
Mit Facebook, MySpace und Co. ist es sehr einfach geworden, sich im Netz zu präsentieren. Mit wenigen Mausklicks kann man sich mit seinen Interessen und Vorlieben darstellen, kurze Updates über die täglichen Erlebnisse schicken und mit Freunden und Bekannten online in Kontakt bleiben, auch wenn sie tausende von Kilometern entfernt leben.
Die verschiedenen Netzwerke haben unterschiedliche Schwerpunkte: Anbieter wie Facebook, StudiVZ oder Wer-kennt-wen sprechen eher den Privatnutzer an (wobei die Grenzen zwischen privat und geschäftlich nicht immer ganz deutlich sind), XING oder LinkedIn versprechen den Aufbau eines Business-Netzwerks. Bei Diensten wie Flickr oder YouTube steht der Austausch von Fotos und Videos im Vordergrund – das soziale Netzwerk dient hier nicht in erster Linie der Selbstdarstellung und Kommunikation, sondern der Diskussion über das Hobby oder interessante Inhalte.
Dabei entstehen Gigabytes von Daten, die gesammelt und auch von den Anbietern verwertet werden. Denn die Nutzung der Dienste ist zwar in der Regel kostenlos, aber es sind kommerzielle Firmen, die diese Dienste anbieten, und sie wollen natürlich damit Geld verdienen. Das geschieht entweder dadurch, dass für Premium-Dienste bezahlt werden muss (z.B. bei Flickr oder stayfriends.de); meist aber verdienen soziale Netzwerke dadurch Geld, dass die Nutzer an ihre Interessen angepasste Werbung erhalten – entweder direkt oder über Anwendungen von Firmen, die bei den Diensten kleine Programme anbieten dürfen.
Wozu Datenschutz?
Wozu überhaupt Datenschutz? Ich hab doch nichts zu verbergen! So denken viele, aber es gibt ganz schnell Situationen, in denen man doch lieber Kontrolle darüber hätte, wer was mit den eigenen Daten machen darf und kann. Wenn nämlich einmal etwas im Internet veröffentlicht wurde, ist es sehr schwer, es wieder aus dem Netz zu entfernen. Das gilt für die Partyfotos, die auch der Chef sehen kann, die E-Mail-Adresse und Kontaktdaten, die zu unerwünschter Werbung führen können oder die private Adresse, die nun der Welt bekannt ist.
Privatsphäre in sozialen Netzwerken erscheint auf den ersten Blick als ein Widerspruch in sich: Um bei diesen Communities sinnvoll mitmachen zu können, muss man einiges von sich preisgeben. Das fängt mit dem Realnamen an und hört bei Wohnort, Beziehungsstatus und Lieblingsmusik noch lange nicht auf. Was helfen mir die besten Geschäftskontakte bei XING, wenn ich sie nicht ins reale Leben übertragen kann? Wozu melde ich mich bei Stayfriends.de an, wenn mich meine ehemaligen Schulkameraden nicht finden können?
Es gibt zwar Risiken im Umgang mit privaten Daten bei solchen Online-Gemeinschaften, aber das heißt nicht, dass man gar keine Netzwerke nutzen darf. Allerdings sollte man sich vorher gut überlegen, welche und wie viel Informationen man über die eigene Person preisgibt. Man sollte sich kundig machen, wie die Nutzungsbedingungen des Lieblingsanbieters lauten und dabei auf dem Laufenden bleiben, denn diese Bedingungen können sich ändern – nicht unbedingt zum Vorteil der Nutzer.
Worauf muss man achten, damit die Privatsphäre geschützt bleibt?
Wenn man soziale Netzwerke nutzt, sollte man folgende Punkte im Hinterkopf behalten:
All diese Punkte schauen wir uns im Folgenden genauer an, hauptsächlich an Beispielen aus Facebook und StudiVZ, da dies in Deutschland die größten Anbieter sind. Entsprechende Einstellungen lassen sich auch in anderen Diensten vornehmen.
