iRights.info-Newsletter vom 24. März 2016

Liebe Leserinnen und Leser, 

den Fehlercode 404 kennt jede_r – er wird angezeigt, wenn eine Webseite nicht mehr gefunden wird. Nun soll es den Fehler 451 geben. Das beschloss die Internet Engineering Task Force im Februar. Damit können Webseiten-Betreiber anzeigen, dass die Seite aus rechtlichen Gründen nicht angezeigt werden darf – und auf Zensur aufmerksam machen. Science-Fiction-Fans kennen die Zahl 451 aus dem Roman „Fahrenheit 451“ von Ray Bradbury: Sie bezieht sich auf die Temperatur, bei der Papier zu brennen anfängt. In Zeiten, wo an vielen Orten der Welt Meinungs- und Äußerungsfreiheit eingeschränkt werden, ein wichtiges Signal, wie wir finden. 

Die iRights.info-Redaktion wünscht Ihnen schöne Ostern und dass Sie beim Eiersuchen keine 404-Meldung bekommen!

Mit den besten Grüßen 
Valie Djordjevic

Neu bei iRights.info 

Fehler 451: Ein Protestcode für Website-Betreiber
„Fehler 451: Aus rechtlichen Gründen nicht verfügbar“. Mit diesem Code können Webseiten-Betreiber jetzt anzeigen, wenn sie zum Sperren von Inhalten gezwungen sein sollten. Hans Peter Dittler beschreibt, wie es zur Entwicklung des Fehlercodes kam und wie Webseitenbetreiber ihn verwenden können.

Wissenschaftseinrichtungen wollen Fachzeitschriften umwandeln
Wissenschaftseinrichtungen wollen bestehende Fachzeitschriften umwandeln, um einen offenen Zugang zu Forschungsergebnissen zu erreichen. 30 internationale Einrichtungen haben heute eine Absichtserklärung und weitere Pläne für eine Umstellung auf Open Access veröffentlicht.

Was muss bei Online-Umfragen beachtet werden?
Online-Umfragen lassen sich auf Webseiten vielfältig einsetzen. Je nach Art der Umfrage gibt es mal mehr, mal weniger zu beachten, um persönliche Daten dabei zu schützen.

Regierungsentwurf zu Urheber-Verträgen: Reaktionen und Streitpunkte im Überblick 
Das Bundeskabinett hat sich auf Reformen am Urheberrecht geeinigt, die Urheber bei Vertragsfragen mit Verwertern erklärtermaßen stärken sollen. Doch der konkrete Entwurf bleibt hinter den ursprünglichen Plänen zurück und kommt den Verwertern entgegen. Nun herrscht bei Urheberverbänden Unmut, bei Verwertern findet die Abschwächung Zuspruch.

Filmgeschichte: DFFB-Archiv zeigt sich online
Die Deutsche Kinemathek hat eine neue Website freigeschaltet, die über die Bestände des Archivs der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin (DFFB) informiert. Eine Auswahl von Dokumenten zur Filmgeschichte ist online verfügbar.

Architektur-Kopien: Ein Alpendorf in China
Der Pariser Eiffelturm, die Londoner Tower Bridge oder die Innenstadt von Hannover: In China kopieren Städteplaner die Wahrzeichen oder sogar ganze Straßenzüge europäischer Städte. 2012 wurde der komplette Ortskern des österreichischen Dorfs Hallstatt in der chinesischen Provinz Guangdong nachgebaut. Was bedeuten die Kopien für ihre Originale, fragt iRights.Autor-Georg Fischer. 

Serie

Zur Reihe: Datenschutz für Webseiten

Tipps und Muster-Erklärungen für Webseitenbetreiber gibt unsere Reihe Datenschutz für Webseiten zusammen mit dem Verein Seitenstark. Einen Schwerpunkt bilden Webseiten, die sich an Kinder richten. Bislang erschienen:

• Sieben goldene Regeln des Datenschutzes

• Datenschutz- und Einwilligungserklärungen, AGB und Impressumspflicht

• Aufbau einer einfachen Datenschutzerklärung

• Chats, Foren und Gästebücher

• Was muss bei Online-Umfragen beachtet werden?

Save the Date: Konferenz „Zugang gestalten!“ am 17./18.11.2016 in Berlin

In eigener Sache: Die internationale Konferenzreihe „Zugang gestalten!“ befasst sich mit der Digitalisierung in Bibliotheken, Museen, Archiven und anderen Gedächtnis­organisationen. Die sechste Ausgabe findet am 17. und 18. November im Hamburger Bahnhof Berlin statt.

Publikation

Das Netz – Jahresrückblick 2015/2016
Weiterhin können Sie unseren Jahresrückblick erwerben, der die Digitalisierung in Politik, Wirtschaft und Kultur und die Entwicklungen des Jahres betrachtet. Mehr unter irights-media.deOder einfach lesen unter dasnetz.online.

