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iRights.info-Newsletter im Oktober 2020
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Liebe Leserinnen und Leser,
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die Konferenz Zugang gestalten! widmet sich seit zehn Jahren so engagiert wie nachhaltig den Herausforderungen, denen Kulturerbe-Enrichtungen und Gedächtnis-Institutionen im Zuge der Digitalisierung gegenüberstehen. Aufgrund der Corona-Pandemie findet die Jubiläumsausgabe online statt und änderten die veranstaltenden Einrichtungen und Organisationen, darunter auch iRights.info, das Schwerpunktthema. Was am 29. und 30. Oktober unter der Überschrift „Innovationsschub“ diskutiert wird und einen Rückblick auf die Geschichte der Konferenz lesen Sie nachfolgend. Dazu passend setzen wir unsere lose Reihe zu Open Access bei Wissenschaftspublikationen fort und legen Ihnen die „kleine Rechtsfibel“ für Kukturerbe-Einrichtungen von Zugang gestalten!-Leiter Paul Klimpel ans Herz.
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Zudem haben wir für Sie schon mal den vor ein paar Tagen veröffentlichten Entwurf des BMJV für die nächste große Urheberrechtsrefom näher betrachtet und blicken mit einem zweiteiligen Artikel auf den immer härter geführten Kampf um Cookies und Datenschutz. Außerdem, wie immer, bekommen Sie Hinweise auf neue Publikationen, empfehlenswerte Veranstaltungen und interessante Artikel im Web, etwa zu OER-Fundgruben und 3D-Exponaten im virtuellen Museum.
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Wir wünschen Ihnen viel Freude beim Lesen und verbleiben mit den besten Grüßen aus der iRights.info-Redaktion,
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Henry Steinhau und Georg Fischer
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P.S.: Wenn Sie Ideen haben, Fragen stellen wollen oder uns einfach nur Feedback geben möchten, freuen wir uns auf E-Mails an redaktion@irights.info. Sie können uns natürlich auch auf Facebook oder Twitter schreiben. Die Links finden Sie ganz unten am Ende dieses Newsletters.
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Inhalt
- Neues bei iRights.info
- Neue Publikationen
- Partnerprojekte
- Online-Veranstaltungstipps
- Webschau
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Neues bei iRights.info
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Die Verfügbarkeit der Bilder prägt unser Geschichtsbild
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Das kulturelle Gedächtnis einer Gesellschaft basiert auf Werken, die frei zugänglich sind. Doch beim Online-Stellen ihrer Bestände stehen deutschen Kulturerbeeinrichtungen urheberrechtliche Normen im Weg. US-amerikanische Regelungen, wie Abschnitt 105 des US Copyright Acts, erlauben einen flexibleren Umgang mit kulturellem Erbe – und das wirkt sich auf unser Geschichtsbild aus.
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Wie ein faires Publikationssystem für die Wissenschaft aussehen sollte
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Der Ausbau von Open Access ist die richtige Richtung, darf aber nicht zu Lasten schlechter gestellter Universitäten und prekär beschäftigter Wissenschaftler*innen gehen, findet die Philosophin Amrei Bahr. Ihr Appell: Das Renommee etablierter Verlage stärker hinterfragen und eigene Strukturen aufbauen.
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Zehn Jahre „Zugang gestalten!“ – Zehn Jahre Engagement für das kulturelle Erbe
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In diesem Jahr findet die jährliche „Zugang gestalten!“-Konferenz komplett digital statt. Ein kurzer Rückblick zeigt: Die Digitalisierung bietet eine Menge Chancen für die Öffnung des kulturellen Erbes. Es gilt, sie zu erkennen und zu nutzen.
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Referentenentwurf des BMJV leitet entscheidende Phase für umfassende Urheberrechtsreform ein
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Mit dem Referentenentwurf des BMJV geht die Umsetzung der EU-Urheberrechtsrichtlinie in die entscheidende Phase. Das umfassende Reformpaket bietet in brisanten Fragen – Leistungsschutzrecht, Uploadfilter – neue „Kompromisslösungen“. Nun kommt es auch auf die öffentliche Diskussion an.
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Musik im Wahlkampf – was geht, was geht nicht?
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Neil Young verklagt derzeit Donald Trump, weil der seine Musik auf Wahlkampfveranstaltungen spielt. Young will nicht, dass Trump seine Musik politisch vereinnahmt – wie viele andere Musiker auch. Fabian Rack hat sich die Rechtslage in den USA und in Deutschland angesehen.
