iRights.info-Newsletter vom 29. Juli 2016

Liebe Leserinnen und Leser, 

die Verwertungsgesellschaft Wort, zuständig für Autoren, darf die Verlage nicht weiter an der Vergütung beteiligen. Das urteilte der Bundesgerichtshof im April dieses Jahres. iRights.info hat regelmäßig darüber berichtet. Seitdem tobt ein Richtungsstreit zwischen Verlagen und Vorstand auf der einen Seite und den Autoren und ihren Vertretern auf der anderen. iRights.info-Redakteur Henry Steinhau hat die Positionen dargestellt. 

Das große Thema im Netz ist wohl das Handyspiel Pokémon Go: Jung und alt jagen die kleinen Monster. Doch was ist mit dem Datenschutz? Wir haben gleich am Anfang über den „drohenden Kontrollverlust“ berichtet. Müssen wir mit dem Spielen aufhören? In unseren Linktipps diskutieren Philipp Steuer und Markus Werner bei Basicthinking über das Pro und Kontra. 

Einen entspannten Sommer und viel Spaß beim Lesen!

Ihre Valie Djordjevic

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Neu bei iRights.info 

Richtungsstreit in der VG Wort
In der VG Wort entwickelt sich ein Tauziehen darum, wie es mit der Verwertungsgesellschaft weitergehen soll. Autoren wenden sich gegen die Verlegerbeteiligung und fordern einen Umbau der Mitbestimmung, während Vorstand und Verlage den Gesetzgeber drängen, die Verlegerbeteiligung zu legalisieren. iRights.info-Redakteur Henry Steinhau fasst die verschiedenen Positionen zusammen. 

VPN: Der vielseitige Tunnel durchs Netz
Sie machen unsichere WLAN-Verbindungen sicher, durchstoßen die Große Firewall von China und zaubern Serien wie „House Of Cards“ auf den heimischen Bildschirm. VPNs sind eine Tausendsassa-Technologie. Ein Überblick für Einsteiger von Torsten Kleinz.

Drohender Kontrollverlust: Datenschutz bei Pokémon Go
Das Augmented-Reality-Spiel Pokémon Go ist auch in Deutschland ein großer Hit. Gleichzeitig gibt es aber Kritik an umfangreichen Datenzugriffsrechten. Christiane Schulzki-Haddouti findet, dass es nicht danach aussieht, dass Niantic seine Datenschutz­bestimmungen ausreichend an europäisches Recht anpasst. 

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Publikationen

Gutes Familienleben in der digitalen Gesellschaft

Das iRights.Lab hat im Auftrag des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) und in Kooperation mit der Zentralen Intelligenz Agentur (ZIA) im Dezember 2015 einen Fachworkshop durchgeführt. Er beschäftigte sich mit der Frage: Wie kann, wie soll gutes Familienleben in der digitalen Gesellschaft des Jahres 2025 aussehen? Die Ergebnisse sind jetzt in einer Broschüre zusammengefasst, die auf der Seite des BMFSFJ bestellt oder als PDF heruntergeladen werden kann. 

Das Netz – Jahresrückblick 2016/2017 vorbestellbar
Hintergrundartikel, Interviews und Kommentare zu den wichtigsten Ereignissen des digitalen Jahres – wir arbeiten jetzt schon an einer neuen Ausgabe „Das Netz“. Sie kann jetzt vorbestellt werden – mehr unter irights-media.de

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Veranstaltungen

Am 3. und 4. September findet in Berlin die Telemedicus-Sommerkonferenz zum Thema „Die Macht der Plattformen“ statt. Sprecher/innen sind unter anderem Julia Reda, Netzpolitikerin und Mitglied des Europäischen Parlaments, und Sabine Leutheusser-Schnarrenberger, ehemalige Bundesjustizministerin. 

Am 13. September findet in Berlin die Jahreskonferenz der Berliner Servicestelle Digitalisierung (Digis) statt. Thema: „Potential: Kultur gut digital“ – Kulturgut als Wissensressource für Bildung, Wissenschaft, Forschung und Kreativwirtschaft. 

