iRights.info-Newsletter vom 29. Januar 2016

Liebe Leserinnen und Leser, 

zusammen mit dem Verein Seitenstark haben wir eine neue Service-Reihe gestartet: Datenschutz für Webseiten. Sie informiert darüber, was Webseiten-Betreiber beachten sollten – besonders, wenn sich die Angebote an Kinder richten. Die ersten zwei Texte stellen sieben goldene Regeln vor und erläutern, was hinter den ganzen Erklärungen steckt, die sich auf Webseiten tummeln: Impressum, Datenschutzerklärung, Einwilligungserklärung, AGB und mehr. 

Zugleich sind unsere Daten Wirtschaftsgut geworden: Sie preiszugeben, kann durchaus rational sein, so die Ökonomin Nicola Jentzsch. Auch die heutige Sharing Economy ist erst mit der Verfügbarkeit vieler Datenbestände möglich geworden. Der Wirtschaftswissenschaftler Justus Haucap verteidigt Ihre Chancen. 

Viel Spaß beim Lesen und schöne Grüße aus der iRights.info-Redaktion,

Valie Djordjevic

Neu bei iRights.info 

Datenschutz für Webseiten: Sieben goldene Regeln des Datenschutzes
Jan Schallaböck, Anwalt bei iRights.Law, behandelt die Frage, welche Grundgedanken hinter den Anforderungen stehen, die der Datenschutz an Seitenbetreiber stellt. Sieben goldene Regeln helfen beim Verständnis und bieten Orientierung.

Datenschutz für Webseiten: Datenschutz- und Einwilligungserklärungen, AGB und Impressumspflicht
Impressum und Datenschutzerklärung, Einwilligungserklärung, Allgemeine Geschäftsbedingungen (AGB) und Nutzungsbedingungen: Welcher Baustein für Webseiten leistet was und empfiehlt sich für Regelungen zum Datenschutz?

Fünf unfassbare Dinge, die Lehrende nach geltendem Urheberrecht nicht tun dürfen
Der Flickenteppich an urheberrechtlichen Ausnahmeregelungen in Europa kann für Lehrkräfte zu absurden Situationen führen, wenn sie urheberrechtlich geschützte Werke im Unterricht verwenden wollen. Das Forschernetzwerk Communia hat Beispiele zusammengetragen, an denen Urheberrecht und Unterricht nicht zusammenkommen. Weinen (oder lachen) Sie mit. 

Zwischensieg für Youtube im GEMA-Streit, Streit hält an
Am Oberlandesgericht München ist die GEMA mit einem neuen Anlauf gescheitert, Youtube zur Zahlung von Schadensersatz verurteilen zu lassen. Für Nutzer ändert sich erst einmal nichts.

Digitale Wirtschaft und Privatsphäre: Der Preis der Personalisierung
Viele Nutzer sagen, sie sorgen sich um ihre Privatsphäre – um sie für den nächstbesten Rabatt scheinbar preiszugeben. Nicola Jentzsch forscht zum Thema Ökonomie der Privatsphäre und hat sich diesen Widerspruch genauer angesehen. 

Netzforscher untersuchen Geoblocking – und wie Nutzer es umgehen
Das Amsterdamer Institute of Network Cultures hat einen Sammelband zu „Geoblocking and Global Video Culture“ veröffentlicht. Er verspricht eine „kritische und eklektische Diskussion der sich wandelnden kulturellen Geographie des Internets“.

IP-Klausel“: Facebook droht Ordnungsstrafe wegen Rechteübertragung
Nicht nur Facebooks „Freundefinder“, auch die weit gehende Rechteübertragung an das soziale Netzwerk wird von Verbraucherschützern moniert. Sie wollen den Dienst nun zu einer Ordnungsstrafe verdonnern lassen.

Der Kampf gegen Hassrede ist nicht zu gewinnen, aber muss geführt werden
Der Linguist Anatol Stefanowitsch konstatiert, dass in sozialen Netzwerken Hatespeech fast schon omnipräsent ist. Die Gegenstrategien sind vielfältig, werfen neue Probleme auf und werden die Hassrede nie ganz unterbinden. Dennoch bleiben sie notwendig. 

Im Krieg der Werbeblocker
Der Streit um Werbeblocker hat sich zugespitzt: Sie haben die mobilen Geräte erreicht, mit technischem Wettrüsten und vor Gericht tobt der Kampf zwischen Blockern, Medienhäusern und Werbewirtschaft. Geschlossene Plattformen wie Facebook sind bislang der lachende Dritte.  

Internet in Flüchtlingsheimen: Kein Anschluss unter dieser Nummer
Jobbörsen, Übersetzungs-Tools und WG-Vermittler: Es gibt viele Hilfsangebote für Flüchtlinge im Internet. Das Problem: Viele Bewohner in Flüchtlingsunterkünften haben keinen Zugriff auf das Netz. Als Hürde erweist sich dabei die Störerhaftung.

Ägypten: Was von der Revolution bleibt
Knapp fünf Jahre nach dem Sturz des ägyptischen Staatspräsidenten Husni Mubarak ist das Land wieder in den Händen des Militärs. Überbleibsel der „Generation Tahrir“ gibt es aber noch: Die neue ägyptische Start-up-Kultur hat erstaunlich viel mit der Revolution zu tun.