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Der Kampf um die Cookies: Teil 1 – Einblick in die Tracking-Industrie
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Der Bundesgerichtshof hat einen deutschen Sonderweg beim Datenschutz beendet und die Werbeindustrie kämpft mit den neuen Regeln beim Tracking. In einer zweiteiligen Serie erklärt Torsten Kleinz, wie Tracking-Firmen Cookies einsetzen und weshalb die kleinen Dateien so umkämpft sind.
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Der Kampf um die Cookies: Teil 2 – Wie sich die Tracking-Industrie entwickelt
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Der Kampf um Cookies ist ein Kampf um die Vormacht im Web. Die Werbewirtschaft ringt mit neuen Datenschutz-Gesetzen und den großen US-Plattformen. Daneben entdecken auch Verlage neue Wege ohne Tracking, wie Torsten Kleinz im zweiten Teil seiner Cookie-Serie erläutert.
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EuGH-Generalanwalt empfiehlt Erlaubnis von Framing, nicht aber von Inline-Linking
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Sind Einbettungen urheberrechtlich geschützter Inhalte erlaubt? Ja, so ein Gutachten des Generalanwalts Szpunar vom Europäischen Gerichtshof – aber nur, wenn die Inhalte für die Anzeige angeklickt werden müssen.
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Die „dunklen Seiten des Urheberrechts“ – ein Buch als Streitschrift über UbuWeb und Schattenarchive
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Das UbuWeb sammelt, kuratiert, zeigt und bewahrt obskure oder nicht mehr erhältliche Kunstwerke – oft ungeachtet erforderlicher urheberrechtlicher Erlaubnisse. Warum und wie er dieses „Schattenarchiv“ betreibt, legt dessen Begründer in einem Buch dar. Georg Fischer hat es gelesen.
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Neue Publikationen
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Neue Rechtsfibel unterstützt Kulturerbe-Einrichtungen bei der Digitalisierung
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Das neue Buch „Kulturelles Erbe digital“ wendet sich an Museen, Archive und Bibliotheken sowie Sammlungen, Kunst- und Kulturinstitutionen. Es behandelt Fragen zu Urheberrecht und Lizenzen, Persönlichkeitsrecht und Datenschutz, zur Online-Präsentation von Digitalisaten und zur Archivierung. Den zahlreichen Einrichtungen und Akteur*innen, zumeist im öffentlichen Auftrag handelnd, will die „kleine Rechtsfibel“ ebenso verständlich wie pragmatisch unter die Arme greifen und etwaigen Unsicherheiten kompakt begegnen. Mehr noch: die Handreichung will Mitarbeiter*innen in Kultur(-erbe)einrichtungen ermutigen, sich mit den rechtlichen Fragen bei der Digitalisierung auseinanderzusetzen. Besonderes Augenmerk richtet der Autor Paul Klimpel, Anwalt bei iRights.Law, auf die richtigen Auszeichnungen von Digitalisaten.
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Internetfreiheit bleibt hart umkämpft. iRights.Lab verfasst Länderbericht Deutschland für den Freedom on the Net Report 2020
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Gesetze gegen Hasskriminalität im Internet, neue Regeln für Online-Medien und mehr Überwachungssoftware: Das Jahr brachte viele Veränderungen für Deutschlands Internetfreiheit. Das iRights.Lab hat erneut den Landesbericht Deutschland für den alljährlichen ,,Freedom on the Net Report“ verfasst und die aktuellen Entwicklungen in den Blick genommen. Die amerikanische Organisation Freedom House trägt seit 2009 jährlich die Entwicklungen der weltweiten Internetregulierung und Nutzer*innenrechte zusammen. Der internationale Bericht erfasst 65 Staaten auf einer Skala von 0 (nicht frei) bis 100 (uneingeschränkt frei) anhand der drei Kriterien Zugangsbeschränkungen, Kontrolle der Inhalte und Informationsfreiheit im Internet. Deutschlands Wertung hält sich dieses Jahr bei 80 Punkten. Im Report wird analysiert, wie staatliche und nichtstaatliche Akteure die Corona-Pandemie nutzen, um Narrative zu manipulieren, kritische Rede zu zensieren und Grundlagen für Überwachungsgesellschaften zu schaffen.
