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	<title>iRights.info - Blog &#187; Schutzfrist</title>
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	<description>Kreativität und Urheberrecht in der digitalen Welt</description>
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		<title>Schutzfristverlängerung für Musikaufnahmen: Mehr Geld für tote Musiker?</title>
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		<pubDate>Thu, 12 Mar 2009 13:43:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Robert A. Gehring</dc:creator>
				<category><![CDATA[Ökonomie]]></category>
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		<description><![CDATA[Wissenschaftler aus mehreren EU-Staaten sprechen sich in einer gemeinsamen Presseerklärung gegen eine Schutzfristverlängerung für Musikaufnahmen aus. Sie warnen vor einer Zunahme der Piraterie, wenn das Urheberrecht Lobbyinteressen geopfert wird.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wissenschaftler aus mehreren EU-Staaten sprechen sich in einer gemeinsamen Presseerklärung gegen eine Schutzfristverlängerung für Musikaufnahmen aus. Sie warnen vor einer Zunahme der &#8220;Piraterie&#8221;, wenn das Urheberrecht Lobbyinteressen geopfert wird.<br />
<span id="more-995"></span><br />
<img src="http://vg05.met.vgwort.de/na/e6be939798b94e1f8a82ea9dfa2f2643" width="1" height="1" alt=""><br />
Am 23. März hat das EU-Parlament die Wahl. Die Parlamentarier können ihren Wählern einen Dienst erweisen &#8212; oder den vier großen Musikkonzernen. Am 23. März findet im Parlament die Abstimmung über eine EU-Richtlinie zur Verlängerung der urheberrechtlichen Schutzfrist für Musikaufnahmen statt. Auf Initiative des irischen Binnenmarktkommissars Charlie McCreevy soll die Schutzfrist von 50 auf 95 Jahre verlängert werden.</p>
<p>Wissenschaftler aus mehreren EU-Staaten <a href="http://www.cippm.org.uk/downloads/Press%20Release%20Copyright%20Extension.pdf" target="_blank">warnen</a> (PDF) zum wiederholten Mal davor, die Schutzfrist zu verlängern:</p>
<blockquote><p>&#8220;Eine solche Verlängerung [...] wird der europäischen Kultur und Wirtschaft schaden. [...] Wenn Europa seine Innovationsfähigkeit behalten will, darf es nicht in einem Moment großer technologischer Umwälzungen die gegenwärtige Industriestruktur zementieren. Es darf die digitalen Schöpfer und Archive nicht an der Erforschung der Musik hindern, die ja schon längst bezahlt ist.&#8221;</p></blockquote>
<p><a href="http://www.cippm.org.uk/downloads/Studies_and_Signatories.pdf" target="_blank">Unabhängige Studien</a> (PDF) haben wiederholt belegt, dass eine Schutzfristverlängerung zu Lasten der Allgemeinheit gehen würde. Profitieren würden davon praktisch ausschließlich die vier großen Musikkonzerne Universal Music, Sony/BMG, EMI und Warner Music. Diese haben seit Mitte des 20. Jahrhunderts die ganz überwiegende Mehrheit der Rechte an den weltweit gemachten Musikaufnahmen aufgekauft.</p>
<p>Die Wissenschaftler glauben, vielen Musikern ist nicht recht klar, was die Schutzfristverlängerung bedeutet. Profitieren werden überwiegend die Musikkonzerne und ein paar wenige, noch lebende Musiker. Zahlen müssen das Publikum und die heute aktiven Musiker. Die Tantiemen für die Aufnahmen der toten Musiker fließen hingegen zum größten Teil in die Tresore der Musikkonzerne.</p>