Sharing Economy: Die Chancen nicht vergeben
Uber, Airbnb, Carsharing – Unternehmen der Sharing Economy boomen. Doch es mehren sich kritische Stimmen – aus vielen Gründen. Dabei ist das Teilen von Ressourcen schon länger üblich und gut für die Wirtschaft, die Umwelt und den Verbraucher, meint Wirtschaftswissenschaftler Justus Haucap. 

Genderforschung: Warum Ihre Tochter Minecraft spielen sollte
Rey Junco, Soziologe und Pädagoge an der Iowa State University meint, Kinder dürfen ruhig mal länger vor dem Bildschirm sitzen – zumindest solange sie dabei gegen Geschlechterstereotypen kämpfen. Und Minecraft ist dafür genau das richtige Spiel. 

Publikationen

Das Netz 2015/2016

Das Netz – Jahresrückblick 2015/2016
Weiterhin können Sie unseren neuen Jahresrückblick erwerben – oder einfach lesen: In Analysen, Berichten und Interviews geht es um die Veränderungen durch die Digitalisierung in Politik, Wirtschaft und Kultur und die Entwicklungen des Jahres. Kauflinks und Inhaltsverzeichnis unter irights-media.de. Alle Texte können auch unter dasnetz.online gelesen werden.

Veranstaltungen

Am heutigen 29. Januar stellt EU-Justizkabinettsleiterin Renate Nikolay in der Factory Berlin den aktuellen Stand zum Thema Die neue EU-Datenschutz- Grundverordnung – ausreichend innovativ für unsere Geschäftsmodelle? vor. 

Am 11. Februar veranstaltet der Bundesverband der Deutschen Industrie eine Tagung unter dem Titel „Digitale Wirtschaft – analoges Recht?“. Mit dabei auch Philipp Otto von iRights.info, beim Panel „Geistiges Eigentum im digitalen Zeitalter“. Die Veranstalter bitten um Anmeldung.  

Am 17. Februar referiert Paul Klimpel zum Thema Rechtliche Aspekte im Museum in Stuttgart beim „Open up! Museum“-Workshop. Um Anmeldung bis zum 12. Februar 2016 wird gebeten.

Ebenfalls am 17. Februar findet in Berlin bei Wikimedia Deutschland eine Diskussion über die Fragmentierung des Internets mit William Drake (Universität Zürich) und Stefan Heumann (Stiftung Neue Verantwortung) statt. 

Am 28. und 29. Februar 2016 gibt es das OERcamp 2016 – Open Educational Resources in der Praxis. Sie findet statt im Jugendkulturzentrum PUMPE in Berlin Mitte. Am 29.2. spricht Matthias Spielkamp um 14.15 h zum Thema „Bereits veröffentlichte wissenschaftliche Beiträge befreien“. 

Das Logan Symposium des Centre for Investigative Journalism befasst sich mit Überwachung, Geheimnissen und Zensur. Am 12. Februar wird Matthias Spielkamp dort auf dem Podium Difficult Targets (15.30 h) vertreten sein, dort geht es um die Massenüberwachung durch die Geheimdienste.

Anderswo im Web 

Rob Horning stellt in The New Inquiry die These auf, dass es die Grundlage für Facebooks Geschäftsmodell ist, eindimensionale Feedbackmöglichkeiten („Like!“) anzubieten und so Nutzer zu eindimensionalem Verhalten zu erziehen.

Schwarmverhalten, Herdentrieb, Lynchjustiz: Die BiTS-Reihe auf ARTE erklärt mit vielen schönen Filmclips und popkulturellen Verweisen, was ein Shitstorm ist und welche Mechanismen hinter ihm stecken (Video, ca. 11 Minuten). 

Achtung, Sie wurden gehackt! Wir sagen aber nicht, von wem. So beschreibt Kai Biermann bei Zeit Online die Position von Twitter zum Verdacht, dass einige Twitterkonten kompromittiert wurden und entwirft drei mögliche Szenarien. 

Eine Studie der Universität Pittsburgh hat herausgefunden: Wer zu viel in sozialen Netzwerken herumhängt, schläft schlechter. Ein Grund mehr, das Smartphone nicht mit ins Bett zu nehmen.

Mike Hearn beschreibt in seinem Beitrag für Medium, weshalb er meint, dass das Bitcoin-Experiment gescheitert ist: „weil die Community gescheitert ist“, sagt er und analysiert die verschiedenen strukturellen Probleme. 

Wenn Männer technische Geräte für Frauen entwerfen, kann eigentlich nur Schmarrn rauskommen, oder? Einige Beispiele sammelt Catch News: Ein Büstenhalter, der twittert; ein Schwangerschaftstest, der per Bluetooth kommuniziert und meldet, wenn in der Nähe eine andere Frau ebenfalls schwanger ist; oder den Intravaginal-Lautsprecher für die vorgeburtliche Babybeschallung. 

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Wenn Sie Hinweise auf Veranstaltungen, Texte und Veröffentlichungen zum Thema „Urheberrecht und kreatives Schaffen in der digitalen Welt” haben, freuen wir uns auf E-Mails an post@irights.info. 

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Headerbild: CapturequeenCC BY.

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