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Partnerprojekte: Mobilsicher App-Check
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Mit dem Mobilsicher App-Check ging kürzlich ein Testsystem für Smartphone-Apps online. Es überprüft größtenteils automatisiert, welche Internetadressen Apps im laufenden Betrieb kontaktieren und welche persönlichen Daten sie dabei erheben und übermitteln. Zudem umfasst der Test die Zugriffsrechte (App-Berechtigungen) und einige grundlegende Sicherheitsmerkmale. Die Ergebnisse aus diesen Analysen sind unter appcheck.mobilsicher.de veröffentlicht. Derzeit sind knapp 29.000 Apps erfasst, die auf Smartphones mit Betriebssystem Android laufen; die Datenbank befindet sich im Aufbau und wird stetig erweitert. Es gibt zahlreiche Suchfilter, etwa nach Drittanbietern und nach App-Eigenschaften, wie Berechtigungen oder Art der übertragenen Daten. Der App-Check ist ein Kooperationsprojekt der gemeinnützigen Vereine iRights e.V. und Institut für Technik und Journalismus e.V. in Berlin, finanziert durch eine Förderung des Bundesministeriums der Justiz und für Verbraucherschutz.
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Online-Veranstaltungstipps
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Zugang gestalten in diesem Jahr als Online-Konferenz – vom 29. bis 30. Oktober mit dem Leitthema: „Innovationsschub“
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„Zugang gestalten!“ ist eine jährlich stattfindende Konferenz, die sich mit den Auswirkungen der Digitalisierung auf den Zugang zum kulturellen Erbe beschäftigt. In diesem Jahr findet sie vom 29.-30. Oktober als Online-Konferenz statt. Infolge der Corona-Krise und der Absage vieler Konferenzen änderten die Veranstalter*innen – darunter mehrere Museen, Einrichtungen des kulturellen Erbes sowie iRights.info – das Format und den inhaltlichen Schwerpunkt. Das Leitthema lautet „Innovationsschub“, das Konferenzprogramm sieht vier inhaltliche Blöcke vor, und zwar zu Innovationen, Gemeinfreiheit, Urheberrecht und Datenschutz. Während der zwei Tage soll gemeinsam reflektiert werden, welche neuen Wege viele Institutionen und Initiativen in diesem Jahr gehen mussten, da der Kontakt zu anderen meist nur online möglich war. Mehr Informationen und Online-Anmeldung unter zugang-gestalten.org.
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Interdisziplinäre Konferenz diskutiert Wege zu einer gemeinwohlorientierten Technikentwicklung europäischer Prägung
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Im Mittelpunkt der kommenden Jahreskonferenz von „Forum Privatheit“ am 12. und 13. November steht die Frage, wie die Europäische Union und Deutschland einen „europäischen Weg“ für eine gemeinwohlorientierte Technikentwicklung europäischer Prägung voranbringen kann. Er soll „die Idee eines freien Digitalmarktes mit demokratischen Werten und Grundrechten in Einklang bringen“ und „eine Alternative zu einem rein profitorientierten Digitalkapitalismus weltweit dominanter US-amerikanischer IT-Firmen und dem totalitären Digitalautoritarismus chinesischer Spielart“ bieten. Die zweitägige Konferenz des Forschungsverbunds „Forum Privatheit“ will Gestaltungsanregungen für Technik, Recht, Politik und Wirtschaft diskutieren.
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8. Urheberrechtskonferenz der Initiative Urheberrecht am 16. November in Berlin und Online
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Die 8. Urheberrechtskonferenz der Initiative Urheberrecht findet in diesem Jahr am 16. November sowohl als Präsenz-Veranstaltung als auch Online statt. Neben der Debatte über die Umsetzung der EU-Urheberrechtsrichtlinie (DSM-RL) soll es auch um Schritte zur Stabilisierung der beruflichen und sozialen Situation der professionellen Kreativen gehen, die durch die Corona-Krise zusätzliche Dringlichkeit erfahre. Dazu will die Konferenz der Initiative Urheberrecht Expert*innen aus der Urheberechtswissenschaft, Politiker*innen und Vertreter*innen aus allen betroffenen Gruppen sowie Urheber*innen und Künstler*innen zusammenbringen.