<p>Viele Musiker, die in den 40er, 50er und 60er Jahren Plattenaufnahmen gemacht haben, sind bereits verstorben. Manche sind sehr reich geworden, andere haben mit ihrer Musik keinen Cent verdient. Die Rechte an ihren Plattenaufnahmen, die bei Universal &amp; Co. lagen oder liegen, sind überwiegend bereits abgelaufen, oder stehen kurz davor. Nach Ablauf der Schutzfrist darf im Prinzip darf jeder diese Plattenaufnahmen verwenden und verbreiten, gegebenenfalls gegen Zahlung von Urheberabgaben an eine Verwertungsgesellschaft. So wird mehr Musik zu günstigen Preisen verfügbar. Auch der Vertonung eigener Videos mit 50er-Jahre-Hits steht kein prinzipielles Hindernis mehr im Wege. Wird die Schutzfrist am 23. März verlängert, ist es mit dieser Freiheit vorbei.</p>
<p>Den Musikhörern wird das nicht egal sein, warnen die Wissenschaftler: &#8220;Das Publikum wird sich nicht für dumm verkaufen lassen. Wenn das Urheberrechtsgesetz zynischerweise seiner eigentlichen Bestimmung nicht mehr dient, wird Piraterie zu einer leichten Alternative.&#8221; Fast 16.000 Bürger haben bereits eine von Sound Copyright initiierte <a href="http://www.soundcopyright.eu/petition" target="_blank">Online-Petition</a> gegen die Schutzfristverlängerung unterzeichnet.</p>
<p>Die Schutzfristverlängerung für Musikaufnahmen wäre im Übrigen nur der Anfang. Der deutsche Kulturrat hat im September 2008 schon eine vergleichbare Verlängerung für Musikvideos <a href="http://irights.info/blog/arbeit2.0/2008/10/09/kulturrat-bekraftigt-forderung-nach-schutzfristverlangerung/" target="_self">gefordert</a>. Dem haben sich die Filmschaffenden <a href="http://www.euronews.net/de/article/03/03/2009/europ-actors-call-for-equal-rights/" target="_blank">angeschlossen</a>.</p>
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		<title>Andrew Gowers: Schutzfristverlängerung? Nein, danke!</title>
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		<pubDate>Sun, 21 Dec 2008 13:01:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Robert A. Gehring</dc:creator>
				<category><![CDATA[Ökonomie]]></category>
		<category><![CDATA[Schutzfristverlängerung]]></category>
		<category><![CDATA[Urheberrechtsreform]]></category>
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		<description><![CDATA[Der ehemalige Financial-Times-Redakteur Andrew Gowers hat sich in die Debatte um eine verlängerte Schutzfrist für Musikaufnahmen eingemischt. In einem Beitrag für die Financial Times kritisiert er den britischen Kulturminister Andy Burnham scharf, der sich vergangene Woche für die Schutzfristverlängerung ausgesprochen hat.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der ehemalige Financial-Times-Redakteur Andrew Gowers hat sich in die Debatte um eine verlängerte Schutzfrist für Musikaufnahmen eingemischt. In einem Beitrag für die Financial Times kritisiert er den britischen Kulturminister Andy Burnham scharf, der sich vergangene Woche für die Schutzfristverlängerung ausgesprochen hat.</p>
<p><span id="more-737"></span></p>
<p>Die Schutzfristverlängerung für Musikaufnahmen sei <em>&#8220;moralisch geboten&#8221;</em>, hatte Andy Burnham seinen jüngsten Vorstoß begründet. Musiker würden ihre besten Werke oft im Alter von 20 bis 30 Jahren schaffen, deshalb müssten sie länger als 50 Jahre Schutzfrist für ihre Frühwerke bekommen. 70 Jahre dürften es schon sein, <a href="http://irights.info/index.php?id=81&amp;tx_ttnews[tt_news]=419&amp;cHash=70bd9b6063" target="_self">erklärte</a> Burnham auf einem Treffen mit Musikern am vorletzten Donnerstag.</p>
<p>Burnhams Moral-Argument sei <em>&#8220;ziemlich dumm&#8221;</em> findet der ehemalige Financial-Times-Chefredakteur Andrew Gowers in einem <a href="http://www.ft.com/cms/s/0/ba280756-ca07-11dd-93e5-000077b07658.html?nclick_check=1" target="_blank">Beitrag</a> für die Financial Times. Würde man Burnhams Argumentation ernst nehmen, dann könne man sich auch auf den Standpunkt stellen, dass <em>&#8220;Sportler ein moralisches Recht haben, sich mit 30 pensionieren zu lassen&#8221;</em>, so Gowers.</p>
