iRights.info-Newsletter vom 8. April 2016

Liebe Leserinnen und Leser, 

was bei Katzen unproblematisch ist, sorgt in der Literatur für Diskussionsbedarf: das Kopieren. Unsere zwei Katzen haben sich wohl nichts dabei gedacht, als sie in der gleichen Pose eingeschlafen sind.

Wenn ein Autor aber bei einem anderen abschreibt, so nennen wir das Plagiat. Doch was, wenn es mit künstlerischer Absicht geschieht? Die Literaturwissenschaftlerin Annette Gilbert erklärt, wieso Abschreiben manchmal auch Kunst ist. Fabian Neidhardt hat Quellen für freie E-Books und Hörbücher gesammelt – damit Sie, liebe Leserinnen und Leser, das Gelernte gleich in die Tat umsetzen können und das nächste Meisterwerk der Appropriation Literature schreiben können. 

Wir bleiben bei der Fiktion: Jacques Matheij hat sich überlegt, was passieren würde, wenn die Werbetracker, die jeden unserer Schritte im Netz verfolgen, das Gleiche in der physischen Welt tun würden. Die Geschichte, die herausgekommen ist, wäre lustig, wenn sie nicht so wahr wäre. Aber sind das die besten Geschichten nicht immer? 

In diesem Sinne: Viel Spaß beim Lesen! 

Mit den besten Grüßen aus der iRights.info-Redaktion!
Valie Djordjevic

Neu bei iRights.info 

Unendlicher Literaturspaß: Quellen für freie E-Books und Hörbücher
In der Literatur sind Weiterverarbeitungen und Remixes noch lange nicht so verbreitet wie bei Musik oder Bildern. Wer damit anfangen will oder auch nur für das eigene Vergnügen sucht: Fabian Neidhardt hat die besten Quellen für freie E-Books und Hörbücher zusammengesucht.

Die Kunst des Abschreibens
Die Literaturwissenschaftlerin Annette Gilbert beschäftigt sich mit Literatur, für die keine neuen Texte geschrieben, sondern vorhandene Texte abgeschrieben, umgeschrieben, neugeschrieben werden. Im Interview erzählt sie, weshalb es sich für Leser lohnt, sich damit zu beschäftigen, auch wenn sie das Original schon kennen.

Ich hatte nichts gegen Werbung, aber dagegen, überallhin verfolgt zu werden
Was wir im Web lesen und tun, wird mit den Techniken des Web-Tracking beobachtet und zur Grundlage für Werbeschaltungen. Wie würde es aussehen, wenn die Techniken uns im Leben außerhalb des Web begegneten? Eine Erzählung von Jacques Mattheij.

Wem gehören „meine Daten“?
Der angesagte Begriff „Dateneigentum“ klingt wie eine Überlegung von Datenschützern. Doch im Grunde wollen Daten verarbeitende Unternehmen damit eine völlig neue Eigentumskategorie definieren, um Wertschöpfungsprozesse abzusichern – aber das würde das Prinzip der informationellen Selbstbestimmung gefährden.

Nervöse Systeme – Was Algorithmen für unseren Alltag bedeuten
Was bedeutet es, dass unser Alltag immer weiter in Zahlen und Statistiken erfasst wird? Damit beschäftigt sich eine Ausstellung in Berlin. Dort untersuchen Künstler, Theoretiker und Aktivisten, was es heißt, in einer quantifizierten Welt zu leben.

Anderswo im Web 

Wir Nutzer halten es für selbstverständlich, aber es steckt ein enormer technischer und intellektueller Aufwand dahinter: In Wired beschreibt Cade Metz, wie es Google fertig bringt, dass die Google-Server immer online sind. Dahinter steckt die Idee, dass Programmcode die Administratoren ersetzen kann. 

Snapchat ist hip, alle müssen Snapchat benutzen. Unzählige Artikel erschienen seit Anfang des Jahres, die „alten Leuten“ (und das sind im Fall von Snapchat alle über 25, ach was, 19) erklären, wie Snapchat funktioniert. Wired versucht sich auch an dem Genre. „How to Use Snapchat“ verspricht, den Video-Chatdienst so zu erklären, dass nicht mal Eltern eine Ausrede mehr haben.

Das FBI hat versucht, Apple dazu zu bekommen, eine Hintertür in das iPhone einzubauen. Das war dann zwar nicht mehr nötig, weil Agenten es selbst geschafft haben. Patrick Beuth fasst bei Zeit Online noch einmal die Hintergründe zusammen, denn es steht zu befürchten, dass dies nur das erste Mal war, dass ein Nachrichtendienst eine Firma dazu bringen möchte, die eigene Verschlüsselung zu brechen. 