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Wenn Sie Hinweise auf Veranstaltungen, Texte und Veröffentlichungen zu den Themen Urheberrecht, Datenschutz, Digitalisierung und ähnlichem haben, freuen wir uns auf E-Mails an post@irights.info.
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Digitalisierte Kunstwerke frei lizenziert. Immer mehr Museen und Online-Sammlungen stellen Digitalisate von Kunstwerken zur freien Nutzung bereit und laden dazu ein, aus den offenen Daten neue Projekte zu erschaffen, auch für freie Bildungsmaterialien (Open Educational Resources, OER). Zudem wird der wachsende Fundus an frei lizenzierten digitalisierten Kunstwerken auch durch öffentliche Gelder gefördert, wie beim Kultur-Hackathon Coding da Vinci.
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Materialbibliothek und OER-Editor in einem. Die gemeinnützige Genossenschaft „Materialnetzwerk eG“ (MNWeG) stellt Lernenden und Lehrenden offen lizenzierte Lernmaterialien (OER) frei zur Verfügung. Zudem integriert sie in ihre Sammlung einen webbasierten Editor, über den Lernmaterialien konzipiert und ausgetauscht werden können, die laut MNWeG einheitlichen formalen und inhaltlichen Kriterien entsprechen.
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Virtuelles Museum mit 3D-Exponanten. Die Staatlichen Museen zu Berlin bieten seit kurzem einen virtuellen Rundgang durch eine Ausstellung, in dem zudem dreidimensionale, immersive Modelle zu sehen sind. Sie setzt auf die im März 2020 in der James-Simon-Galerie zu Ende gegangenen Ausstellung „Nah am Leben. 200 Jahre Gipsformerei“ auf. 20 Exponate lassen sich in einer besonders hochauflösenden 3D-Ansicht frei im virtuellen Raum drehen und begutachten. Dafür griffen die Beteiligten auf 3D-Laserscanning- und Photogrammetrie-Technologien zurück, textbasierte Hintergrundinformationen begleiten den immersiven 3D-Rundgang.
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Presseleistungsschutzrecht. In Frankreich bestätigte ein Berufungsgericht, dass Google mit den Verlagen darüber verhandeln muss, Gebühren für das Anzeigen von Artikel-Vorschauen zu zahlen. Vorangegangen war ein Verfahren, das die französische Wettbewerbsbehörde gegen den Suchmaschinenanbieter anstieß.
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Zitatrecht erneuern? Die restriktive Regelung beziehungsweise gerichtliche Auslegung des Zitatrechts in Deutschland mache es mittlerweile zu einfach, das Urheberrecht als Mittel der Kritikunterdrückung zum Einsatz zu bringen. Aus diesem Grund sei eine Flexibilisierung und Ausdehnung des Zitatrechts erforderlich oder die Aufnahme von „Kritik“ und „Rezension“ als Ausnahmetatbestand ins Urheberrecht zu schreiben. Dafür plädiert Leonard Dobusch in einem Beitrag für Netzpolitik.
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Verbesserte Google-Bildersuche. Wie Google auf dem eigenen Blog informiert, wurde die Bildersuche von Google verschlankt und in Kooperation mit Bildagenturen erneuert: Sie bietet nun einen einfach zu bedienenden Lizenzfilter, mit dem sich beispielsweise gezielt Creative Commons-lizenziertes Bildmaterial ausgeben lässt. Das Praktische an dem neuen Feature: Es zeigt die Lizenzinformationen an und gibt zudem Hinweise darüber, wie sich eine Nutzungserlaubnis für ein Bild einholen lässt beziehungsweise was es dabei zu beachten gilt. Zum Filter gelangt man über die Einstellung „Erweiterte Suche“, der auch in der mobilen Ansicht verfügbar ist.
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Unsichere Zukunft von Mozilla Firefox. Das Ringen um die Vorherrschaft im Netz zeigt sich auch im Angebot der Browser: Besonders dominant ist Google Chrome, der Anteil von Mozilla Firefox ist auf zehn Prozent gesunken, wie die Jungle World berichtet. Dabei finanziert sich die Entwicklung des Firefox auch noch indirekt über den Konkurrenten, denn Firefox bindet die Google-Suchleiste ein und erhält dafür Geld von Google. Nun hat Mozilla große Teile der Belegschaft entlassen, eine strategische Neuausrichtung scheint bevorzustehen.
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8. Screenshot von ubuweb.com
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