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	<title>iRights.info - Blog &#187; Literaturhinweis</title>
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	<description>Kreativität und Urheberrecht in der digitalen Welt</description>
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		<title>Wie mit dem &#8220;Grundstoff Wissen&#8221; umgehen? Gunter Dueck zu Open Source und Open Content</title>
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		<pubDate>Sun, 11 Dec 2011 10:16:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Matthias Spielkamp</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Gunter Dueck wird morgen einer der Experten bei der Anhörung mit dem Titel Veränderungsprozesse in der digitalen Wirtschafts- und Arbeitswelt der Enquete-Kommission Internet und digitale Gesellschaft sein. Seine schriftliche Stellungnahme (PDF, 1 MB) beinhaltet auch einige Absätze zu der Frage, wie mit dem &#8220;Grundstoff Wissen&#8221; umgegangen werden sollte. Hier einer davon: Ich würde auch vorschlagen, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.omnisophie.com/bio_vita.html">Gunter Dueck</a> wird morgen einer der Experten bei der Anhörung mit dem Titel <a href="http://www.bundestag.de/dokumente/textarchiv/2011/36883086_kw50_pa_internet/index.html">Veränderungsprozesse in der digitalen Wirtschafts- und Arbeitswelt</a> der Enquete-Kommission Internet und digitale Gesellschaft sein. Seine <a href="http://www.facebook.com/l.php?u=http%3A%2F%2Fwww.bundestag.de%2Finternetenquete%2Fdokumentation%2FSitzungen%2F20111212%2FA-Drs__17_24_048-A_-_Stellungnahme_Dueck.pdf&amp;h=YAQEG-OJSAQFFksA7vB2aa6l7fvRxGmj-tBXUEu10pqZHNQ">schriftliche Stellungnahme </a>(PDF, 1 MB) beinhaltet auch einige Absätze zu der Frage, wie mit dem &#8220;Grundstoff Wissen&#8221; umgegangen werden sollte. Hier einer davon:</p>
<blockquote><p>Ich würde auch vorschlagen, die „Grundstoffe des Wissens“ für alle frei zur Verfügung zu stellen. Zum Beispiel: Der Staat bestellt ein Staatliches Rundfunkorchester für ein paar Jahre und lässt alle Klassikmusik einspielen – alles. (Damit soll irgendwo schon angefangen werden, habe ich gehört!) Das alles wird in einer Art Wikipedia freigegeben. Die Kirche bezahlt ein paar Chöre und lässt sie alle Lieder der Gesangbücher als Einzelstimme, im Chor und instrumental einspielen – und setzt sie frei ins Netz. Die Kliniken und Ärzte fotografieren oder filmen Kranke und setzen alles zur Lehre ins Netz („hier 500 Anschauungsfälle von Windpocken“ für noch unerfahrene Ärzte). Theater spielen alle Stücke einmal zur freien Verfügung im Netz etc. Alles, was viele ge- brauchen können, kommt frei ins Netz. Das würde die Wirtschaft ankurbeln, so wie das freie Be- nutzen der Autobahnen den Tourismus begünstigt hat. Nötige Transformationsprozesse würden erstens schneller und zweitens einheitlicher vonstattengehen, wenn alle die gleichen Werkzeuge hätten.</p></blockquote>
<p>Neben Dueck werden teilnehmen:</p>
<ul>
<li><strong>Holger Eggerichs</strong>, lubeca e.V. projekt WOLKE</li>
<li><strong>Frederic Hanika</strong>, Senior Vice President Head of Mergers &amp; Acquisitions</li>
<li><strong>Heiko Hebig</strong>, SPIEGELnet GmbH, Leiter neue Geschäftsfelder, SPIEGEL</li>
<li><strong>Dr. Tom Kirschbaum</strong>, Mitgründer und CFO Penelope Ventures GmbH</li>
<li><strong>Prof. Dr. Ruth Stock-Homburg</strong>, Leiterin des Fachgebiets Marketing &amp; Personalmanagement am Fachbereich Rechts- und Wirtschaftswissenschaften der Technischen Universität Darmstadt<strong>​</strong></li>
</ul>
<p>Die Sitzung wird ab 13 Uhr live im Parlamentsfernsehen, im Web-TV und für mobile Geräte auf m.bundestag.de übertragen.</p>
<p>Hier noch der Hinweis, dass man sich via <a href="https://wirtschaft.enquetebeteiligung.de/instance/wirtschaft">enquetebeteiligung.de</a> an der Diskussion beteiligen kann.</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Neue Auflage des Medienkunde-Unterrichtsmaterials von &#8220;DIE ZEIT&#8221; &#8211; mit Urheberrechtsinfos von iRights.info</title>
		<link>http://irights.info/blog/arbeit2.0/2011/09/02/neue-auflage-des-medienkunde-unterrichtsmaterials-von-die-zeit-mit-urheberrechtsinfos-von-irights-info/</link>
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		<pubDate>Fri, 02 Sep 2011 13:47:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Literaturhinweis]]></category>
		<category><![CDATA[Unterricht]]></category>
		<category><![CDATA[Urheberrecht]]></category>

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		<description><![CDATA[Aus der Pressemitteilung: Seit dem Start des Projekts im Jahr 1997 hat das Thema Medienkunde stetig an Bedeutung zugenommen. Auch mit der neuen Ausgabe erhalten Lehrer das aktualisierte Unterrichtsmaterial &#8220;Medienkunde&#8221; kostenfrei von der ZEIT geliefert. Auf über 170 Seiten finden Lehrer Beispieltexte und Arbeitsanregungen für Ihren Unterricht. Bewährte Themen haben wir aktualisiert und um neue [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Aus der Pressemitteilung:</p>
<blockquote><p>Seit dem Start des Projekts im Jahr 1997 hat das Thema Medienkunde stetig an Bedeutung zugenommen. Auch mit der neuen Ausgabe erhalten Lehrer das aktualisierte Unterrichtsmaterial &#8220;Medienkunde&#8221; kostenfrei von der ZEIT geliefert. Auf über 170 Seiten finden Lehrer Beispieltexte und Arbeitsanregungen für Ihren Unterricht. Bewährte Themen haben wir aktualisiert und um neue Aspekte ergänzt. Einen Schwerpunkt bilden in diesem Jahr die Plagiatsaffäre zu Guttenberg und das Internet. Zu diesen Themen haben wir neue Arbeitsblätter und interaktive Tafelbilder entwickelt, damit Sie Ihren Unterricht multimedial gestalten können.</p></blockquote>
<p><a href="http://www.zeit.de/angebote/schule/zeitfuerdieschule">Bestellinfos</a></p>
<p>Der Teil zum Urheberrecht stammt von den iRights.info-Redakteuren Matthias Spielkamp und Philipp Otto und ist gegenüber der Auflage vom vergangenen Jahr unverändert geblieben. Er kann auch bei iRights.info als <a href="http://irights.info/fileadmin/texte/material/ZfdS_Urheberrecht.pdf">PDF heruntergeladen werden</a> (108 kb).</p>
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		<title>Presseschau zum Gutachten &#8220;Verbraucherschutz im Urheberrecht&#8221;</title>
		<link>http://irights.info/blog/arbeit2.0/2011/05/13/presseschau-zum-gutachten-verbraucherschutz-im-urheberrecht/</link>
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		<pubDate>Fri, 13 May 2011 16:21:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Philipp Otto</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Nach der heutigen Vorstellung des Gutachtens &#8220;Verbraucherschutz im Urheberrecht&#8221; des Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv), verfasst von iRight.info-Redakteur Till Kreutzer, gibt es inzwischen bereits eine Vielzahl von Pressemeldungen. Wir haben hier nun eine erste kleine Übersicht zusammengestellt: Sueddeutsche.de, Heise Online, etc. via DPA-Meldung: Verbraucherschützer machen sich für Privatkopie stark N-TV: Verbraucherschützer fordern: Privatkopie muss möglich sein Tagesspiegel: [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Nach der heutigen Vorstellung des Gutachtens &#8220;<a href="http://irights.info/index.php?q=node/2054">Verbraucherschutz im Urheberrecht</a>&#8221; des Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv), verfasst von iRight.info-Redakteur Till Kreutzer, gibt es inzwischen bereits eine Vielzahl von Pressemeldungen. Wir haben hier nun eine erste kleine Übersicht zusammengestellt:</p>