Anbieter populärer Webseiten und Apps sind mehrheitlich Auskunftsmuffel, wenn es um die Herausgabe von persönlichen Daten ihrer Nutzer geht. Einer Studie zufolge hätte nur ein Viertel von 270 befragten Firmen auf eine erste schriftliche Anfrage mit „befriedigenden Auskünften“ über personenbezogene Daten reagiert, meldet Spiegel online

Langsam, schleppend und ungerecht verläuft die derzeitige Entwicklung von Open Educational Resources (OER) in Deutschland, meint Leonhard Dobusch in einem Artikel für Zeit Online. Offen lizenziertes Lehrmaterial habe in der deutschen Bildungslandschaft kaum eine Chance: Schulen und Universitäten müssen aufgrund gesetzlicher Bestimmungen fast ausschließlich gedruckte und urheberrechtlich geschützte Büchern nutzen.

Und da war dann noch der 1. April. In der iRights.info-Redaktion hätten wir uns beinahe das Outfit von Mark Zuckerberg gekauft, das er für H&M entworfen hat. Auch schön und praktisch: das selbstfahrende Fahrrad von Google. Weitere Scherze hat Heise.de in einer Klickstrecke gesammelt.

Save the Date: Konferenz „Zugang gestalten!“ am 17./18.11.2016 in Berlin

In eigener Sache: Die internationale Konferenzreihe „Zugang gestalten!“ befasst sich mit der Digitalisierung in Bibliotheken, Museen, Archiven und anderen Gedächtnis­organisationen. Die sechste Ausgabe findet am 17. und 18. November im Hamburger Bahnhof Berlin statt.

Veranstaltungen

Die Servicestelle Digitalisierung Berlin führt am 14. April 2016 einen Workshop zu rechtlichen Fragestellungen bei Digitalisierungsprojekten durch. John H. Weitzmann und Paul Klimpel von iRights.Law geben eine Einführung für Mitarbeiter von Kulturinstitutionen zu den Themen Urheber- und Leistungsschutzrechte.

Am 14. - 15. April findet in Berlin der 15. @kit-Kongress des Bayreuther Arbeitskreises für Informationstechnologie – Neue Medien – Recht e.V. (AKIT) statt. Das Motto ist „Internet und Recht und Freiheit“. Till Kreutzer von iRights.Law diskutiert mit Martin Schaefer über den Weg zum „richtigen Urheberrecht“. 

Das Filmfestival Futurale des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales in findet vom 14.-20. April 2016 im Thalia Programmkino in Potsdam statt. Philipp Otto spricht am 16.04. über „Arbeiten 4.0 – Wunsch und Wirklichkeit. In Potsdam gut beschäftigt?“, Eike Gräf vom iRights.Lab diskutiert  am 20.04. über „DIY oder DAX – wer führt die nächste Revolution?“. Mehr Info unter Arbeitenviernull.de.

Die Frühjahrstagung 2016 des Vereins für Medieninformation und –dokumentation" (vfm e. V.) findet am 25. bis 27. April in Saarbrücken statt. Till Kreutzer von iRights.Law spricht dort über Online-Rundfunkarchive aus rechtlicher Sicht

Am 26. April sprechen Philipp Otto, Martin Kretschmer und Florian Drücke mit  Bundesjustizminister Heiko Maas zum Thema „Ideen. Daten. Wissen. – Was bedeutet die Digitalisierung für das Urheberrecht?“. 18.30 Uhr im Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz. Anmeldung unter www.bmjv.de/360grad 

Vom 1. bis 3. Juni 2016 findet in Weimar das Kultursymposium 2016 statt. Das diesjährige Motto ist „Teilen und Tauschen“. Ab sofort kann man sich dafür anmelden. Angekündigt sind Experten wie Yochai Benkler, Jeremy Rifkin und Evgeny Morozov. 

Veröffentlicht und noch zu haben

Das Netz – Jahresrückblick 2015/2016
Weiterhin können Sie unseren Jahresrückblick erwerben, der die Digitalisierung in Politik, Wirtschaft und Kultur und die Entwicklungen des Jahres betrachtet. Mehr unter irights-media.deOder einfach lesen unter dasnetz.online.

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Headerbild: Adam Jones from Kelowna, BC, Canada: Cats Nap on Cardboard Boxes - Gaia District - Porto, Portugal, [CC BY-SA 2.0], via Wikimedia Commons

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