<p>Gowers beharrt in seiner Kritik an Burnham darauf, dass das Urheberrecht <em>&#8220;ein ökonomisches Instrument und kein moralisches ist&#8221;</em>. Forscher hätten klar gezeigt, dass Schutzfristverlängerungen mit <em>&#8220;hohen Kosten für die Allgemeinheit und nur geringfügigem Nutzen für die Kreativen&#8221; </em>verbunden seien. Die Gewinner wären im Fall von Musik die Plattenfirmen und nicht die Musiker.</p>
<p>Andrew Gowers hatte im Dezember 2006 nach einjähriger Arbeit im Auftrag der britischen Regierung einen 150-seitigen Bericht zum Zustand und zur Zukunft des britischen Systems des geistigen Eigentums (IP) <a href="http://irights.info/index.php?id=81&amp;tx_ttnews[tt_news]=251&amp;cHash=eb12f8761e" target="_self">vorgelegt</a>. In seinem Bericht hatte Gowers empfohlen, keinesfalls die Schutzfrist für Musikaufnahmen zu verlängern. Gowers schrieb dazu:</p>
<blockquote><p>&#8220;Die vorliegenden ökonomischen Zahlen sprechen dafür, dass bereits die jetzt gültige Schutzfrist bei weitem das notwendige Maß überschreitet, um Anreize für neue Werke zu schaffen.&#8221;</p></blockquote>
<p>Gowers empfiehlt der in Schwierigkeiten geratenen Musikindustrie, die Möglichkeiten <em>&#8220;von sozialen Netzwerken und Web 2.0&#8243;</em> besser zu nutzen. Wenn sie stattdessen weiter an den falschen Instrumenten festhielte, könnte sie sonst so dastehen wie Burnham: <em>&#8220;dumm und ahnungslos&#8221;</em>.</p>
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		<title>Wie geht&#8217;s weiter mit der Schutzdauerverlängerung für Musikaufnahmen?</title>
		<link>http://irights.info/blog/arbeit2.0/2008/11/28/wie-gehts-weiter-mit-der-schutzdauerverlangerung-fur-musikaufnahmen/</link>
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		<pubDate>Fri, 28 Nov 2008 16:22:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Matthias Spielkamp</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Martin Kretschmer berichtet von der komplexen Auseiandersetzung um die Schutzdauerverlängerung für Musikaufnahmen, die er ablehnt (mein Interview dazu hier). Besonders aufschlussreich: &#8220;Several MEP assistants told me that they had received offers for concert tickets of famous artists.&#8221; (&#8220;Einige Assistenten von MdEP haben mir erzählt, dass ihnen Karten für Konzerte berühmter Musiker angeboten wurden.&#8221;). Was es [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Martin Kretschmer berichtet von der komplexen Auseiandersetzung um die Schutzdauerverlängerung für Musikaufnahmen, die er ablehnt (mein Interview dazu <a href="http://immateriblog.de/?p=104">hier</a>). Besonders aufschlussreich: &#8220;Several MEP assistants told me that they had received offers for concert tickets of famous artists.&#8221; (&#8220;Einige Assistenten von MdEP haben mir erzählt, dass ihnen Karten für Konzerte berühmter Musiker angeboten wurden.&#8221;).</p>
<p>Was es schwierig mache, die MdEP davon zu überzeugen, dass die Schutzdauerverlängerung den Musikern nichts nützt, sei natürlich vor allem, dass sich Interessenverbände von Musikern dafür einsetzen. In England gab es sogar eine <a href="a href=&quot;http://news.bbc.co.uk/1/hi/uk/7749416.stm">Videobotschaft im Namen von  38.000 Musikern</a>, die die Verlängerung fordert. Das wirft auch ein bezeichnendes Licht auf die Probleme, die die Interessenvertreter mit der Empirie haben. Leider ist das in Deutschland oft nicht anders.</p>
<p>Martins eMail gewährt einen interessanten Einblick in das, was derzeit in Brüssel veranstaltet wird. Leider nur auf Englisch, aber ich habe keine Zeit, sie zu übersetzen.</p>