<p>Sueddeutsche.de, Heise Online, etc. via DPA-Meldung: <a href="http://newsticker.sueddeutsche.de/list/id/1153271">Verbraucherschützer machen sich für Privatkopie stark</a></p>
<p>N-TV: <a href="http://www.n-tv.de/technik/Privatkopie-muss-moeglich-sein-article3326036.html">Verbraucherschützer fordern: Privatkopie muss möglich sein</a> </p>
<p>Tagesspiegel: <a href="http://www.tagesspiegel.de/wirtschaft/ein-herz-fuer-kinder/4172750.html">Ein Herz für Kinder</a> </p>
<p>Netzpolitik.org: <a href="http://www.netzpolitik.org/2011/studie-verbraucherschutz-im-urheberrecht/">Studie: Verbraucherschutz im Urheberrecht</a></p>
<p>Golem: <a href="http://www.golem.de/1105/83479.html">Verbraucherschützer wollen Gesetzesänderung pro Privatkopie</a> </p>
<p>Gulli.com: <a href="http://www.gulli.com/news/verbrauchersch-tzer-f-r-privatkopie-und-recht-auf-wiederverkauf-digitaler-werke-2011-05-13">Verbraucherschützer für Privatkopie und Recht auf Wiederverkauf digitaler Werke</a> </p>
<p>WinFuture: <a href="http://winfuture.de/news,63195.html">Verbraucherschützer fordern Recht auf Privatkopie</a> </p>
<p>Deutschlandradio: Auf der Website und als Audio-Datei: <a href="http://www.dradio.de/dlf/sendungen/umwelt/1457492/">Mehr Rechte für Nutzer &#8211; Verbraucherschützer für verändertes Urheberrecht</a></p>
<p>Weitere Hinweise auf Presseberichte oder Blogartikel bitte in den Kommentaren hinterlassen, wir ergänzen diese dann.</p>
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		</item>
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		<title>Kommissionsbericht der Uni Bayreuth zu Guttenberg im Volltext online</title>
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		<pubDate>Thu, 12 May 2011 05:50:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Philipp Otto</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Gestern hat die Kommission &#8220;Selbstkontrolle in der Wissenschaft&#8221; der Universität Bayreuth auf einer Pressekonferenz den Abschlußbericht im Fall Guttenberg vorgestellt. Im Bericht heißt es zur Bewertung (S.13): &#8220;Nach eingehender Würdigung der gegen seine Dissertationsschrift erhobenen Vorwürfe stellt die Kommission fest, dass Herr Frhr. zu Guttenberg die Standards guter wissenschaftlicher Praxis evident grob verletzt und hierbei [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Gestern hat die Kommission &#8220;Selbstkontrolle in der Wissenschaft&#8221; der Universität Bayreuth auf einer <a href="http://irights.info/blog/arbeit2.0/2011/05/11/jetzt-live-auf-phoenix-guttenberg-und-die-muhselige-kleinarbeit-neben-beruf-und-familie/">Pressekonferenz</a> den Abschlußbericht im Fall Guttenberg vorgestellt. Im Bericht heißt es zur Bewertung (S.13): &#8220;Nach eingehender Würdigung der gegen seine Dissertationsschrift erhobenen Vorwürfe stellt die Kommission fest, dass Herr Frhr. zu Guttenberg die Standards guter wissenschaftlicher Praxis evident grob verletzt und hierbei vorsätzlich getäuscht hat.&#8221; Der Bericht der Kommission ist online <a href="http://www.uni-bayreuth.de/presse/info/2011/Bericht_der_Kommission_m__Anlagen_10_5_2011_.pdf">im Volltext (PDF-Datei)</a> einsehbar. Er liest sich spannend und dürfte sowohl bei Lehrenden als auch bei Studenten auf großes Interesse stoßen.</p>
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		</item>
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		<title>Twitpic, Twitter und &#8220;konkludente Verträge&#8221;</title>
		<link>http://irights.info/blog/arbeit2.0/2011/05/10/twitpic-twitter-und-konkludente-vertrage/</link>
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		<pubDate>Tue, 10 May 2011 16:54:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Philipp Otto</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Ohne es zu wissen, schließen wir tagtäglich Verträge ab. Die Nutzung von Online-Diensten wie Twitpic, zur Veröffentlichung eigener Fotos bei Twitter, ist dabei in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) geregelt. Fast niemand macht sich die Mühe diese im Einzelnen durchzulesen. Bei Facebook und anderen Online-Diensten haben wir uns schon lange daran gewöhnt und ignorieren, selbst wenn [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ohne es zu wissen, schließen wir tagtäglich Verträge ab. Die Nutzung von Online-Diensten wie Twitpic, zur Veröffentlichung eigener Fotos bei Twitter, ist dabei in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) geregelt. Fast niemand macht sich die Mühe diese im Einzelnen durchzulesen. Bei Facebook und anderen Online-Diensten haben wir uns schon lange daran gewöhnt und ignorieren, selbst wenn dies widerwillig geschieht, die weitreichenden Rechteabtretungen die wir tagtäglich beim Hochladen von Informationen vornehmen. Die öffentliche Diskussion darüber, ob das in Ordnung ist oder nicht, verflacht immer relativ zügig.</p>
<p>Nun hat es Twitpic erwischt. Das Unternehmen hat einen Deal mit einer Fotoagentur bekannt gemacht. Dieser sieht vor, dass alle von Nutzern bei Twitpic hochgeladenen Bilder kommerziell verwertet werden. Bei <a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,761721,00.html">Spiegel Online</a> heißt es dazu &#8220;Wenn das mal nicht einen Sturm der Entrüstung hervorruft: Der Twitter-Fotodienst Twitpic, über den man Fotos hochladen und über eine kurze Adresse in Twitter-Botschaften einbinden kann, hat einen exklusiven Deal mit der britischen Fotoagentur &#8220;Wenn&#8221; geschlossen. Künftig sollen Fotos, die Stars über Twitpic ins Internet stellen, weltweit vermarktet werden.&#8221; iRights.info-Redakteur Till Kreutzer hat zur Problematik von Rechteabtretungen durch AGB den sehr lesenswerten Text &#8220;<a href="http://www.irights.info/index.php?q=node/761">Freiwild oder Artenschutz: Ausbeutung durch AGB</a>&#8221; geschrieben. Gerade auch für den aktuellen Fall von Twitpic findet man hierin sehr wertvolle Informationen. Schwerpunkt des Artikels ist die Rechteabtretung im Verhältnis zwischen Urheber und Auftraggeber bzw. Verwerter. Leseempfehlung!</p>
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		<title>Musik und Internet: Willkommen im rechtsfreien Raum</title>
		<link>http://irights.info/blog/arbeit2.0/2011/05/03/musik-und-internet-willkommen-im-rechtsfreien-raum/</link>
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		<pubDate>Tue, 03 May 2011 05:56:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Philipp Otto</dc:creator>
