iRights.info-Newsletter vom 26. Februar 2016

Liebe Leserinnen und Leser, 

der Begriff „Blockchain“ ist gerade in aller Munde, aber was genau war das doch gleich? iRights.info berichtet, wie Entwickler und Start-ups mit der Technik „schlaue“ Verträge entwerfen wollen – und darüber, welche rechtlichen und politischen Fragen sich damit verbinden. 

Achtung, sie sind überall. Und in der öffentlichen Wahrnehmung sind sie hier und da zum Sinnbild einer unheimlichen Macht geworden. Die Rede ist von Algorithmen. Warum sie sich auch mit weniger Drama betrachten lassen, finden Sie ebenfalls in diesem Newsletter. Außerdem stellen wir Ihnen die Band Public Service Broadcasting vor, die zwar nicht singt, aber dafür Archive durch Samples sprechen lässt.

Mit bestem Gruß aus der iRights.info-Redaktion,
David Pachali

Neu bei iRights.info 

Schlaue Verträge: Blockchain-Technologie beflügelt die Entwickler-Phantasien
Blockchain ist eine im Netz verteilte Datenbank, die auch hinter der digitalen Währung Bitcoin steckt. Derzeit sprudeln Entwickler und Start-ups vor neuen Anwendungsideen, zum Beispiel für „Smart Contracts“. Noch ist aber offen, was davon Wirklichkeit wird und sich auch rechtlich bewährt.

Die Euphorie des NASA-Ingenieurs: Der Sample-Pop von „Public Service Broadcasting“
Die britische Band „Public Service Broadcasting“ verzichtet auf eigene Texte, hat aber dennoch viel zu sagen. Dafür nutzt sie ausschließlich Samples aus Audio- und Video-Archiven ein. Über ihre Motive und Arbeitsweise sprachen wir mit Bandleader J. Willgoose Esq.

Algorithmen? Keine Panik!
Algorithmen
prägen immer stärker unser Leben. Doch wo sie zu einer dunklen Macht erklärt werden, die uns beherrschen würde, wird an einem neuen Mythos gestrickt, schreibt Frederike Kaltheuner. 

Das Patriarchat beobachtet uns
Ende der 1990er Jahre bedeutete das Internet für viele Mädchen und Frauen Freiheit – vor den Erwartungen und Vorschriften, wie man als Frau zu sein hat. Diese Hoffnung ist geplatzt, so die Journalistin Laurie Penny.

Bundestag: Arbeiten der Wissenschaftlichen Dienste werden verfügbar
Es geht doch: Der Bundestag veröffentlicht ab sofort Arbeiten der Wissenschaftlichen Dienste. Zwei Lektüretipps zu Urheberrecht und Open Access.

Kathrin Röggla: Teilhabe ja, Freibier nein
Die Vizepräsidentin der Akademie der Künste, Kathrin Röggla, will eine Bewusstseinsänderung bei Urheberrecht und Digitalisierung. 

Was eine Bildungsschranke leisten müsste: Vier Grundsätze
Lehrende sollten keine Urheberrechtsexperten werden müssen, um unterrichten zu können. Ausnahmeregelungen für die Bildung sollten daher europaweit gelten, klar gestaltet, technologieneutral formuliert und nicht allein auf bestimmte Einrichtungen beschränkt sein, fordert Adam Karpiński.

Der Buchmarkt im Schatten der Content-Mauer
Es fehlt nicht an Büchern, sondern an Lesern. Nach Schätzungen kommen auf gieie von angestammten Verlagen veröffentlichten Titel noch einmal ebensoviele von Selfpublishern. Branchenexperte Porter Anderson resümiert die Entwicklungen im Buchmarkt

Eigentum an Metadaten?
Metadaten – also Daten, die der Beschreibung von Werken, Ressourcen und anderen Objekten dienen – sind für die Bestände von Bibliotheken, Archiven und Museen zentral. Paul Klimpel gibt einen Überblick, welche dieser Daten unter welchen Bedingungen geschützt sein können.

Sinfonieorchester mit digitalem Geschäftsmodell
Kultur erfolgreich im Internet vermarkten? Ein schwieriges Thema. Doch dem digitalen Konzertsaal der Berliner Philharmoniker gelingt dies mit großem Erfolg. 

