iRights.info-Newsletter im September 2017

 

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Neu auf iRights.info

Vortrag: Text- und Data-Mining und Verleger-Leistungsschutzrecht – Wie die EU europäische Innovationen gefährdet
Die EU-Kommission will Text- und Data Mining, das automatisierte Auswertern von Datenbeständen, in der geplanten Richtlinie zum „Urheberrecht im digitalen Binnenmarkt“ regeln. Doch der Entwurf schränkt die Nutzungsmöglichkeiten deutlich ein. Zudem soll ein Presse-Leistungsschutzrecht geschaffen werden, welches das Rechtedickicht noch undurchsichtiger werden ließe.

EU-Urheberrecht und Leistungsschutz: Ratspräsidentschaft zögert noch
Im Ringen um eine Reform des Urheberrechts haben die europäischen Staaten noch keine gemeinsame Linie gefunden. Die estnische Ratspräsidentschaft bringt eine Alternative zum Presse-Leistungsschutzrecht ins Spiel, mehrere EU-Staaten zweifeln an neuen Prüf- und Filterpflichten für Onlinedienste.

Marken- und Designrechte: Tipps für eigene Medienproduktionen
Marken- und Designrechte können bei eigenen Medien­produktionen auf unterschiedliche Weise wichtig werden: Wenn fremde Produkte darin vorkommen oder wenn man eigene Produktionen oder Gestaltungen in der Vermarktung schützen möchte. Ein Überblick.

Streit um freie Bilder: Fotodienste Unsplash und Pixabay stören sich an Copycats
Wer Bilder möglichst unkompliziert verwenden will, wird häufig bei Seiten wie Pixabay und Unsplash fündig. Doch kürzlich haben beide Dienste ihre Regeln geändert. Sie suchen nach Wegen, um sich gegen Anbieter zu wehren, die ihren Dienst kopieren.

Schattenbibliotheken: Ein Krisensymptom der Wissenschaft
Schattenbibliotheken wie Sci-Hub sind für viele Wissenschaftler zur ersten Anlaufstelle geworden, um Aufsätze und andere Texte zu beschaffen. Sie sind eine Antwort auf mangelnden Literaturzugang, können die tieferen Probleme des Publikationswesens der Wissenschaft aber nicht lösen.

Post vom Anwalt, was tun?
Viele Website-Anbieter und Privatpersonen erhalten Abmahnungen, weil sie selbst oder Angehörige ihres Haushalts gegen Urheberrechte verstoßen haben sollen. Die Forderungen in den Abmahnungen sind häufig drastisch, die Fristen kurz. Wie sollte man sich in einem solchen Fall verhalten?

Publikationen

Neue Version: Spielregeln im Internet 1
Die Broschüre „Spielregeln im Internet 1“ von iRights.info und der EU-Initiative klicksafe klärt über Rechte und Pflichten im Netz auf. Sie richtet sich an alle Internetnutzerinnen und -nutzer, Eltern, Lehrer, Pädagogen und andere Multiplikatoren. Zu den Themen gehören Fotos und Datenschutz in sozialen Medien, Abmahnungen, Streaming-Portale und Cyber-Mobbing. Jetzt ist sie in fünfter, vollständig aktualisierter Auflage verfügbar.

Alles geklärt? Medienproduktion und Recht
Die neue Broschüre „Alles geklärt?“, die das iRights.Lab im Auftrag der Medienanstalt Berlin-Brandenburg erstellt hat, behandelt Rechtsfragen, wenn man selber zum Medienproduzenten wird. Urheber- und Persönlichkeitsrechte, Marken- und Designs, Datenschutz und weitere Themen werden anhand von typischen Szenarien erläutert.

English Edition: „Das Netz – Digitalization and Society“
The digital magazine „Das Netz“ gathers writers, activists, scientists, politicians and entrepreneurs to think about the developments of our digital life. The magazine is published by iRights.Media, you can download a PDF for free or buy an E-Book (EPUB or Kindle).

Veranstaltungen

Heute eröffnet die Netzkonferenz re:publica ihren Ableger in Dublin. Wer sich für Plattformen und ihre Regulierung interessiert, kann am Freitag, dem 8. September 2017 von 11.15 bis 11.45 Uhr einen Vortrag unter dem Titel „Ultimate Platform Power: A Situation in Need of Change“ von Ramak Molavi, Rechtsanwältin bei iRights.Law hören.