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		<description><![CDATA[So lautet der zugespitzte Titel des Editorials der aktuellen Mai-Ausgabe der Musikzeitschrift &#8220;melodie &#038; rhythmus&#8221; (m&#038;r). Neben lesenswerten Beiträgen und Geschichten über viele Musiker und die Entwicklung sowie die Rahmenbedingungen der Szene, liegt der Schwerpunkt des Heftes auf dem Umgang mit Musik im Internet. Im Interview &#8220;Philipp Otto: Verwerter vertreten die Interessen der Verwerter&#8221; erläutere [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>So lautet der zugespitzte Titel des Editorials der aktuellen Mai-Ausgabe der Musikzeitschrift &#8220;melodie &#038; rhythmus&#8221; (m&#038;r). Neben lesenswerten Beiträgen und Geschichten über viele Musiker und die Entwicklung sowie die Rahmenbedingungen der Szene, liegt der Schwerpunkt des Heftes auf dem Umgang mit Musik im Internet. </p>
<p>Im Interview &#8220;<a href="http://www.melodieundrhythmus.com/mr-3-2011/verwerter-vertreten-die-interessen-der-ver-werter/">Philipp Otto: Verwerter vertreten die Interessen der Verwerter</a>&#8221; erläutere ich dabei gegenüber m&#038;r unter anderem, wie mögliche Konfliktlösungen im Dreiklang zwischen Urhebern, Nutzern und Verwerten aussehen können. In einer Antwort im Interview heißt es dazu: &#8220;Die Musikindustrie muss den Nutzer als Kunden ernst nehmen und ihm solche Angebote machen, die er auch haben will. Dazu gehört, dass die gekaufte Musik kostengünstig, sowie frei von technischen Restriktionen ist und dass der Kunde nach eigenem Belieben über sie verfügen kann. Im privaten Bereich brauchen wir eine komplette Entkriminalisierung.&#8221;</p>
<p>Im Schwerpunkt finden sich weitere spannende Artikel. Volker Grassmuck, iRights.info-Gründer und langjähriger iRights.info-Projektleiter beschreibt in seinem Essay &#8220;<a href="http://www.melodieundrhythmus.com/mr-3-2011/vom-kopf-auf-die-fuesse-fuer-eine-kulturwende/">Vom Kopf auf die Füsse. Für eine Kulturwende</a>&#8221; die grundlegenden Merkmale der digitalen Revolution und ihre praktischen Auswirkungen auf neue Formen der Nutzung, der Produktion und der Distribution von digital verfügbaren Kulturgütern. Er erläutert dabei auch, warum die &#8220;Remix-Dissertation&#8221; von Karl-Theodor (ff.) zu Guttenberg etwas anderes ist, und von uns anderes wahrgenommen wird, als beispielsweise andere Remix-Culture-Werke.</p>
<p>Daneben gibt es das Interview &#8220;<a href="http://www.melodieundrhythmus.com/mr-3-2011/ich-verstosse-gegen-deutsches-recht/">Ich verstosse gegen deutsches Recht</a>&#8221; mit <a href="http://www.mashup-germany.com/">Mashup-Germany</a> a.k.a. Ben Stiller, einem der bekanntesten Mashup-DJs in Europa über seine Kultur, seine Werke und seine Probleme mit Major Lables wie Warner Music und notwendige Veränderungen im Urheberrecht. Im Beitrag &#8220;<a href="http://www.melodieundrhythmus.com/mr-3-2011/die-robin-hoods-der-musik/">Die Robin Hoods der Musik</a>&#8221; werden Netlabels als neue und unmittelbare Form der Verbreitung von Musik vorgestellt. Im Artikel &#8220;<a href="http://www.melodieundrhythmus.com/mr-3-2011/geisterjagd/">Geisterjagd &#8211; Musik im Internet und ihre Legenden</a>&#8221; geht es ebenfalls um neue Formen und die Geschichte der Nutzung von Musik.</p>
<p>Der Schwerpunkt wird abgerundet durch eine Fotoreportage über Künstler im Netz und einem <a href="http://www.melodieundrhythmus.com/mr-3-2011/der-mensch-hat-nur-zwei-ohren/">Gespräch</a> mit Ernst-Christian Zander, Musikchef von <a href="http://www.fritz.de/">Radio Fritz</a> des rbb, über die Wege die der Sender geht, um seine Inhalte auch im Netz möglichst vielen Hörern zugänglich zu machen. Zu guter letzt findet sich im Heft noch ein Gespräch mit Ruben Jonas Schnell, dem Gründer des in Hamburg beheimateten Radios <a href="http://www.byte.fm/">ByteFM</a>. </p>
<p>Das aktuelle Heft von m&#038;r ist ab 09. Mai am Kiosk und im<a href="http://www.melodieundrhythmus.com/abo/abonnement-bestellen/"> Abo</a> erhältlich. Die Inhalte finden sich, leider nur angeteasert, auch auf der Website von m&#038;r. </p>
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		<title>„Freiheit vor Ort“: Netzpolitik und Urheberrecht auf lokaler Ebene</title>
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		<pubDate>Wed, 13 Apr 2011 05:49:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Philipp Otto</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<p>Die lokale Ebene ist auch in der digital-globalisierten Welt von entscheidender Bedeutung. Dort entscheidet sich, ob und auf welche Weise Menschen überhaupt Zugang zu digitalen Netzen bekommen. Und auch das Urheberrecht spielt im Rahmen von öffentlicher Verwaltung, Schule und Universität auch auf lokaler Ebene eine immer größere Rolle.</p>
<p>Bereits vor vier Jahren hat sich eine Gruppe junger Autorinnen und Autoren um <a href="http://www.wiwiss.fu-berlin.de/institute/management/sydow/lehrstuhl/team-sprechstunden/dobusch/index.html">Leonhard Dobusch</a> (Urheberrechtsforscher an der FU Berlin) und <a href="http://blogs.webzeilen.net/forsterleitner/">Christian Forsterleitner</a> (Gemeinderat im österreichischen Linz) in einem Buch mit dem Titel „<a href="http://www.freienetze.at/index.php?option=com_content&#038;task=view&#038;id=2&#038;Itemid=19">Freie Netze. Freies Wissen.</a>“ zum ersten Mal den Fokus auf die kommunalen Potentiale neuer digitaler Technologien gelegt. Dank einer Creative-Commons-Lizenz steht das Buch auch im Volltext als <a href="http://www.freienetze.at/pdfs/fnfw(komplett).pdf">PDF</a> zum Download bereit.</p>
<p>Gedacht als Beitrag zum Europäischen Kulturhauptstadtjahr 2009 in Linz, waren darin eine Reihe von konkreten Projektvorschlägen zur Umsetzung auf kommunaler Ebene enthalten. Einige dieser Vorschläge wurden in den folgenden Jahren auch tatsächlich umgesetzt. So gibt es seit 01. Januar 2009 in Linz beispielsweise einen zehnprozentigen Förderbonus für alle jene, die geförderte Werke unter einer freien Lizenz wie eben Creative Commons veröffentlichen (vgl. „<a href="http://www.freienetze.at/index.php?option=com_content&#038;task=view&#038;id=47&#038;Itemid=37">Zusätzliche Förderung für Nutzung freier Lizenzen</a>“). </p>
<p>Vier Jahre später folgt nun mit „<a href="http://www.freienetze.at/index.php?option=com_content&#038;task=view&#038;id=80&#038;Itemid=41">Freiheit vor Ort: Handbuch kommunale Netzpolitik</a>“ ein Nachfolgeband, ebenfalls Creative-Commons-lizenziert. Erklärtes Ziel des, um die Sozialwissenschaftlerin Manuela Hiesmair erweiterten, Herausgeber-Trios ist es, „ganz allgemein Diskussionen über digitale Freiheit auf lokaler Ebene“ anzustoßen. Zu diesem Zweck wurde die Perspektive erweitert und nicht mehr nur die konkrete Situation in Linz, sondern die kommunale Ebene ganz allgemein in den Blick genommen.</p>
<p>Neben Aktualisierungen und drei völlig neuen Kapiteln (z.B. eines zu Open Government) berichten in Interviews eine Reihe von Praktikern aus Linz über ihre Erfahrungen, Erfolge und Probleme bei der Umsetzung der Projektvorschläge aus „Freie Netze. Freies Wissen.“ – ganz getilgt wurde der Linz-Bezug also auch im Nachfolgeband nicht. Das Buch ist unbedingt lesenswert, als Anschauungsbeispiel und als Anregung für vergleichbare Projekte in anderen Städten und Gemeinden. </p>