Datensparsamkeit
Nicht bei jedem sozialen Netzwerk ist es notwendig, seinen vollen Namen, die Adresse und die Telefonnummer anzugeben. Hier empfiehlt es sich, selektiv mit den Angaben umzugehen. Bei den Netz-Gemeinschaften im engeren Sinn wird die Angabe des Namens und der Stadt, in der man wohnt, nicht zu umgehen sein: Man möchte ja schließlich gefunden werden. Außerdem verpflichtet man sich bei der Anmeldung, wenn man den allgemeinen Geschäftsbedingungen zugestimmt hat, in der Regel dazu, keine falschen Angaben zu machen – allerdings muss man auch nicht mehr als das Nötigste mitteilen. Mit Name, Geburtsdatum und E-Mail-Adresse ist man meistens dabei. Diese Angaben können nach der Anmeldung versteckt werden, so dass niemand sie sehen kann – diese Möglichkeit sollte man nutzen.
Vor allem mit Telefonnummern und Wohnadressen sollte man vorsichtig sein: Sind sie einmal in die Öffentlichkeit gelangt, wird es schwierig sein, sie wieder geheim zu machen. Das heißt nicht, dass es auf jeden Fall zu einem Problem werden muss, aber es kann: Beispielsweise können sich Kriminelle als jemand anderes ausgeben und diese geklaute Identität zu Straftaten benutzen – sogenannter Identitätsdiebstahl. Aber auch sonst möchte man vielleicht nicht der ganzen Welt verraten, wo man wohnt und wie man angerufen werden kann. Hier gilt auch: entweder gar nicht angeben oder verstecken.
Pseudonyme verwenden
Bestimmte Dienste sehen die Möglichkeit vor, ein Pseudonym zu verwenden. So ist es beispielsweise egal, ob man seine Flickr-Fotos unter dem eigenen Namen veröffentlicht oder nicht. Man muss sich zwar unter dem richtigen Namen bei Yahoo!, der Mutterfirma von Flickr anmelden, aber diese Identität wird nicht auf den eigentlichen Fotoseiten angezeigt. So hat zwar die Firma Yahoo! die richtige Identität (wenn man einen Pro-Account gekauft hat lässt sich das auch gar nicht vermeiden, da man ja funktionierende Zahlungsdaten angeben muss), veröffentlicht diese aber nicht. Die User von Flickr können sie somit nicht einsehen.
Auf der Pinnwand bei Facebook und StudiVZ können Freunde öffentliche Nachrichten hinterlassen (bei XING heißt es Gästebuch und ist etwas anders konzipiert). Hier sollte man darauf achten, dass keine privaten Daten gepostet werden, zum Beispiel Verabredungen mit Zeit und Ort. Es sei denn, man möchte, dass die ganze Freundesliste (oder je nach Einstellung alle Mitglieder des Netzwerks) erfährt, mit wem man wann ins Kino geht.
Grundlegende Maßnahmen
Grundlegende Vorsichtsmaßnahmen im Netz gelten auch bei den sozialen Netzwerken: ein sicheres Passwort wählen; sich ausloggen und private Daten löschen, wenn man einen öffentlichen Computer benutzt und dies nicht schon so voreingestellt ist. Beim Firefox-Browser kann man unter Extras die private Chronik löschen oder gleich im privaten Modus surfen; beim Internet Explorer befindet sich der „In-Private-Modus“ unter dem Menüpunkt Sicherheit. Ganz grundsätzlich lohnt es sich, sich eine Weile mit den Datenschutz-Möglichkeiten des eigenen Rechners zu beschäftigen.
Zusammenfassend gilt: Vorher nachdenken, was man veröffentlicht. Denn auch wenn man sich in seinem Freundeskreis wie zu Hause fühlt, könnte es doch sein, dass nicht alle einem gleich wohl gesonnen sind. Kontrollfragen sind: