iRights.info-Newsletter vom 11. August 2016

Liebe Leserinnen und Leser, 

über das Urteil des Bundesverfassungsgerichts zum Sampling hatte iRights.info bereits berichtet. Wir haben nun noch einmal auf aktuellem Stand zusammengefasst, welche Regeln für das Samplen von Musik gelten, wann es um welche Rechte geht und was sich geändert hat. 

Mit dem kreativen Nachnutzen hat sich auch der Musik- und Rechtswissenschaftler Frédéric Döhl beschäftigt. Georg Fischer hat sein Buch „Mashup in der Musik“ gelesen und findet besonderen Gefallen an der Forderung: „Befreit die freie Benutzung!“

Leonhard Dobusch wiederum hat sich durch eine neue Studie zu einer Bildungs- und Wissenschaftsschranke gearbeitet und sieht die Politik am Zug. Service-Hinweis am Rande: Da stand doch auch mal was im Koalitionsvertrag, Seite 134.

Was auch immer Sie in der aktuellen Sommer- und Urlaubszeit tun, bearbeiten oder remixen, wir wünschen Ihnen gutes Gelingen, eine schöne Zeit – und Erkenntnisgewinn beim Lesen dieser Ausgabe.

Mit besten Grüßen aus der iRights.info-Redaktion,

Henry Steinhau, David Pachali

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Neu bei iRights.info 

Welche Regeln gelten für das Samplen von Musik?
Spätestens seit Mitte der achtziger Jahre gehört Samplen zum Musikalltag. Wer aber nun meint, sich für seine Hitproduktion einfach so in der Musikgeschichte bedienen zu können, liegt falsch. Bevor man Musik verwenden kann, muss man meist die Rechte klären und gegebenenfalls Lizenzgebühren zahlen. Aber manchmal ist das Sampling auch ohne Erlaubnis erlaubt.

„Befreit die freie Benutzung!“: Mashups in der Popmusik
Mashup-Künstler kreuzen wild und frech jegliches musikalisches Material. Das Ergebnis ist meist illegal. In seinem Buch „Mashup in der Musik“ plädiert der Musik- und Rechtswissenschaftler Frédéric Döhl für eine neue Betrachtungsweise. 

Urheberrecht versus Bildung und Wissenschaft – Forscher weisen Wege aus dem Dilemma
Eine neue Studie belegt, wie ein unzeitgemäßes Urheberrecht die Bildungseinrichtungen darin behindert, die Potentiale digitaler Technologien für Lehre und Forschung auszuschöpfen. Sie zeigt aber auch Lösungswege auf, allen voran die Einführung einer allgemeinen Bildungs- und Wissenschaftsschranke. Für uns hat sich der Innsbrucker Wissenschaftler Leonard Dombusch die Studien näher angesehen und besprochen.

Lobbyarbeit für das Reparieren
Das Reparieren von Elektrogeräten ist in den USA hoch umstritten. Mithilfe des Urheberrechts behaupten die großen Hersteller ihre Dominanz auf dem Reparaturmarkt. „The Repair Association“ legt sich mit den multinationalen Konzernen an, um das zu ändern.

Gesichtserkennung im Web: Technisch geht einiges, datenschutzrechtlich kaum etwas
Internet-Plattformen bieten ihren Nutzern die automatische Erkennung von Personen anhand fotografierter Gesichter als zusätzliche Dienste an. Die Technologien sind weit, aber auf bestimmte Motive und große Datenbestände angewiesen – und sie stoßen schnell an die Grenzen des Datenschutzes.

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Publikationen

Gutes Familienleben in der digitalen Gesellschaft

Das iRights.Lab hat im Auftrag des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend und in Kooperation mit der Zentralen Intelligenz-Agentur (ZIA) im Dezember 2015 einen Workshop durchgeführt. Er beschäftigte sich mit der Frage: Wie kann, wie soll gutes Familienleben in der digitalen Gesellschaft des Jahres 2025 aussehen? Die Ergebnisse sind jetzt in einer Broschüre zusammengefasst, die beim Ministerium bestellt oder als PDF heruntergeladen werden kann. 