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		<title>Urheberrecht reloaded: &#8220;Den gordischen Knoten durchschlagen &#8211; Ideen für ein neues Urheberrechtskonzept&#8221;</title>
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		<pubDate>Wed, 12 May 2010 06:00:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Philipp Otto</dc:creator>
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		<description><![CDATA[iRights.info-Redakteur Till Kreutzer hat einen sehr spannenden Artikel geschrieben, in dem es um nichts weniger geht, als das Urheberrecht neu zu denken, um es zukunftsfähig zu machen: „Den gordischen Knoten durchschlagen – Ideen für ein neues Urheberrechtskonzept“. Dieser Artikel ist nun im Autorenblog CARTA erschienen. Der Artikel entstammt dem von iRights.info und der Heinrich-Böll-Stiftung veröffentlichten [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>iRights.info-Redakteur Till Kreutzer hat einen sehr spannenden Artikel geschrieben, in dem es um nichts weniger geht, als das Urheberrecht neu zu denken, um es zukunftsfähig zu machen: „Den gordischen Knoten durchschlagen – Ideen für ein neues Urheberrechtskonzept“. Dieser Artikel ist nun im Autorenblog <a href="http://carta.info/26165/den-gordischen-knoten-durchschlagen-ideen-fuer-ein-neues-urheberrechtskonzept/">CARTA</a> erschienen. Der Artikel entstammt dem von iRights.info und der Heinrich-Böll-Stiftung veröffentlichten Reader <a href="http://irights.info/blog/arbeit2.0/2010/04/13/copy-right-now-pladoyers-fur-ein-zukunftstaugliches-urheberrecht/">„Copy.Right.Now! &#8211; Plädoyers für ein zukunftstaugliches Urheberrecht“</a>.</p>
<p>Kreutzer beschreibt im Artikel seine Vision für ein neues Urheberrechtsmodell. Bei dem Text handelt es sich um eine kurze (vereinfachte) Zusammenfassung der Überlegungen und Thesen, die Kreutzer in seiner Dissertation <a href="http://www.irights.info/index.php?id=730">“Das Modell des deutschen Urheberrechts und Regelungsalternativen”</a> entwickelt hat.</p>
<p>Dabei wird im Text ein weiter Bogen von den Grundgedanken des Urheberrechts über die Entwicklungen in Recht, Technik und Gesellschaft bis zu den Grundzügen eines neuen Schutzkonzepts geschlagen. In der Einleitung schreibt Kreutzer dazu: „In den nachfolgenden Überlegungen wird der Frage nachgegangen, welche Maßnahmen notwendig sind, um das Urheberrecht zu einem zentralen Regelungsprinzip für eine globale Informationsordnung weiterzuentwickeln. Ein Urheberrecht, das seinem Anspruch als „Magna Charta der Informationsgesellschaft“ gerecht wird. Es wird in dieser zukunftsgerichteten Betrachtung nicht um „Körbe“ oder die Auslegung von EU-Richtlinien oder völkerrechtlichen Verträgen gehen. Vielmehr sollen einerseits die wesentlichen Defizite des geltenden Urheberrechts und deren Folgen dargestellt und andererseits meine Vision für einen neuen konzeptionellen Ansatz des Urheberrechts skizziert werden.“</p>
<p>Bei CARTA ist bereits der <a href="http://carta.info/25506/copy-right-now-plaedoyers-fuer-ein-zukunftstaugliches-urheberrecht/">Einleitungsartikel</a> des Readers von Jan Engelmann und iRights.info-Redakteur Matthias Spielkamp erschienen. Nach und nach werden weitere in &#8220;Copy.Right.Now!&#8221; erschienene und von iRights.info-Autoren geschriebene Artikel bei CARTA veröffentlicht und sollen zur Diskussion anregen.</p>
<p>Der Reader steht unter einer Creative Commons-Lizenz und kann kostenlos bei der Heinrich-Böll-Stiftung in der Printversion bestellt werden (Heinrich-Böll-Stiftung, Schumannstr. 8, 10117 Berlin; Mail: info@boell.de). Er steht ebenfalls kostenlos zum <a href="http://www.boell.de/downloads/2010-04-copy_right_now_zukunft_urheberecht.pdf">Download</a> (PDF, 1,3 MB) bereit. </p>
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		<title>Copy.Right.Now! Plädoyers für ein zukunftstaugliches Urheberrecht</title>
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		<pubDate>Tue, 13 Apr 2010 08:01:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Matthias Spielkamp</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Eigentumsfragen sind Machtfragen. Nirgends werden diese Fragen lauter und provozierender gestellt als im Internet: Durch die Digitalisierung geistiger Werke und den schnellen Austausch von Daten und Informationen werden starre Verfügungsrechte aufgelöst. Die Heinrich-Böll-Stiftung und iRights.info präsentieren einen Reader zum Thema, mit Texten von Lawrence Lessig, Cory Doctorow, Till Kreutzer, Ilja Braun und anderen. Der Reader [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Eigentumsfragen sind Machtfragen. Nirgends werden diese Fragen lauter und provozierender gestellt als im Internet: Durch die Digitalisierung geistiger Werke und den schnellen Austausch von Daten und Informationen werden starre Verfügungsrechte aufgelöst. Die Heinrich-Böll-Stiftung und iRights.info präsentieren einen Reader zum Thema, mit Texten von Lawrence Lessig, Cory Doctorow, Till Kreutzer, Ilja Braun und anderen.</p>
<p>Der Reader steht ab sofort als <a href="http://www.boell.de/downloads/2010-04-copy_right_now_zukunft_urheberecht.pdf">PDF</a> zur Verfügung (1,3 MB), ab dem 15. April liegt er auch gedruckt vor und kann kostenlos bestellt werden (Informationen am Ende). Der folgende Text ist die Einleitung von Jan Engelmann (Heinrch-Böll-Stiftung) und Matthias Spielkamp (iRights.info). Redaktionell betreut wurde er auf Seiten von iRights.info durch Philipp Otto.</p>
<p>Das geltende Urheberrechtsregime reibt sich zunehmend an der digitalen Alltagswirklichkeit. Während es ursprünglich als ein auf den „genialen” Schöpfer zugeschnittenes Schutzrecht gegen Missbrauch konzipiert war, verstoßen wir, ob gewollt oder unbeabsichtigt, täglich gegen bestehendes Recht. Verlustfreies Kopieren gilt den einen als Zugewinn an Freiheit, den anderen als Einschränkung von künstlerischer Verfügungsgewalt und drohender Einnahmenverlust. Ein Ende der „Copyright Wars“ erfordert ein politisches und rechtstheoretisches Neudenken.<br />
<span id="more-1888"></span></p>
<h3>Lost in La Mancha</h3>
<p>Knapp 400 Jahre, bevor ein mexikanischer Schwanzlurch den deutschen Literaturbetrieb in Wallung brachte, ritt ein verarmter Landadliger durch die kastilische Hochebene. Sein Schöpfer, der gerichtsnotorische Miguel de Cervantes, präsentiert ihn als verirrte Seele, dem die exzessive Lektüre von Ritterromanen den Verstand vernebelt hat. Mit unseren heutigen Begriffen würden wir Don Quijote wohl als Opfer des hohen Datenaufkommens oder einen Geschädigten von virtuellen Rollenspielen ansehen.</p>