<p>Copyright Extension Directive</p>
<p>Dear colleagues,</p>
<p>Many of you have asked for an update. The process has become so complex that it is hard to provide a short summary.<span id="more-703"></span></p>
<p>Both European Parliament and Council of Ministers have to agree a joint text. The procedures run in parallel.</p>
<p>In the Council of Ministers, the French Presidency is pushing very hard to come to an agreement at the Competitiveness Council next week but there is considerable resistance. Only Estonia and Cyprus appear to have come out in favour. I believe an official ‘against’ position is recorded from Netherlands, Italy, Austria, Finland, Sweden – and a position ‘something for performers but not in this form’ from UK, Poland, Belgium.</p>
<p>It is very likely that the Directive will be pushed into the Czech presidency which takes over in January (and will be much less keen).</p>
<p>In the European Parliament, the lead committee is Legal Affairs (JURI). The rapporteur is Brian Crowley, an Irish party colleague of McCreevy, and strongly in favour. Feeding committees (which all can propose amendments) are Culture and Education (CULT), Industry, Research and Energy (ITRE), and Internal Market and Consumer Protection (IMCO).</p>
<p>Lionel Bently (who spoke as invited expert) and I both attended the JURI public hearing on 4 November. I attach Lionel’s address.</p>
<p>Tilman Lüder, head of the Copyright Unit at DG Market made a heated statement, attacking the joint academic position. He was subject to a point of order.</p>
<p>IFPI has been mounting a sustained operation, and we saw numerous industry lobbyists a work. In return, Open Rights made a valiant effort, and <a href="http://www.soundcopyright.eu">Open Rights’ sound copyright campaign</a> is still a key ally.</p>
<p>Several MEP assistants told me that they had received offers for concert tickets of famous artists. All the rapporteurs of the feeding committees had been cultivated, and wrote supportive reports BEFORE the public hearing (mostly asking for an inclusion of audio-visual performers). Within committee politics, rejection did not seem an option to most MEPs we spoke to. For MEPs it is troublesome that performer organisations speak in favour of extension. Critical MEPs lack a publicly persuasive lobby partner.</p>
<p>The feeding committees will vote in early December. Rufus Pollock, Lionel Bently and I have fed a number of amendments to receptive MEPs. There also have been moves from the European broadcasters (mandatory collective administration for extended term as applying to digital broadcasting archives). It has to be said that the broadcast lobbyists woke up much too late.</p>
<p>The only openly sceptical parliamentary group are the Greens. Sharon Bowles (liberal/ALDE MEP in JURI) is making an effort with a set of amendments, linking extension to a registration system for instances of inadequate remuneration for the performer (administered via OHIM, the European Trade Mark Office in Alicante, and subject to licences as of right). EPP (centre right) and PES (socialists) as parliamentary groups appear to support 95 years.</p>
<p>The best we can hope for in the European Parliament is that there are enough irreconcilable amendments voted through in ITRE (11 December), so that JURI (scheduled vote 19/20 January) will ask for more time, or an independent study.</p>
<p>As we stand, a plenary vote is scheduled for February. Any spanner in the works may take us into the next parliament and a new commission (European elections: 4 June).</p>