Das Netz – Jahresrückblick 2016/2017 vorbestellbar
Hintergrundartikel, Interviews und Kommentare zu den wichtigsten Ereignissen des digitalen Jahres – wir arbeiten jetzt schon an einer neuen Ausgabe „Das Netz“. Sie kann jetzt vorbestellt werden – mehr unter irights-media.de

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Veranstaltungen

Am 3. und 4. September findet in Berlin die Telemedicus-Sommerkonferenz zum Thema „Die Macht der Plattformen“ statt. Mit dabei sind unter anderem Julia Reda, Abgeordnete des Europäischen Parlaments und Sabine Leutheusser-Schnarrenberger, ehemals Bundesjustizministerin. 

Am 13. September findet in Berlin die Jahreskonferenz der Berliner Servicestelle Digitalisierung (Digis) statt. Thema: „Potential: Kultur gut digital“ – Kulturgut als Wissensressource für Bildung, Wissenschaft, Forschung und Kreativwirtschaft. 

Connecting Women in Computing and Technology“ ist das Motto des Ada-Lovelace-Festivals, das zum zweiten Mal am 13. und 14. Oktober 2016 stattfindet, veranstaltet von der Wirtschaftswoche und Euroforum/Informa. In der Bolle-Meierei in Berlin-Moabit tauschen sich IT- und Tech-Profis über Branchenentwicklungen aus.

Das dritte Festival „Swap Netzkultur“ steht unter dem Motto „Superzukunft“. Vom 1. bis zum 6. November 2016 werden in Halle und Magdeburg unter anderem Technikworkshops, Sessions zu politischer Bildung, Kunst, Kultur und Filmvorführungen geboten. Noch bis 31. August lassen sich Programmvorschläge einreichen. Organisiert wird das Festival u.a. von der der Landeszentrale für politische Bildung Sachsen-Anhalt.

Die internationale Konferenzreihe „Zugang gestalten!“ befasst sich mit der Digitalisierung in Bibliotheken, Museen, Archiven und anderen Gedächtnis­organisationen. Die sechste Ausgabe wird von iRights.info mitveranstaltet und findet am 17. und 18. November im Hamburger Bahnhof Berlin sowie im Arsenal Filmhaus statt.

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Anderswo im Web  

Gemeinsames Zocken bringt Menschen zusammen – selbst wenn deren Bevölkerungsgruppen in politischen Konflikten verstrickt sind. So lautet eine Erkenntnis die das Projekt „Games for Peace“ hervorgebracht habe, berichtet Vice Motherboard

Und nochmal Videospiele: Schülerinnen und Schüler, die Online-Games spielen, würden messbar bessere Leistungen in Mathematik, Lesen und Naturwissenschaften bringen, berichtet CBS News in Berufung auf eine jüngst veröffentlichte Studie der Melbourner RMIT University.

Auch sechs Jahre nach der ersten Ankündigung kommt der Aufbau eines Twitter-Archivs bei der US-amerikanischen Library of Congress  nicht voran, so The Atlantic. Öffentliche Tweets speichert die Einrichtung zwar ohne weitere Verarbeitung, zum Aufbau eines nutzbaren Archivs fehlen aber offenbar Ressourcen. 

Was ist eigentlich dieses Darknet, wo es angeblich ein Kinderspiel ist, Schusswaffen, Drogen und Kinderpornografie zu kaufen? Der Autor Michael Seemann hatte sich bereits 2012 für das Magazin Spex auf die Reise begeben – aus gegebenem Anlass hat die Redaktion diesen Artikel ausgegraben und erneut veröffentlicht

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Wenn Sie Hinweise auf Veranstaltungen, Texte und Veröffentlichungen zum Thema „Urheberrecht und kreatives Schaffen in der digitalen Welt” haben, freuen wir uns auf E-Mails an post@irights.info. 

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Foto im Header: dj, possanCC BYFoto zum Jahresrückblick von Derek Yu, CC BY-SA

 

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