<p>Nicht nur seine literarische Figur, auch Cervantes selbst hatte die Konsequenzen seiner Einbildungskraft zu tragen: Kurz nach Erscheinen des ersten Teils des Romans El ingenioso hidalgo Don Quijote de la Mancha (1605) folgten etliche Raubdrucke. Das war damals nichts Ungewöhnliches, da Verlage noch nicht als Rechteinhaber im heutigen Sinne in die Verwertungskette eingriffen und die Drucker ihr technologisches Monopol weidlich auszunutzen verstanden. Der kommerzielle Erfolg des Don Quijote rief allerdings auch andere Trittbrettfahrer auf den Plan: Eine apokryphe Fortsetzung durch einen gewissen Alonso Fernández de Avellaneda, die 1614 in Umlauf kam, beschleunigte die Fertigstellung des zweiten Bandes (1615) durch Cervantes selbst. Wie der Plagiierte darin auf seinen Plagiator reagiert, sagt viel darüber aus, wie das System der literarischen Öffentlichkeit vor der Epoche des Urheberrechts funktionierte.</p>
<p>In seinem Prolog an den Leser versichert Cervantes, keinerlei „Scheltworte, Zank und Schmähen” gegen den Verfasser der ungenehmigten Fortsetzung gebrauchen zu wollen. Im Übrigen wisse er recht gut, „was die Versuchungen des Teufels sind, und dass eine der größten die ist, es einem Menschen in den Kopf zu setzen, er könne ein Buch schreiben und drucken lassen, mit welchem er ebensoviel Ruhm als Geld und ebensoviel Geld als Ruhm gewönne”. Zugleich versieht er seinen Text mit einer Art Echtheitszertifikat und bekräftigt, „dass dieser zweite Teil des <em>Don Quixote</em>, den ich dir jetzt übergebe, von dem nämlichen Künstler und aus dem nämlichen Zeuge wie der erste gearbeitet sei und ich dir hiermit den <em>Don Quixote</em> übergebe, vermehrt und endlich tot und begraben, damit keiner es über sich nehme, neue Zeugnisse seinetwegen herbeizubringen”.</p>
<p>Im Verlaufe der Romanhandlung begegnet Don Quijote zahlreichen Figuren, die von sich behaupten, sowohl Cervantes’ ersten Teil als auch Avellanedas Rip-off schon gelesen zu haben, und nun dem Protagonisten der „legitimen” Fortsetzung seine Authentizität attestieren. Nicht selten geschieht dies unter hämischen Querverweisen auf das Plagiat, und Cervantes nutzt jede Gelegenheit, dem Nachahmer dessen vermeintlich schlechtere Lösungen bei der Entfaltung des Plots unter die Nase zu reiben. Dadurch verlängert sich das in der Romanhandlung angelegte Vexierspiel zwischen Wirklichkeit und Fiktion bis ins Unendliche. Im 62. Kapitel wird der Ritter von der traurigen Gestalt in einer Druckerei in Barcelona sogar Zeuge, wie das Buch Avellanedas korrigiert wird. Ein in der Literaturgeschichte wohl einmaliges Hase-und-Igel-Rennen gerät zum ironischen Kommentar über Autorschaft im Manuskript-Zeitalter.</p>
<p>Cervantes führt mit seinem <em>Don Quijote</em> vor, wie im 17. Jahrhundert das einstmals lockere Verhältnis zu Varianten und Umarbeitungen von Stoffen allmählich einem robusteren Verständnis von Autorschaft und damit einhergehenden Ansprüchen (auf finanzielles und symbolisches Kapital) zu weichen beginnt. Und gerade weil dem Urheber Cervantes für die Absicherung seiner Werkherrschaft keine anderen Sanktionen zur Verfügung stehen, wertet er den literarischen Diebstahl zum auktorialen Spiel mit intertextuellen Verweisen um. Aus der vermeintlichen Schwäche des Systems wird so eine Stärke der Kunst: Cervantes verfasst in souveräner Manier eine Art literarische Unterlassungsklage, und die selbstreferenzielle Verhandlung seines eigenen Falls macht den Don Quijote zum ersten Gründungstext der literarischen Moderne.</p>
<h3>Lost Souls</h3>
<p>Die Vorstellung von geistigem Eigentum, die untrennbar an die Genieästhetik der Goethe-Zeit geknüpft ist, hat Konkurrenzen wie jene zwischen Cervantes und Avellaneda zur Regel gemacht. Heute sind Urheberrechtsverletzungen schlicht justiziabel. Literarischer Diebstahl ist kein Kavaliersdelikt mehr, das von der literarischen Öffentlichkeit als Gesellschaftsspiel goutiert würde, sondern beschäftigt Autoren, Erbengemeinschaften und Anwaltskanzleien. Dabei hat die jedem Internetbenutzer gegebene Möglichkeit zum „Cut &amp; Paste” die Hemmschwellen zum Verbreiten und Umarbeiten fremder Werke enorm gesenkt. Den Kulturwissenschaftler Philipp Theisohn „verwundert es nicht, dass das Netz aus Sicht der buchgestützten Literaturproduktion vorwiegend als ein <em>plagiarischer </em>Raum wahrgenommen wird, als eine Sphäre, in welcher der Autor als die Person, zu welcher er sich seit der Erfindung des Buchdrucks allmählich entwickelt hatte, systematisch entrechtet, enteignet, aufgelöst wird”.</p>
<p>Wie <strong>Jeannette Hofmann</strong><em> </em>in ihrem Beitrag hervorhebt, ist die Logik des urheberrechtlichen Weltbildes eng an einen dogmatischen Diskurs geknüpft. Dies mache es schwierig, die technologischen Möglichkeiten der digitalen Ära mit der engen Schöpfer-Werk-Beziehung aus dem 18. Jahrhundert zur Deckung zu bringen. Dieser unaufgelöste Widerspruch von tradierten Denk- und Rechtsfiguren und der x-fachen Verstöße gegen ebendiese, erfordere die Abkehr von klassischen Kategorien und die Hinwendung zu neuen.</p>
<p>Für die (zumeist jüngeren) Protagonisten einer offenen Netzkultur hat sich mit dem Web 2.0 eine Utopie realisiert – der schnelle Austausch von Daten und Informationen weitgehend ohne Teilnahmebarrieren und mit selbst definierten Freiheiten. In dieser Perspektive ist das Beharren auf eine singuläre Urheberschaft, aus der sich bestimmte Verfügungsrechte ableiten, tendenziell unzeitgemäß, weil es an den Realitäten sozialer Austauschprozesse im Internet vorbeigeht. Selbst ein Bestsellerautor wie <strong>Jonathan Lethem</strong><em> </em>kritisiert die Haltung vieler Schriftstellerkollegen, die das Copyright „als ihr Geburtsrecht und Bollwerk, als den Nährboden für ihre unendlich fragilen Praktiken in einer raubgierigen Welt ansehen”.</p>
<p>Verschiedentlich ist schon als Kulturkampf bezeichnet worden, was sich gegenwärtig zwischen den Verfechtern des geltenden Urheberrechtsregimes sowie den Befürwortern von dessen Abschaffung, zumindest Reformierung, abspielt. Wie unsicher die Bewertungsmaßstäbe innerhalb der medienhistorischen Übergangsphase des 21. Jahrhunderts immer noch sind, zeigte nicht zuletzt die Meta-Debatte um Helene Hegemanns <em>Axolotl Roadkill</em>. Zwar konnte Hegemann, zum Zeitpunkt der Abfassung bzw. Kompilation des Textes erst 17 Jahre alt, einen gewissen Welpenschutz für sich beanspruchen, weil sie als <em>digital native</em> „geistiges Eigentum” im Grunde als kontrafaktische Bestimmung jenseits ihrer Lebenswirklichkeit ansah. Aber die gelassene Selbstverständlichkeit, mit der sie dem Plagiatsvorwurf zunächst begegnete, wirkte wie Schmieröl für die Mechanik der eingespielten Skandal-Ökonomie.</p>
<p>Als ihre nicht ausgewiesene Einlagerung von fremden Textpartikeln in <em>Axolotl Roadkill </em>aufflog, kam es zu einer bemerkenswerten Arbeitsteilung zwischen Verlag und Autorin. Während Ullstein sich sofort um die nachträgliche Einholung von Abdruckgenehmigungen bemühte, beharrte Hegemann in einem inzwischen schon legendären Statement auf der „Ablösung von diesem ganzen Urheberrechtsexzess”. Zwar gestand sie ein, sich aus fremden Quellen (u. a. Blogs) bedient zu haben, rechtfertigte das Text-Sampling aber als adäquate ästhetische Verfahrensweise: „Originalität gibt’s sowieso nicht, nur Echtheit.” Wo kein Original, da kein Plagiat – auf der Basis dieser Gleichung stritt das gesamte deutsche Feuilleton im Frühjahr 2010 über die Legitimität klassisch moderner Verfahren (Pastiche, Collage, Montage) im Kontext digitaler Medien – ohne sich auf ein abschließendes Urteil verständigen zu können. Als gar eine Ehrung Hegemanns mit dem Leipziger Buchpreis möglich erschien, sah sich der Verband Deutscher Schriftsteller zur „Leipziger Erklärung zum Schutz geistigen Eigentums” genötigt, in der er unmissverständlich klar stellte: „Missachtung, Aushöhlung und sträfliche Verletzung des Urheberrechts führt zur Entwertung, Aufgabe und schließlich zum Verlust jedweder eigenständigen intellektuellen und künstlerischen Leistung.”</p>
