-Innovation am 24. und 25. November 2017 in Hamburg. Über das neue „Urheberrechts-Wissensgesellschafts-Gesetz“, kurz UrhWissG, spricht iRights.info-Mitherausgeber Till Kreutzer dort am Freitagvormittag, dem 24. November.

In Berlin findet, ebenfalls am 24. und 25. November, die Linke Medienakademie (LiMA) statt, die sich an angehende Medienmacherinnen und -macher richtet. Mit dabei ist auch iRights.info-Redakteur Henry Steinhau und hält einen Workshop über Creative-Commons-Lizenzen und den fairen Umgang mit freien Inhalten im Journalismus.

Vom 27. bis zum 29. November findet in Berlin das OER-Festival statt, auf dem sich Praktiker, Macherinnen und Multiplikatoren von und für offene Bildungsmaterialien (OER) treffen. Auch das von iRights e.V. mitverantwortete Projekt Jointly zur OER-Unterstützung ist vertreten, unter anderem beim Fachforum „OER weiter fördern?“ am Mittwochvormittag, dem 29.11 und mehreren Workshops mit Paul Klimpel über Creative Commons und freie Inhalte.

Zum gleichen Thema findet im Internet bereits am 21. November ein Jointly-Webinar statt, das als offene Diskussionsrunde angelegt ist (Info und Anmeldung).

Anderswo im Web 

Auch das Recht und Copyright-Gesetze können dafür sorgen, dass beim maschinellen Lernen und Künstlicher Intelligenz Vorurteile zementiert werden, die in die Datenbasis eingeflossen sind, schreibt Louise Matsakis auf Motherboard. Sie verweist auf eine Untersuchung von Amanda Levendowski (New York University) über Regelungen zum Data Mining und ihre Auswirkungen. Über Kritik von Forschungseinrichtungen und der IT-Branche an geplanten EU-Regelungen zum Thema berichtet Christiane Schulzki-Haddouti auf Heise Online.

Immer wieder taucht das Gerücht auf, Facebook belausche seine Nutzer über das Smartphone-Mikrofon, um anschließend passende Werbung anzuzeigen. Verschwörungsportale und eine Feature-Ankündigung von Facebook haben das Abhör-Gerücht genährt. Nun will der Hamburger Datenschutzbeauftragte die Vorwürfe prüfen, berichtet die Süddeutsche Zeitung.

„War das Scheitern von Limux unsere Schuld?“ Das fragt Matthias Kirschner von der Free Software Foundation Europe die Community um freie Software zum revidierten Umstieg auf Linux in der Münchner Stadtverwaltung. Golem.de hat seine Thesen zusammengefasst, ein Vortrag zum gleichen Thema lässt sich auf Youtube nachsehen.

„Sie können kopieren, was Sie wollen: Briefe, Rechnungen, Verträge, Diagramme, einzelne Seiten aus gebundenen Büchern“. Was heute normal ist, war für Chester Carlson und sein Fotokopierverfahren die Erlösung von öden Abschreibaufgaben in den Bell Labs. Im Deutschlandfunk erinnert Irene Meichsner an den Tüftler, der sein erstes Kopierpatent vor 80 Jahren anmeldete.

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Wenn Sie Hinweise auf Veranstaltungen, Texte und Veröffentlichungen zum Thema „Urheberrecht und kreatives Schaffen in der digitalen Welt” haben, freuen wir uns auf E-Mails an post@irights.info. 

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