<p>In the UK, <a href="http://news.bbc.co.uk/1/hi/uk/7749416.stm">DCMS is still sitting on the fence, but DIUS is holding the line (backed by Cabinet Office)</a>.</p>
<p>Lastly, I attach a set of three amendments (mainly in Lionel Bently&#8217;s words) that may form the nucleus of an acceptable way forward (if there is a stalemate between Council and Parliament). The basic idea is to give an extension to performers only (life or 50 years, the current Greek law), and address the access issues via collecting societies. In addition, we propose a use-it-or-lose-it provision during the current term. This third amendment needs some work on procedure for recovering rights. <a href="http://immateriblog.de/wp-content/uploads/2008/11/prof-bently-juri-speech.pdf">prof-bently-juri-speech.pdf</a> (184 KB) | <a href="http://immateriblog.de/wp-content/uploads/2008/11/amendments-extension-directive-academics.pdf">amendments-extension-directive-academics.pdf</a> (128 KB)<br />
&lt;/a&gt;</p>
<p>In summary, everything hangs in a delicate balance. Any appearance of dissent in the media will be important.</p>
<p>Please feel free to circulate this note.<br />
&#8211;<br />
Martin Kretschmer<br />
Professor of Information Jurisprudence<br />
Director, Centre for Intellectual Property Policy and Management<br />
Bournemouth University<br />
Talbot Campus, Poole<br />
UK &#8211; Dorset BH12 5BB<br />
URL: www.cippm.org.uk</p>
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		<title>Times: Schutzfristverlängerung ist innovationsfeindlich</title>
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		<pubDate>Tue, 22 Jul 2008 16:32:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Robert A. Gehring</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die britische Tageszeitung The Times hat am 21. Juli einen Brief von Urheberrechtsexperten zur Entscheidung der EU-Kommission, die Schutzfrist für Musikaufnahmen von 50 auf 95 Jahre nach Veröffentlichung praktisch zu verdoppeln, veröffentlicht. Deren Fazit zur Entscheidung: &#8220;Die vorgeschlagene Verlängerung der Schutzfrist wird die jüngere Generation noch weiter entfremden, da sie keine Prinzipientreue erkennen kann&#8230;&#8221; Dem [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die britische Tageszeitung The Times hat am 21. Juli einen Brief von Urheberrechtsexperten zur Entscheidung der EU-Kommission, die Schutzfrist für Musikaufnahmen von 50 auf 95 Jahre nach Veröffentlichung praktisch zu verdoppeln,<a href="http://www.timesonline.co.uk/tol/comment/letters/article4374115.ece" target="_blank"> veröffentlicht</a>. Deren Fazit zur Entscheidung:</p>
<blockquote><p>&#8220;Die vorgeschlagene Verlängerung der Schutzfrist wird die jüngere Generation noch weiter entfremden, da sie keine Prinzipientreue erkennen kann&#8230;&#8221;</p></blockquote>
<p>Dem gibt es wohl nichts hinzuzufügen.</p>
<p>Die Fachleute hatten <a href="http://irights.info/blog/arbeit2.0/2008/06/21/fachleute-warnen-vor-verlangerung-von-schutzfrist-fur-musikaufnahmen/" target="_self">gewarnt</a> &#8212; umsonst.</p>
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		<title>Fundstücke zur Kreativwirtschaft</title>
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		<pubDate>Tue, 04 Mar 2008 22:23:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Robert A. Gehring</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Hier die Beute des heutigen Tages, in Häppchen serviert. EU-Binnenmarktskommissar Charlie McCreevy will bekanntlich den großen Plattenfirmen (&#8220;Majors&#8221;) mit ihrem umfangreichen Backkatalog sowie Künstlern wie Paul McCartney und Udo Jürgens &#8212; und ihren künftigen Erben &#8212; einen großen Gefallen tun. McCreevy will die urheberrechtlichen Schutzfristen verlängern, damit die Plattenfirmen und ein paar schwerverdiente Künstler noch [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Hier die Beute des heutigen Tages, in Häppchen serviert.</p>