<p>Dass eine solche Bekräftigung des rechtlichen Status quo überhaupt nötigt ist, verstärkt den Eindruck, dass knapp vier Jahrzehnte nach Roland Barthes’ philosophischem Todesstoß für den Autor auch das Urheberpersönlichkeitsrecht („Droit d’Auteur”) nur noch eine Art untotes Dasein fristet. Zentrale urheberrechtliche Begriffe wie „Schöpfungshöhe” bedürfen der ständigen juristischen Neuauslegung, Plagiatsverdachtsmomente bei besonders gut laufenden Buchtiteln sind schon fast die Regel. Doch zu sagen, dass der Kaiser nackt ist, bleibt allein einem Teenager vorbehalten, dessen mangelndes Rechtsbewusstsein mit zum Teil sehr originellen Metaphern kompensiert wird. So wirkt die pikareske Helene Hegemann, die sich laut eigener Aussage als „Untermieter im eigenen Kopf” fühlt, fast wie eine postheroische Wiedergängerin des Don Quijote.</p>
<h3>Lost in Music</h3>
<p>Der Kaiser besaß einstmals einen Thron. Von dort ordnete er die Verhältnisse, nach denen Künstler ihre Werke in die Öffentlichkeit trugen. Tonfolgen, akustisch gespeichert und auf physische Trägermedien gepresst, bilden das jahrzehntelang gültige Geschäftsmodell der Musikindustrie. Ein eigenes Schutzrecht für Studioaufnahmen verbietet deren unerlaubte Verwertung durch Dritte, erfolgreiche Chartbreaker sorgen für die Quersubventionierung hoffnungsvoller Nachwuchskünstler, Einnahmeausfälle durch Privatkopien werden durch zusätzliche Abgaben auf Leermedien und Geräte ausgeglichen.</p>
<p>Heute ist es der König Kunde, der eine neue Sitzverteilung fordert. Das Kompressionsformat MP3, in den achtziger Jahren durch das Fraunhofer Institut entwickelt, hat einen Siegeszug trägerloser Musik begründet, der das eingespielte System von kanalisiertem Angebot und Nachfrage komplett ins Wanken gebracht hat. Seitdem Musikdateien über Peer-to-Peer-Filesharing (und oft ohne Genehmigung der Rechteinhaber) getauscht werden können, verzeichnen Plattenfirmen herbe Umsatzrückgänge. Die rapide Verbreitung von Musik via Tauschbörsen und Upload-Plattformen zeigt in aller Unerbittlichkeit auf, dass technologischer Wandel immer auch die „kreative Zerstörung” existenter Märkte nach sich zieht. Mit restriktiven Maßnahmen wie Digital Rights Management, wodurch gekaufte CDs auf den heimischen Computern nicht mehr liefen, verprellte die Musikindustrie noch die letzten gutwilligen Kunden. Eine ganze Branche leidet seitdem unter Liebesentzug und wartet auf den weißen Ritter.</p>
<p>Der Musikmanager <strong>Tim Renner </strong>vergleicht die gegenwärtige Situation mit jener zwischen den Weltkriegen, als das aufkommende Radio von den großen Medienkonzernen als gefährliche Konkurrenz angesehen wurde. Angesichts der Digitalisierung musikalischer Inhalte, so Renner in seinem Beitrag, stellen sich heute eigentlich ganz ähnliche Herausforderungen: Nur ein politisch forcierter Kontrahierungszwang zwischen Urheber- und Leistungsschutzrechtinhabern auf der einen Seite sowie Technologieunternehmen und Anbietern von Internetanschlüssen auf der anderen könne beim Marktversagen in der Musikbranche Abhilfe schaffen.</p>
<p>Die Zeichen der Zeit weisen gegenwärtig jedoch nicht in die Richtung einer Entwicklung innovativer Marktmodelle. Schon eher ist eine Erhöhung des strafrechtlichen Drucks gegenüber illegalen Nutzungsformen zu beobachten. Das französische Modell der „Three-Strikes-Out”, das nach zweimaliger Abmahnung eine Kappung des Internetanschlusses vorsieht, wird auch anderen Ländern zur Nachahmung empfohlen. In Deutschland, wo das Bundesverfassungsgericht im März 2010 die bisherige Praxis der Vorratsdatenspeicherung für verfassungswidrig erklärte, zeichnet sich noch keine konsistente Linie bei der Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen ab. Unklar bleibt insbesondere die europäische Haltung beim internationalen Anti-Piraterie-Abkommen ACTA (Anti-Counterfeiting Trade Agreement), das das Übereinkommen über handelsbezogene Aspekte der Rechte am geistigen Einkommen (TRIPS) ergänzen und bis Ende des Jahres beschlussfähig sein soll. Beobachter kritisieren seit langem die Intransparenz der laufenden Verhandlungsrunden, nur wenig Konkretes sickert an die Öffentlichkeit. Für den vorliegenden Reader hat <strong>Monika Emert</strong> sich die Mühe gemacht, den wohl richtungweisenden Netzregulierungs-Pakt der führenden Industrienationen einmal genauer unter die Lupe zu nehmen.</p>
<p>Während es den Content-Industrien in den letzten Jahren vor allem um die Wahrung ihrer abgeleiteten Rechte an Werken ging, taten sich viele Künstler immer stärker durch einen experimentellen Umgang mit dem Urheberrecht hervor. Angelehnt an die Zitatkultur im Hip-Hop, stellten musikalische Hybridbildungen von z. B. DJ Danger Mouse (<em>Grey Album</em>) oder Girl Talk (<em>Night Ripper</em>) sowie unzählige illegale Mashups auf den lokalen Dancefloors und globalen Plattformen wie YouTube eindrucksvoll die Formenvielfalt der Popkultur heraus. Über den ästhetischen Ansatz, das musikalische Archiv für kreative Neuschöpfungen zu gebrauchen, wurde seitdem immer wieder, auch vor Gericht, gestritten. Schnell rückte die Frage, inwieweit die juristischen „Copyright Wars” nicht auch die künstlerische Evolution behindern, in den Fokus der Debatten.</p>
<p>Der Dirigent und Konzeptmusiker <strong>Christian von Borries </strong>hält die Unterscheidung zwischen Original und Bearbeitung in der Musik für obsolet. Er bedient sich einer speziellen Software, die fremde Kompositionen in Partituren rückübersetzt und als Weiterbearbeitung aufführbar macht. So wurden in der documenta-Arbeit <em>Auf einmal &amp; gleichzeitig. Eine Machbarkeitsstudie</em> unter anderem Versatzstücke von Prokofjew, Schostakowitsch, Pierre Boulez, John Adams und Kanye West verwurstet. Dieses musikalische Gangstertum, so Borries, sei als legitime Form der Aneignung tief in der Musikgeschichte verankert. Auch die Künstlerin <strong>Cornelia Sollfrank </strong>plädiert in ihrem Beitrag für einen „Diskurs der künstlerischen Störung von Originalitäts- und Autorschaftskonzepten”. Was das konkret bedeutet, stellte Sollfrank in dem Ausstellungsprojekt „Legal Perspectives” unter Beweis. Dort münzte sie den juristischen Eiertanz um eine digitale Warhol-Appropriation einfach in einen Kommentar zur Urheberrechtsdebatte um.</p>
<h3>Lost in translation</h3>