Veranstaltungen

iRights.info-Herausgeber Matthias Spielkamp führt am Sonntag, den 3. April um 15 Uhr durch die Ausstellung „Nervöse Systeme. Quantifiziertes Leben und die soziale Frage. Sie behandelt vom 11. März bis 9. Mai im Haus der Kulturen der Welt Berlin die „Verschränkungen und Verkehrungen im Verhältnis von Mensch und Maschine“.  

Um „Forschungsdaten in bester Lage. Nutzungsszenarien und Perspektiven digitaler Forschungsinfrastrukturen“ geht es am 5. und 6. April bei der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften. Der Workshop richtet sich an Betreiber und NutzerInnen digitaler Foschungsinfrastrukturen. Paul Klimpel von iRights.Law informiert über Rechteklärung und Lizenzen.

Am 7. April nimmt Paul Klimpel als Experte an einer öffentlichen Anhörung des Landtags NRW in Düsseldorf teil. Thema ist „Den Reichtum unserer Museen in Nordrhein-Westfalen durch Digitalisierung besser sichtbar machen – praxistaugliches Urheberrecht zur Digitalisierung von Museumsbeständen einführen!“

Zum Speyerer Forum zur digitalen Lebenswelt lädt die dortige Universität für Verwaltungswissenschaften am 7. und 8. April. Philipp Otto von iRights.info ist als Referent dabei und spricht über „Leben im Datenraum“.

Die Servicestelle Digitalisierung Berlin führt am 14. April 2016 einen Workshop zu rechtlichen Fragestellungen bei Digitalisierungsprojekten durch. John H. Weitzmann und Paul Klimpel von iRights.Law geben eine Einführung für Mitarbeiter von Kulturinstitutionen zu den Themen Urheber- und Leistungsschutzrechte.

Am 14. - 15. April findet in Berlin der 15. @kit-Kongress des Bayreuther Arbeitskreises für Informationstechnologie – Neue Medien – Recht e.V. (AKIT) statt. Das Motto ist „Internet und Recht und Freiheit“. Till Kreutzer von iRights.Law diskutiert mit Martin Schaefer über den Weg zum „richtigen Urheberrecht“. 

Die Frühjahrstagung 2016 des Vereins für Medieninformation und –dokumentation" (vfm e. V.) findet am 25. bis 27. April in Saarbrücken statt. Till Kreutzer von iRights.Law spricht dort über Online-Rundfunkarchive aus rechtlicher Sicht

Anderswo im Web 

Bei den Paris-Anschlägen haben die Täter sogenannte Burner Phones benutzt – das sind Telefone, die nur einmal benutzt werden und dann weggeschmissen. Verschlüsselte E-Mails oder Messenger haben dagegen keine Rolle gespielt, schreibt Ars Technica unter Berufung auf die New York Times.

Apple Music versus Spotify: Während der Streamingdienst Spotify  Algorithmen nutzt (mithilfe anonymer Hipster), um seinen Nutzern neue Musik zu empfehlen, setzt der Konkurrent Apple Music auf handgeklöppelte Empfehlungslisten von echten MenschenMusikjournalisten, Radio-DJs, Produzenten. Stephen Levy von Backchannel ist jedenfalls begeistert. 

Die Sendung „Essay und Diskurs“ im Deutschlandfunk befasst sich mit der digitalen Zukunft der Arbeit. Es geht um Crowdworking und „Die App als Arbeitgeber“, Industrie 4.0, dem Verhältnis zwischen Mensch und Maschine und um vieles mehr. 

Nur „Gefällt mir“ war gestern: Facebook hat mit der Einführung der „Reactions“ die Anzahl erlaubter Gefühle in seinem sozialen Netzwerk auf sechs erhöht, schreibt Rob Horning in The New Inquiry und spekuliert über die Folgen. „Unsere standardisierten Reaktion auf Inhalte sind dazu bestimmt, uns maschinenlesbar zu machen“.

Die Videokünstlerin Isabelle Arvers arbeitet an einem Machinima-Dokumentarfilm über das Flüchtlingslager von Calais, auch unter dem Namen „Der Jungle“ bekannt. Machinima nutzen die Engine von Computerspielen, um damit eigene Geschichten zu erzählen. Bei Makery.info beschreibt Arvers ihren Arbeitsprozess und zeigt Ausschnitte.

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Wenn Sie Hinweise auf Veranstaltungen, Texte und Veröffentlichungen zum Thema „Urheberrecht und kreatives Schaffen in der digitalen Welt” haben, freuen wir uns auf E-Mails an post@irights.info. 

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Headerbild: Ryan McGuire, CC0 via gratisography.com

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