Das Pädagogische Landesinstitut Rheinland-Pfalz bietet zwei Weiterbildungen zum Thema „Open Educational Resources: Urheberrecht und freie Materialien mit Creative-Commons-Lizenzen“ an, Referent ist Paul Klimpel (iRights.Law). Am 11. September von 9 bis 17 Uhr in Bad Kreuznach, am 12. September zur gleichen Uhrzeit in Speyer.

Vom 18. bis 20. September 2017 findet in Ljubljana der zweite „World Open Educational Resources Congress“ statt, veranstaltet von der UNESCO und dem Bildungsministerium Sloweniens. Die Veranstalter haben sich zum Ziel gesetzt, Ansätze zur Verankerung von freien Bildungsmaterialien im Mainstream zu entwickeln und Best Practices darzustellen.

Beim Grundrechtstag der Vereinigung österreichischer Richterinnen und Richter in Linz diskutieren Gerfried Stocker (Ars Electronica) und Ramak Molavi (iRights.Law) mit Michael Reiter (Justizministerium Österreich) über künstliche Intelligenz und maschinelles Lernen. Am Donnerstag, dem 28. September 2017 von 15 bis 16.30 Uhr im Ars Electronica Center.

Am 19. und 20. Oktober 2017 findet die Konferenz „Zugang gestalten“ in der Deutschen Nationalbibliothek in Frankfurt am Main statt. Sie behandelt die Digitalisierung des kulturellen Erbes und wird von zahlreichen Kultureinrichtungen und Organisationen veranstaltet, darunter iRights.info. Erste Informationen und Registrierung unter zugang-gestalten.de.

Anderswo im Web  

Facebook möchte Youtube herausfordern und verhandelt mit Musikmajors und -verlagen über Lizenzen, berichtet Bloomberg. Kommt der Deal zustande, dürften Nutzer wahrscheinlich mehr fremde Musik hochladen, Rechteinhaber wiederum eine neue Erlösquelle erschließen.

VG Wort und kein Ende: Mit den „komplexen Rechtsverhältnissen zwischen Autoren und Verlegern“ befasst sich Albrecht Götz von Olenhusen auf literaturkritik.de. „Das Boot, in welchem Autoren, Verleger und Verwertungsgesellschaft gemeinsam sitzen, ist ein Dampfer mit einigen Lecks“, konstatiert er.

Wen wählen? Unter dem Titel „Koalition Freies Wissen“ haben sich mehrere zivilgesellschaftliche Organisationen zusammengeschlossen und die Positionen der Parteien zu aktuellen Digitalthemen abgefragt. Im Blog von Wikimedia Deutschland schreibt Lilli Iliev über die Antworten zum Urheberrecht an amtlichen Werken und zur Idee eines Dateneigentums. Aus anderer Warte hat auch das Börsenblatt den Parteien Fragen zum Urheberrecht gestellt.

Ein weiteres Tool zur Entscheidungshilfe: der Digital-O-Mat.

Wenn Youtube-Nutzer Urheberrechte verletzen, muss der Dienst die E-Mail-Adresse herausgeben, nicht aber IP-Adressen oder hinterlegte Telefonnummern, entschied das Oberlandesgericht Frankfurt am Main. Auch die E-Mail-Adresse sei eine „Anschrift“ im Sinne des Gesetzes (Bericht von dpa, Pressemitteilung des Gerichts).

Über die Lizenzverhandlungen deutscher Bibliotheken und Wissenschaftsorganisationen mit Verlagen berichtet Science und nimmt mögliche neue Open-Access-Regelungen in den Blick. Dem Bericht zufolge zeigen sich Springer-Nature und Wiley für das Vorhaben offen, mit Elsevier scheint dagegen noch keine Einigung in Sicht.

Auch Open Science ist in aller Munde, doch verbinden sich damit ganz unterschiedliche Vorstellungen und Ziele, schreiben Ulrich Riehm und Michael Nentwich im Fachjournal „Zeitschrift für Technikfolgenabschätzung in Theorie und Praxis“, das seine aktuelle Ausgabe dem Thema widmet.

Dieser Tage im Web kaum zu übersehen: Das „Distracted Boyfriend“-Mem. El Pais berichtet, wo das Ursprungsfoto herkommt und hat den Fotografen Antonio Guillem befragt.

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Foto im Header: Thomas Leuthard, Tessies (Ausschnitt), CC BY

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