<p>Jeff Bezos, der mit seinem Amazon-Buchladen nicht nur den klassischen Buchhandel an die Wand drückt und selbst großen Verlagen seine Bedingungen diktieren kann, gibt sich abgezockt und vorausschauend. Auf lange Sicht, sagte er dem <em>Wall Street Journal</em>, werden Bücher auf elektronischen Geräten gelesen werden. Physische Bücher verschwänden nicht, so wie Pferde nicht verschwunden seien nach der Erfindung des Automobils. Aber es gebe keinen Bestandsschutz für Technologien. Auf den Einwand, dass viele Leser aber doch an den taktilen, den fassbaren Eigenschaften ihrer Bücher hingen, entgegnete Bezos: „Ich bin mir sicher, Menschen lieben auch ihre Pferde. Aber sie werden nicht auf ihrem Pferd zur Arbeit reiten, nur weil sie ihr Pferd lieben. Es ist unsere Aufgabe, etwas Besseres zu entwickeln als ein physisches Buch.”</p>
<p>Doch über eine Eigenschaft dieses „Besseren” spricht Bezos ungern, und mit ihm viele Unternehmer, die mit digitalen Inhalten Geld verdienen: den Wandel vom Eigentum zur Lizenzierung. Wer sich ein elektronisches Buch auf den Kindle lädt, der „kauft” nur noch in Anführungszeichen. Denn an einem „unkörperlichen Werkstück”, wie so ein E-Book, ein MP3, ein Film aus der Online-Videothek in schillernder Juristenprosa heißt, erwirbt der Nutzer kein Eigentum. Sondern er erwirbt den Zugang zu einem Werkstück durch eine Lizenz, die ihm die Nutzung des Werks ermöglicht. Das mussten einige Besitzer des Kindle-Lesegeräts im Juli 2009 schmerzlich erfahren, als von einer Sekunde zur nächsten ausgerechnet George Orwells <em>1984</em> von ihren Kindles verschwand. Amazon hatte sie gelöscht, wozu die Firma in der Lage war, weil sie niemals die Kontrolle über die Geräte aufgibt, für die Kunden 250 Euro und mehr auf den Tisch legen.</p>
<p>Amazon ist kein Einzelfall, worauf auch <strong>Cory Doctorow</strong>, erfolgreicher Science-Fiction-Autor und Kämpfer gegen jede Art von Nutzer-Knebelung, in diesem Reader hinweist. Apples iTunes Music Store, inzwischen nicht mehr nur von der Musikbranche, sondern auch von der Filmwirtschaft und nun sogar von den Presseverlagen geradezu als Heilsbringer verehrte Online-One- Stop-Shop, in dem alles gekauft werden kann, was sich nicht anfassen lässt, ist vom gleichen Schlag. Dass seine Geschäftsbedingungen gegen deutsches Recht verstoßen, ist so gut wie sicher, doch der Prozess, den die Verbraucherzentralen in Deutschland gegen Apple führen, dauert Jahre, kostet einen Haufen Geld und Ressourcen. Wenn er abgeschlossen sein wird, warten die Bedingungen einiger Tausend anderer Angebote, von Social Networks bis zu E-Mail-Providern. Den Augiasstall auszumisten, muss im Vergleich dazu ein Traumjob sein.</p>
<h3>Lost and found</h3>
<p>Die Politik hält mit diesen Veränderungen des Marktes und der Geschäftsmodelle nicht Schritt. Doch ist der Grund dafür nicht die natürliche Verlangsamung im demokratischen Prozedere, bei der der Gesetzgeber der technischen Entwicklung hinterherhinkt. Die sogenannte „kooperative Gesetzgebung”, mit der das Bundesjustizministerium versprochen hatte, die Interessenvertreter der Urheber, der Verbraucher und der Wirtschaft direkt in den Gesetzesvorbereitungsprozess einzubinden, stellt sich nach beinahe zehn Jahren dar als die Möglichkeit, den Wünschen der Verwertungsindustrie noch mehr Gewicht zu geben. Die Interessen der Öffentlichkeit, der Wissenschaft und der Urheber selbst wurden diesen wiederholt untergeordnet.</p>
<p>Ein Leistungsschutzrecht für Presseverlage, das nach dem Willen der schwarz- gelben Koalition in dieser Legislaturperiode kommen soll, ohne dass vorher auch nur evaluiert worden wäre, (a) welches Problem es lösen soll, (b) ob es dieses Problem lösen kann und (c) zu welchen Kosten für die Allgemeinheit es das tun würde, ist nur das jüngste in einer Reihe von Beispielen. <strong>Ilja Braun </strong>wundert sich in seinem Beitrag zum Leistungsschutzrecht über die Chuzpe, mit welcher der „Content-Klau” von Web-Portalen und News-Aggregatoren angeprangert wird.</p>
<p><strong>Robin Meyer-Lucht </strong>verortet die Diskussion um das Leistungsschutzrecht im Kontext einer Rollenkrise des klassischen Journalismus. Dieser habe den Paradigmenwechsel durch die neuen Player im Web 2.0 im Grunde immer noch nicht richtig verstanden.</p>
<p>Wenn die gemeinsame Wertschöpfung im Internet (etwa auf Wikipedia, in Social Networks oder auf Blogs) ein wichtiger Indikator dafür ist, dass wir uns mit Hilfe der Technik dem Ideal einer offeneren Kultur anzunähern beginnen, dann ist es zweifelsohne notwendig, für die Zukunft rechtliche Vereinbarungen und zentrale Regularien zu entwickeln. Die Lösung, da ist sich der amerikanische Verfassungsrechtler und Harvard-Professor <strong>Lawrence Lessig </strong>in seinem Beitrag sicher, könne jedoch nicht darin bestehen, die juristische Komplexität bei den geistigen Eigentumsrechten zu erhöhen. Anhand der Lizenzierungsproblematik bei Dokumentarfilmen und der Google-Buchsuche zeigt er anschaulich, wie etwa die Verlängerung von Schutzfristen und die Erschwernis von öffentlicher Nutzung in letzter Konsequenz zu einer Verarmung unseres kulturellen Erbes führen können. Zumindest eine Antwort auf die verwerterzentrierte Haltung der Politik kann sein, das Heft selbst in die Hand zu nehmen, wie es beispielsweise Urheber mit den von Lessig mitentwickelten Creative-Commons-Lizenzen tun können. Die attraktiven Wahlmöglichkeiten für die Urheber im Umgang mit ihren eigenen Werken durch den Lizenzbaukasten Creative Commons beschreibt <strong>John Hendrik Weitzmann</strong>.</p>
<p>Doch so wichtig diese Ansätze einer Selbstorganisation sind, so wenig werden sie tiefer liegende Probleme lösen, wie die fundamentalen Veränderungen im Verhältnis von Verwertern auf der einen, Urhebern und Verbrauchern auf der anderen Seite. Dass man darum beim Urheberrecht einen viel stärkeren Fokus auf den Nutzerschutz legen müsste, begründet der Rechtswissenschaftler <strong>Gerd Hansen </strong>in seinem Beitrag.</p>
<p>Und <strong>Till Kreutzer</strong>, Mitbegründer von iRights.info, schlägt weitreichende Regelungsalternativen vor, mit denen sich der gordische Knoten durchschlagen ließe, in dem vor allem die gegensätzlichen Interessen der Urheber und Verwerter verwickelt sind.</p>
<p><strong>Ilja Braun </strong>blickt demgegenüber auf die Empirie der bisherigen Reformbemühungen und problematisiert angesichts der herrschenden Vergütungsregeln die mangelnde Verhandlungsmacht der Urheber.</p>
<p>Nicht zuletzt wird die Idee einer Kulturflatrate – eine Pauschalvergütung digitaler Nutzungsformen – derzeit intensiv wie nie diskutiert. Wie die grüne Europaabgeordnete <strong>Helga Trüpel</strong> und (gemeinsam mit <strong>Simon Edwin Dittrich</strong>) <strong>Malte Spitz</strong>, Mitglied im grünen Bundesvorstand, in ihren jeweiligen Beiträgen darlegen, wäre ihr womöglich zuzutrauen, einen Ausweg aus dem Dilemma zu bieten, das unweigerlich entsteht, wenn künstlerische Werke und kulturindustrielle Produkte verlust- und nahezu kostenfrei vervielfältigt werden können. Bei allen noch offenen Fragen der Ausgestaltung einer solchen Kulturflatrate: Eine zusätzliche Abgabe auf Breitbandabschlüsse hätte zumindest den Charme, Internetnutzer zu entkriminalisieren, die Justiz von Tausenden Bagatelldelikten zu entlasten sowie eine kompensatorische Vergütung der Urheber zu ermöglichen.</p>