Connecting Women in Computing & Technology“ ist das Motto des Ada-Lovelace-Festival, das zum zweiten Mal am 13. und 14. Oktober 2016 stattfindet. In der Bolle Meierei in Berlin-Moabit treffen sich mehr als 250 weibliche IT- und Tech-Profis und erzählen über die neusten Branchentrends. 

Die internationale Konferenzreihe „Zugang gestalten!“ befasst sich mit der Digitalisierung in Bibliotheken, Museen, Archiven und anderen Gedächtnis­organisationen. Die sechste Ausgabe wird von iRights.info mitveranstaltet und findet am 17. und 18. November im Hamburger Bahnhof Berlin sowie im Arsenal Filmhaus statt.

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Anderswo im Web  

Philipp Steuer und Markus Werner diskutieren bei Basicthinking über das Handyspiel „Pokémon Go“. Markus Werner plädiert für aufgeklärtes Misstrauen, was den Datenschutz angeht (und verlinkt dabei auf das iRights-Projekt Mobilsicher). Für Philipp Steuer dagegen ist das Problem eher die Anti-Haltung, die viele gegenüber Netzneuerungen zeigen: „Liebe Angsthasen, habt mehr Mut und ihr werdet sehen, der Fortschritt tut nicht weh.“ 

Spotify bietet seine Musikstreamingdienste in 69 Ländern an, verzeichnet als globaler Marktführer noch immer noch stark zunehmende NutzerInnen-Zahlen und ebenso stark wachsende Umsätze. Aufgrund wachsender Umsatzkosten erhöhen sich jedoch die Verluste aus dem operativen Geschäft. Wie sich Spotify aus diesem Dilemma befreien könnte, erörtert der Musikwirtschaftsforscher Peter Tschmuck im ersten Teil einer Serie zur Lage des Musikstreaming-Markts.

Christoph Kappes hat in Merton, dem Onlinemagazin des Stifterverbandes, einmal zusammengefasst, was Künstliche Intelligenz heute leisten kann und was nicht. „Heutige KI-Systeme sind ebenfalls noch sehr weit weg von der Fähigkeit, intentional zu handeln“, ist sein Schluss. Bevor man von Intelligenz sprechen könne, habe KI noch einige grundsätzliche Hürden zu nehmen.

Google hat das bekannte Blog „DC's“ des Schriftstellers Dennis Cooper gelöscht. Einfach so, Gründe dafür wurden ihm nicht mitgeteilt. Im New Yorker nimmt sich Jennifer Krasinski des Falles an. Tragen Online-Plattformen eine Verantwortung für die auf ihnen gehosteten Inhalte? Trotz Aufrufen von Schriftsteller-Kollegen und Verbänden bleibt Google stur. Cooper will klagen, falls Google sich nicht meldet.

Die türkischstämmige Informationswissenschaftlerin Zeynep Tufekci, die am Berkman Center for Internet and Society der Harvard University forscht und lehrt, hat Wikileaks wegen ihrer Türkei-Leaks in der Huffington Post scharf kritisiert. Sie hätten die privaten Daten von Millionen türkischer Bürger veröffentlicht. Die AKP-Leaks wären in Wirklichkeit nur private Mailinglisten-Nachrichten. Sie wurde von Wikileaks dafür als Erdogan-Verteidigerin beschimpft und auf Twitter blockiert. 

Ben Tarnoff erzählt im Guardian, wie das Internet erfunden wurde: nämlich in einem Biergarten in Kalifornien mit dem schönen Namen Rossotti. Dort geschah der erste Schritt aus dem militärischen Apranet in den weltweiten Cyberspace. Dass das Internet verschiedene Trägermedien benutzt – Kupferkabel, Glasfaser, Funknetzwerke und viele mehr – war das entscheidende Designmerkmal. Nur deshalb war es für zukünftige Technologien skalierbar. 

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Wenn Sie Hinweise auf Veranstaltungen, Texte und Veröffentlichungen zum Thema „Urheberrecht und kreatives Schaffen in der digitalen Welt” haben, freuen wir uns auf E-Mails an post@irights.info. 

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Foto im Header: InformationCC BY-SA Matt DavisFoto zur Datenschutz-Serie: Peter Hellberg, ArrowsCC BY-SAFoto zum Jahresrückblick: Derek Yu, CC BY-SA

 

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