iRights.info-Newsletter vom 6. Mai 2016

Liebe Leserinnen und Leser, 

es war re:publica in Berlin und unsere Köpfe rauchen. Mehr als 700 Rednerinnen und Redner haben Geschichten, Projekte und Thesen vorgestellt. Die Themen und Ideen der Konferenz werden auch auf iRights.info Niederschlag finden. 

Was hinter dem Streit um die Verteilung der Kopiervergütung bei der VG Wort steckt – und was genau der Bundesgerichtshof jetzt in seinem vielbeachteten Urteil gekippt hat, behandeln David Pachali und Wolfgang Michal in zwei Beiträgen. Außerdem berichtet Henry Steinhau, was der Stand der Dinge bei den Reformplänen zu Urheber-Verträgen ist.

Und: Meme! Nicht nur popkulturelle Inhalte werden geremixt, auch die hohe Kunst. Wolfgang Ullrich macht sich auf die Suche nach Vorläufern in der Kunstgeschichte. 

Viel Spaß beim Lesen und mit den besten Grüßen aus der iRights.info-Redaktion
Ihre Valie Djordjevic

---

Neu bei iRights.info 

Urheber-Verträge: Das sagen die Fraktionen im Bundestag zur Reform
Die Pläne der Bundesregierung zur Reform des Urhebervertragsrechts haben vielfältige Kritik geerntet. Während Grüne und Linke ihre Positionen öffentlich in Stellung bringen, halten sich die Koalitionsfraktionen weitgehend bedeckt. Auch innerhalb der Koalition sind offenbar einzelne Reformpunkte weiterhin umstritten.

Das Wetteifern der Bilder: Eine Archäologie der Mem-Kultur
Die anarchische Mem-Kultur erfasst auch Bilder, die bislang als „Werk“ im Reservat der Kunst gehalten wurden. Das ändert zugleich den Blick auf die Kunstgeschichte: Die unablässige Verwandlung, das Weiterführen und Wetteifern der Werke und Motive erscheint nicht mehr als Randphänomen, sondern prägte die Kunst seit jeher.

Kopiervergütung: VG Wort darf nicht pauschal an Verlage ausschütten
Wenn die VG Wort Vergütungen fürs Kopieren verteilt, darf sie das Geld für Autoren nicht schmälern, indem sie pauschal die Hälfte an Verlage überweist. Der Verteilungsplan der Verwertungsgesell­schaft ist damit hinfällig.

Wem gehört das Geld der VG Wort?
Die Funktionäre der VG Wort haben zu lange geglaubt, Partnerschaft ersetze Interessenvertretung, kommentiert Wolfgang Michal.

---

Veranstaltungen

Vom 1. bis 3. Juni 2016 findet in Weimar das Kultursymposium 2016 des Goethe-Instituts statt. Das diesjährige Motto ist „Teilen und Tauschen“. Ab sofort kann man sich dafür anmelden. Angekündigt sind Vortragende wie Yochai Benkler, Jeremy Rifkin und Eva Illouz. 

Die internationale Konferenzreihe „Zugang gestalten!“ befasst sich mit der Digitalisierung in Bibliotheken, Museen, Archiven und anderen Gedächtnis­organisationen. Die sechste Ausgabe wird von iRights.info mitveranstaltet und findet am 17. und 18. November im Hamburger Bahnhof Berlin statt.

---

Anderswo im Web 

Der Streaming-Dienst Apple Music hat ein Usability-Problem. James Pinkstone beschreibt, wie 120 GB von Musikdateien auf seinem Rechner plötzlich verschwunden waren. Mit Apple Music bietet iTunes bietet die Option, die eigene Musik in die Cloud hochzuladen. Serenity Caldwell hat in einem Antwortstück versucht, Licht ins Dunkel zu bringen. Fazit: Ganz so ist es nicht, aber iTunes ist mittlerweile so kompliziert, dass Nutzer schnell die falsche Option anklicken. 

Für diejenigen, die es nicht auf die Netzkonferenz re:publica geschafft haben: Die ersten Videos sind schon online. Die Videos der Partnerkonferenz Media Convention Berlin sind hier zu finden

Wie lassen sich Remixe und DJ-Sets über Streaming-Dienste verwerten? Auf Plattformen wie Soundcloud oder Youtube finden sich nicht nur originäre Inhalte, sondern auch massenweise inoffizielle Remixes oder DJ-Sets. NPR.org berichtet, dass nun Bewegung in die Sache kommt und neue Unternehmen die komplizierte Rechteklärung technisch erleichtern wollen.

Die Kampagne „Save the Link“ setzt sich gegen die Einführung eines Leistungsschutzrechts für Presseverleger auf EU-Ebene ein. Das Debakel in Deutschland und Spanien scheint noch nicht genug. Unterstützt wird sie von vielen Organisationen und Netzaktivisten wie zum Beispiel EDRi, der Electronic Frontier Foundation, Creative Commons, La Quadrature du Net und Project GutenbergIGEL, die Initiative gegen ein Leistungsschutzrecht (initiiert von iRights.info-Herausgeber Till Kreutzer) ist ebenfalls dabei. 

Algorithmen bestimmen, was wir sehen, wo wir einkaufen, welche Preise wir zahlen – und ihre Bedeutung nimmt zu. Deshalb möchte die Initiative Algorithm Watch (einer der Gründer ist iRights.info-Herausgeber Matthias Spielkamp) eine gesellschaftliche Debatte anstoßen: Erklären, wie Algorithmen funktionieren; ethische Konflikte bekannt machen; Experten verschiedener Disziplinen zusammenbringen. 

---

Das Netz – Jahresrückblick 2015/2016
Weiterhin können Sie unseren Jahresrückblick erwerben, der die Digitalisierung in Politik, Wirtschaft und Kultur und die Entwicklungen des Jahres betrachtet. Mehr unter irights-media.deOder einfach lesen unter dasnetz.online.

---

Wenn Sie Hinweise auf Veranstaltungen, Texte und Veröffentlichungen zum Thema „Urheberrecht und kreatives Schaffen in der digitalen Welt” haben, freuen wir uns auf E-Mails an post@irights.info. 

iRights.info bei Twitter: @iRightsinfo

iRights.info bei Facebook: facebook.com/iRightsinfo

iRights.info im Feed: iRights.info/feed

Headerbild: Variationen von Vermeers „Mädchen mit dem Perlenohrgehänge“.

---