iRights.info-Newsletter vom 19. Mai 2016

Liebe Leserinnen und Leser, 

wer liebt sie nicht, die grumpelige Katze, den traurigen Keanu Reeves oder die Chuck-Norris-Fakten („Tränen von Chuck Norris können Krebs heilen – nur leider weint er nie.“) Internetnutzer sind kreativ, jedoch sind die Ergebnisse dieser Kreativität oft nicht legal, jedenfalls wenn man nach dem Urheberrecht geht.

Für viele Experten ist ein Modell wie Fair Use die Lösung – so auch für Leonhard Dobusch, der auch die Kampagne „Recht auf Remix“ mit ins Leben gerufen hat. Rike Maier, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Humboldt-Institut für Internet und Gesellschaft, wo sie auch promoviert, meint hingegen, dass auch nach dem hiesigen Recht bestimmte Remixe und Meme erlaubt sind. Lesen Sie selbst, wer die besseren Argumente hat. 

Mit den besten Grüßen aus der iRights.info-Redaktion
Ihre Valie Djordjevic

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Neu bei iRights.info 

Meme und Urheberrecht: Ohne Fair Use unversöhnt
Meme mögen auch hierzulande manchmal erlaubt sein, doch für die Memkultur ist damit kaum etwas gewonnen. Ein Modell wie Fair Use in den USA bleibt weiter gefragt, findet der Wirtschaftswissenschaftler Leonhard Dobusch.

Nicht immer unversöhnlich: Meme und Urheberrecht
Die Mem-Kultur und das hiesige Urheberrecht scheinen unverträglich, das Fair-Use-Modell der USA gilt als freundlicher gegenüber den Internetphänomenen. Doch hier wie dort lässt sich auch umgekehrt argumentieren, meint die Juristin Rike Maier.

Immer mehr Menschen erschaffen immer mehr Kultur
Mit der „Kultur der Digitalität“ befasst sich der Kulturtheoretiker Felix Stalder in seinem neuen Buch. Unterstützt von digitaler Technologie und als Teil neuer Gemeinschaften nimmt darin jeder Einzelne an der „Verhandlung von sozialer Bedeutung“ teil. Was Stalder darunter versteht, fasst David Pachali zusammen.

Urheber- und Persönlichkeitsrechte im Internet: Broschüre für Jugendliche, Eltern und Pädagogen in neuer Version erhältlich

Die Broschüre „Nicht alles, was geht, ist auch erlaubt!“ von iRights.info und Klicksafe informiert auf 16 Seiten über Urheber- und Persönlichkeitsrechte im Internet und beantwortet die wichtigsten Fragen. Jetzt ist sie in neuer Auflage wieder erhältlich.

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Veranstaltungen

Vom 1. bis 3. Juni 2016 findet in Weimar das Kultursymposium 2016 des Goethe-Instituts statt. Das diesjährige Motto ist „Teilen und Tauschen“. Ab sofort kann man sich dafür anmelden. Angekündigt sind Vortragende wie Yochai Benkler, Jeremy Rifkin und Eva Illouz. 

Ebenfalls in Weimar kann man am 3. und 4. Juni den „Digital Bauhaus Summit 2016“ besuchen. Das Motto ist „Luxury Communism“, ein Gedankenexperiment, das untersucht, was passiert, wenn alle Menschen von der Automatisierung profitieren. 

Am 2. Juni spricht Paul Klimpel von iRights.Law an der Hochschule für Künste Bremen in der Reihe „OUT - Professionalisierung in Design, Kunst und Medien“ über „Urheber_innenschaft im digitalen Raum“

Der Verlag iRights.Media lädt ein zur Lesung von Wolfgang Gründingers Buch „Alte-Säcke-Politik: Wie wir unsere Zukunft verspielen“, am Mittwoch, dem 8. Juni 2016. Die Lesung findet statt ab 18.30 Uhr im ORi in der Friedelstraße 8, 12047 Berlin-Neukölln. Der Eintritt ist frei.

Vom 8. bis zum 10. Juni läuft in Brüssel die EuroDIG-Konferenz. EuroDIG steht für European Dialog on Internet Governance. iRights.info-Herausgeber Matthias Spielkamp diskutiert dort am 9. Juni um 11.30 Uhr über die sozio-ökonomischen Effekte algorithmischer EntscheidungsfindungWill Users' Trust impact on Transnational Data Flows?

Die internationale Konferenzreihe „Zugang gestalten!“ befasst sich mit der Digitalisierung in Bibliotheken, Museen, Archiven und anderen Gedächtnis­organisationen. Die sechste Ausgabe wird von iRights.info mitveranstaltet und findet am 17. und 18. November im Hamburger Bahnhof Berlin statt.

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Anderswo im Web 

In dem einstündigen Radio-Feature Das Lob des LoopsSchleifen in der Pop-Musik“ verfolgen der Berliner Medienwissenschaftler (und iRights.info-Autor) Tilman Baumgärtel und BR2-Redakteur Klaus Walter „die Spuren der Schleifen quer durch die Geschichte der populären Kultur: Vom Berliner Berghain bis zu Stockhausen“.  

Wer schon immer mal wissen wollte, was sich andere Leute so in Whatsapp schreiben, kann die Whatsapp-Kolumne der Süddeutschen Zeitung lesen. Diese Woche erfährt man, was so auf einem Festival getextet wird; in der Vergangenheit ging es schon um Affären am Arbeitsplatz oder missglückte Tinderdates.

Philipp Otto, Rechtswissenschaftler und Managing Partner beim iRights.Lab, hat für Facebook erklärt, was kleine und mittlere Unternehmen beachten müssen, wenn sie digitale Medien nutzen wollen. 

Gott ist online, schreibt Johan Schloemann in der Süddeutschen. Die gesammte Netz-Architektur habe sakrale, transzendente Eigenschaften: Von den Eröffungen der Apple-Stores, über Avatare, deren Name bedeutet, dass eine Gottheit in irdische Sphären herabsteigt, bis zur globalen Verständigung, die dem Pfingstwunder gleicht.

Jason Tanz gibt in Wired einen Überblick über die Entwicklung der Künstlichen-Intelligenz-ForschungSoon We Won’t Program Computers. We’ll Train Them Like Dogs. Psychologen beschreiben schon lange die Funktionsweise des menschlichen Gehirns in Begriffen des Programmierens. Das wird sich aber ändern – neue Programme werden trainiert. Und das wird alles ändern. 

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Das Netz – Jahresrückblick 2015/2016
Weiterhin können Sie unseren Jahresrückblick erwerben, der die Digitalisierung in Politik, Wirtschaft und Kultur und die Entwicklungen des Jahres betrachtet. Mehr unter irights-media.deOder einfach lesen unter dasnetz.online.

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Wenn Sie Hinweise auf Veranstaltungen, Texte und Veröffentlichungen zum Thema „Urheberrecht und kreatives Schaffen in der digitalen Welt” haben, freuen wir uns auf E-Mails an post@irights.info. 

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