Serie

Zur Reihe: Datenschutz für Webseiten

Tipps und Muster-Erklärungen für Webseitenbetreiber gibt unsere Reihe Datenschutz für Webseiten zusammen mit dem Verein Seitenstark. Einen Schwerpunkt bilden Webseiten, die sich an Kinder richten. Bislang erschienen:

• Sieben goldene Regeln des Datenschutzes

• Datenschutz- und Einwilligungserklärungen, AGB und Impressumspflicht

• Aufbau einer einfachen Datenschutzerklärung

• Chats, Foren und Gästebücher

Publikation

Das Netz – Jahresrückblick 2015/2016
Weiterhin können Sie unseren Jahresrückblick erwerben, der die Digitalisierung in Politik, Wirtschaft und Kultur und die Entwicklungen des Jahres betrachtet. Mehr unter irights-media.deOder einfach lesen unter dasnetz.online.

Veranstaltungen

Am 28. und 29. Februar 2016 gibt es das OERcamp 2016 – Open Educational Resources in der Praxis. Es findet statt im Jugendkulturzentrum PUMPE in Berlin Mitte. Am 29.2. spricht Matthias Spielkamp um 14.15 Uhr zum Thema „Bereits veröffentlichte wissenschaftliche Beiträge befreien“. 

Vom 1. bis zum 6. März findet das Internet Freedom Festival in Valencia, Spanien, statt. Matthias Spielkamp spricht in diesem Rahmen am Freitag, dem 4. März um 12 Uhr unter dem Titel „What freedom lovers need to know about Internet governance“

Das Logan Symposium des Centre for Investigative Journalism am 11. und am 12. März 2016 befasst sich mit Überwachung, Geheimnissen und Zensur. Am 12. März ab 15.30 wird Matthias Spielkamp dort auf dem Podium Difficult Targets vertreten sein; es geht um die Massenüberwachung durch die Geheimdienste.

Das Wirtschaftsministerium lädt auf der CeBIT zum Forum über den „Kosmos der Möglichkeiten zukünftiger Smart-Data-Entwicklung“. Auf dem Podium diskutieren Peter Liggesmeyer (GI), Peter Schaar (EAID), Lena-Sophie Müller (D21), Susanne Dehmel (Bitkom) und Philipp Otto (iRights.info) am 16. März um 10.20 Uhr in Halle 6, Stand C38.

Zur Buchmesse veranstaltet die Leipziger Autorenrunde am 19. März ein Tischgespräch mit Hanka Holzapfel und Valie Djordjevic über „Freie Inhalte - wann und warum sie für Autoren sinnvoll sein können“. Von 13.00-14.30 Uhr im Congress Center Leipzig (CCL).

Zum Speyerer Forum zur digitalen Lebenswelt lädt die dortige Universität für Verwaltungswissenschaften am 7. und 8. April, auch Philipp Otto von iRights.info ist dort und spricht über „Leben im Datenraum“.

Anderswo im Web 

Bots sind Algorithmen, Bots sind nützlich, Bots sind gefährlich. In seinem „Botifesto“ trägt ein Autorenkollektiv zusammen, was „semi-autonome Systeme“ bereits in Journalismus, Kunst, Politik und anderen Bereichen leisten, welche Risiken sie sehen und welche Regeln für Bots gelten sollten.

Über die geplante Novellierung des Urheberrechts zu einer „Bildungs- Wissenschaftsschranke“ tauschte sich Ende Januar eine Tagung in Hannover aus. Videoaufzeichnungen der Vorträge sind jetzt beim Institut für Rechtsinformatik online.

Weshalb die Künstler Nora Al-Badri und Jan Nikolai Nelles die Büste der Nofretete als 3D-Modell gescannt haben und die Daten als Torrent-Datei im Netz verbreiten, lässt sich bei Hyperallergic nachlesen.

Snapchat soll das neue Ding für den Online-Journalismus sein, sagen viele. Vor allem Teenager nutzen den Dienst. Und so hat Buzzfeed-Autor Ben Rosen (29) Unterricht bei seiner 13-jährigen Schwester genommen, um zu lernen, wie man richtig snapchattet

Kanadische Forscher wollen ein Verfahren entwickelt haben, mit dem sie aufdecken können, dass jemand einen geografischen Standort vortäuscht. Wer mittels „IP-Spoofing“ Geoblocking umgehen will, muss vielleicht bald damit rechnen, seinerseits umgangen zu werden. Mehr bei Golem.de.

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Headerbild: Playground Blocks, CC BY Steven Snodgrass (Ausschnitt)

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