<p><span id="more-68"></span></p>
<p>EU-Binnenmarktskommissar Charlie McCreevy will bekanntlich den großen Plattenfirmen (&#8220;Majors&#8221;) mit ihrem umfangreichen Backkatalog sowie Künstlern wie <a href="http://www.irights.info/index.php?id=81&amp;tx_ttnews%5Btt_news%5D=297&amp;cHash=917191a3e1" target="_blank">Paul McCartney und Udo Jürgens</a> &#8212; und ihren künftigen Erben &#8212; einen großen Gefallen tun. McCreevy will die urheberrechtlichen <a href="http://irights.info/blog/arbeit2.0/2008/02/14/eu-kommissar-will-schutzfrist-um-45-jahre-verlangern/">Schutzfristen verlängern</a>, damit die Plattenfirmen und ein paar schwerverdiente Künstler noch mehr Geld mit dem Verkauf alter Aufnahmen machen können. Ach ja, ein paar Studiomusiker sollen irgendwie auch was abbekommen. McCreevys Vorschlag ist nicht nur ökonomisch unsinnig, wie der vor einer Weile im Auftrag der britischen Regierung erstellte <a href="http://www.irights.info/index.php?id=81&amp;tx_ttnews%5Btt_news%5D=251&amp;cHash=eb12f8761e" target="_blank">Gowers-Report</a> feststellte, er hat auch wenig Freunde. Der Widerstand gegen McCreevys Pläne hat nun die Form einer Kampagne angenommen. &#8220;<a href="http://www.soundcopyright.eu/de/home" target="_blank">Sound Copyright</a>&#8221; fordert: &#8220;Lassen sie die EU wissen: das Urheberrecht soll harmonisch bleiben!&#8221; (Das liest sich, als wäre es von Google übersetzt worden.) Die Kampagne hat eine <a href="http://www.soundcopyright.eu/de/petition" target="_blank">Unterschriftensammlung</a> gestartet.</p>
<p>Digitales Rechte-Management (DRM) verliert zunehmend an Bedeutung. Wie die New York Times am 3. März <a href="http://www.nytimes.com/2008/03/03/business/media/03audiobook.html?ref=technology" target="_blank">berichtete</a>, verzichten immer mehr Anbieter von Hörbüchern auf die digitalen Fesseln und bieten ihre Waren im kundenfreundlichen MP3-Format an. Die Hörbuchanbieter folgen der Musikindustrie somit auf dem Fuße, die  sich über den Jahreswechsel peu à peu von DRM verabschiedet hatte. Auf der anderen Seite haben sich Ende Februar auf einer Tagung in New York Vertreter aus der Medienbranche, ihre Anwälte und Berater mehrheitlich für DRM ausgesprochen, wie DRM Watch <a href="http://www.drmwatch.com/article.php/3730981" target="_blank">berichtete</a>. Was soll man nun davon halten?<br />
<!--more--></p>
<p>Den Plattenfirmen sind ja in den letzten Jahren die Kunden in Scharen davon gelaufen. Nun laufen die Musiker auch noch weg und den Kunden hinterher. Die Band Nine Inch Nails hat zum Beispiel ihren ausgelaufenen Plattenverlag nicht verlängert sondern beschlossen, die Vermarktung ihrer Musik künftig selbst in die Hand zu nehmen. Zum einem Preis zwischen 0 und 300 US-Dollar können unterschiedliche Pakete einer Titelsammlung namens “Ghosts I-IV” erworben werden, sogar unter einer Creative-Commons-Lizenz. So <a href="http://www.nytimes.com/2008/03/04/arts/music/04nine.html?_r=1&amp;ref=business&amp;oref=slogin" target="_blank">berichtete</a> jedenfalls die New York Times heute. Was bleibt Plattenfirmen wie EMI da übrig, als sich auf die glorreiche Vergangenheit zu besinnen? Bei EMI strebt man &#8220;back to the future&#8221;. Anders ausgedrückt: David Bowie und Pink Floyd sollen laut britischer Times die <a href="http://business.timesonline.co.uk/tol/business/industry_sectors/media/article3479315.ece" target="_blank">Bilanz aufbessern</a>. (Sie haben richtig gelesen &#8212; David Bowie und Pink Floyd.)</p>
<p>Der Autor Seth Godin hat in seinem Blog das Transskript einer Rede &#8220;<a href="http://sethgodin.typepad.com/seths_blog/2008/03/the-live-music.html" target="_blank">On the future of the music business</a>&#8221; veröffentlicht. Sehr lesenswert (in meinen Augen). Dazu ergänzend: Die britische Times konnte <a href="http://business.timesonline.co.uk/tol/business/industry_sectors/retailing/article3479093.ece" target="_blank">mitteilen</a>, daß im vergangenen Jahr erstmals mehr Umsatz mit Computerspielen (1,7 Milliarden GBP) als mit Musikaufnahmen gemacht wurde. Kein Wunder, daß sich Musiker wie Aerosmith für Computerspiele zu interessieren <a href="http://irights.info/blog/arbeit2.0/2008/02/17/aerosmith-20/">beginnen</a>.</p>
<p><a href="http://www.gulli.com/news/urheberrecht-im-2008-02-29/" target="_blank">Bei Gulli</a> habe ich einen Hinweis auf eine <a href="http://www.dradio.de/dlf/sendungen/marktplatz/712917/" target="_blank">Sendung</a> des Deutschlandfunks zum Thema Urheberrecht gefunden. Die Sendung läßt sich als MP3 herunterladen und nachhören.</p>
<p>Ars Technica brachte einen <a href="http://arstechnica.com/news.ars/post/20080302-riaa-wants-to-pay-percentage-rate-it-denied-to-webcasters.html" target="_blank">Artikel</a> darüber, welche Kreativität die Recording Association of America (RIAA) an den Tag legt, wenn es um die Berechnung von Urheberabgaben für Musikaufnahmen geht. Mutmaßliches Motto: Wenig zahlen, viel kassieren.</p>
<p>Die schockierendste Nachricht des 3. März, klar der Kategorie &#8220;Zeichen und Wunder&#8221; zuzuordnen: Ein Buch von Cory Doctorow erscheint mit einer CC-Lizenz &#8220;<a href="http://www.randomhouse.de/webarticle/webarticle.jsp?aid=9452&amp;mid=1317" target="_blank">zum kostenlosen Download</a>&#8221; bei &#8230; Bertelsmann. Das ist keine Ente, C.D. hat bei BoingBoing auch persönlich auf das Erscheinen <a href="http://www.boingboing.net/2008/03/03/eastern-standard-tri-1.html" target="_blank">hingewiesen</a>.</p>
<p>&#8220;Kreatives Schaffen in der digitalen Welt&#8221; wird von der US-Regierung ganz eigen interpretiert. Jetzt sollen virtuelle Terroristen in virtuellen Welten gejagt werden, oder so ähnlich. So ganz schlau werde ich aus der <a href="http://news.bbc.co.uk/2/hi/technology/7274377.stm" target="_blank">BBC-Meldung</a> dazu nicht. Sie wirft schwierige Fragen auf: Wenn ein Terrorist statt echter virtuelle Bomben wirft, ist er dann noch ein echter Terrorist oder ein virtueller? Und wenn der virtuelle Terrorist nie ein echter Terrorist war, kann er dann überhaupt zu einem virtuellen werden? Und wer wird ihn jagen &#8212; das <em>iFBI</em>? Fragen über Fragen&#8230;</p>
<p>Zum guten Schluß noch ein erfreulicher Beitrag in eigener Sache. Das &#8220;Open Source Jahrbuch 2008&#8243; ist erschienen. (Full disclosure: Ich bin Mitherausgeber und verdiene überhaupt nichts am Buch.) Das Buch gibt es ebenfalls <a href="http://www.opensourcejahrbuch.de/" target="_blank">zum kostenlosen Download</a> (PDF), aber nicht bei Bertelsmann ;-)</p>
<p align="center"><img src="http://www.opensourcejahrbuch.de/img/osjb08_cover_klein.jpg" alt="" width="101" height="149" align="absbottom" /></p>
<fb:like href='http://irights.info/blog/arbeit2.0/2008/03/04/fundstucke-zur-kreativwirtschaft/' send='false' layout='standard' show_faces='true' width='450' height='65' action='like' colorscheme='light' font='lucida+grande'></fb:like>]]></content:encoded>
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