<p>Wem diese Vorschläge zu radikal erscheinen, sei daran erinnert, dass eine Rechtsordnung immer auf der Anerkennung durch jene beruhen muss, deren Leben sie regulieren will. Schon jetzt verweigern Millionen von Menschen – Tauschbörsennutzer, Software-Kopierer, Mashup-Artisten – der geltenden Rechtsordnung ihre Zustimmung. Zehntausende haben das bei der letzten Wahl zum Ausdruck gebracht, indem sie ihr Kreuz bei einer Partei machten, die auf das Orange des revolutionären Aufbruchs setzte. Ob die Lösungen, die die Piratenpartei vorschlägt, den Interessen der beteiligten Stakeholder gerecht werden, ist mindestens umstritten. Der „Pirat” <strong>Jens Seipenbusch</strong> und der grüne Netzpolitiker <strong>Jan Philipp Albrecht </strong>erörtern in diesem Band ihre Gemeinsamkeiten und Differenzen.</p>
<p>Alles auf Anfang: Der mexikanische Schwanzlurch Axolotl verfügt, so erklärt es die Online-Enzyklopädie Wikipedia, über eine erstaunliche Fähigkeit: Er kann Gliedmaßen, Organe und sogar Teile des Gehirns und Herzens vollständig regenerieren. Vielleicht sollten sich die Theoretiker und Praktiker des Urheberrechts gerade an ihm ein Beispiel nehmen.</p>
<p>Der Reader <strong>Copy.Right.Now!</strong> - Plädoyers für ein zukunftstaugliches Urheberrecht, herausgegeben von der Heinrich-Böll-Stiftung in Zusammenarbeit mit iRights.info, liegt als <a href="http://www.boell.de/downloads/2010-04-copy_right_now_zukunft_urheberecht.pdf">PDF</a> (1,3 MB) vor und kann in der gedruckten Fassung kostenlos bestellt werden bei der</p>
<p>Heinrich-Böll-Stiftung | Schumannstr. 8 | 10117 Berlin</p>
<p>Tel. 030-285340 | Fax: 030-28534109 | E-Mail: <a href="mailto:info@boell.de">info@boell.de</a></p>
<p><!--EndFragment--> <!--EndFragment--></p>
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		<title>Eine kurze Geschichte über Twitter und&#8230;über Liebe!</title>
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		<pubDate>Thu, 01 Apr 2010 15:38:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Philipp Otto</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[In eigener Sache]]></category>
		<category><![CDATA[Literatur]]></category>
		<category><![CDATA[Literaturhinweis]]></category>
		<category><![CDATA[Creative Commons]]></category>
		<category><![CDATA[erotische Liebesgeschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Liebe]]></category>
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		<description><![CDATA[Zu Ostern gibt es außnahmsweise in diesem Blog einmal einen literarischen Leckerbissen von iRights-Autor Philipp Otto. Es geht um eine Überraschung, einen Kuss (mindestens einen), um Twitter, warme Gefühle und um aufregende Gedanken. Die 21jährige Maria erzählt, was ihr neulich an diesem heißen Sommertag passiert ist. Eigentlich wollte sie nur zum Faulenzen runter an den [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Zu Ostern gibt es außnahmsweise in diesem Blog einmal einen literarischen Leckerbissen von iRights-Autor Philipp Otto. Es geht um eine Überraschung, einen Kuss (mindestens einen), um Twitter, warme Gefühle und um aufregende Gedanken. Die 21jährige Maria erzählt, was ihr neulich an diesem heißen Sommertag passiert ist. Eigentlich wollte sie nur zum Faulenzen runter an den See. Doch dann&#8230; Kommentieren und weiterverbreiten ist ausdrücklich erwünscht. Viel Spaß bei diesem Auszug aus dem Leben auf dem Land und dieser &#8220;erotischen Liebesgeschichte&#8221; (Simone).</p>
<p><strong>Eine Liebesgeschichte &#8211; Als Twitter mein Leben verändert hat</strong><br />
Ich bin Maria. 21 Jahre alt. Voller Lebenslust und ja &#8211; ich muss gestehen &#8211; ich bin überrascht worden. Und wie hat das alles angefangen und was bedeutet das? Eine berechtigte Frage. Ich will es euch erzählen. Kurz vor meinem 20. Geburtstag hat alles angefangen. Es war dieser verdammt heiße Tag im Juli. Wie so oft hatte ich keine Lust irgendwas sinnvolles zu tun. Also entschied ich mich an den See zu gehen. Da ich keine Lust hatte bei meinen Freunden anzurufen ob mich jemand begleiten will, bin ich alleine los. Bevor ich aber anfange zu erzählen, vielleicht ein bißchen was zu mir. Wie gesagt, inzwischen bin ich 21, sehe glaube ich ganz gut aus, zumindest bin ich der festen Überzeugung dass es so ist und bin manchmal ganz schön überzeugt von mir. Manchmal natürlich auch nicht. Aber das hat jetzt hier natürlich ganz und gar nichts zu suchen. Mit meinem Schmollmund lächele ich das weg. Ihr werdet nichts merken. </p>
<p><span id="more-1848"></span></p>
<p>Ich bin mitten auf dem Land aufgewachsen. So richtig mitten auf dem Land. Ich kann alles was ein Mädchen können muss das hier aufgewachsen ist. Insbesondere bin ich Spezialistin in der Lösung von hochkomplizierten Beziehungsgeflechten zwischen Jungs und Mädchen aus Nachbardörfern, kann ordentlich Unfug machen und bin mit Abstand die Beste wenn es darum geht glitschige Frösche durch die offenen Fenster von Autos, die an Ampeln stehen, zu werfen. </p>
<p>Ein erfülltes Leben also. Allerdings auch mit ein paar Schattenseiten. Zum Beispiel und das ist natürlich furchtbar! Die Jungs&#8230;.ein Kreuz sage ich euch. Entweder sind sie die Coolsten von der Welt und sobald ein Windhauch kommt fangen sie an zu jammern. Oder sie sind so richtig voll romantisch. Mit dem ganzen Schnickschnack wie Kerzen, Vollmond und hach hast du wunderschöne Augen. Ist ja ganz nett, eine Weile. Oder aber sie haben die ganze Welt gesehen, kennen immer alle und alles. Am Anfang ist man dann ganz begeistert, himmelt sie an und malt sich aus wie man gemeinsam die ganze Welt erobert. Irgendwann kommt aber immer die Erkenntnis dass doch alles irgendwie nur auf Sand gebaut ist. Der von dem man dann träumt, der muss ja schließlich alles zusammen haben und ganz vorne dran muss er ein Räuber sein. Gar nicht so einfach. Drunter mache ich es aber nicht, das habe ich mir geschworen. Und um dem Schwur nicht brüchig zu werden, kann ich gerne warten. Ein bißchen streicheln und Illusionen haben dürfen sie die anderen Jungs, mein Herz kriegen sie nicht! Hah! Eigentlich spielt das ja aber gar keine so große Rolle für meine Geschichte die ich euch erzählen will. Vielleicht aber doch. </p>
<p>Also dieser heiße Tag. Mit der dicksten Sonnenbrille die ich auftreiben konnte, in einem gelben schulterfreien Oberteil und mit diesem wunderbaren weißen Rock mit den kleinen roten Blumen bin ich los Richtung See. Ich liebe es wenn meine Füße dreckig sind, wenn der Staub der Straße von der Plastikschlaufe meiner FlipFlops abgerieben wird. Ich merke wie meine Schultern von der Sonne ganz heiß werden und sich in meinem Nacken Schweiß bildet. Ich atme dann erstmal ganz tief durch, fühle mich ziemlich gut und schlendere den Weg entlang. Ab und an kommt meine Tasche mit der Wasserflasche, dem iPod und dem Superbuch mit Lisbeth Salander dann auf die andere Schulter. Zum See ist es gar nicht soweit. Ein paar Meter geht es noch durch einen kleinen Wald, dann liegt er auch schon vor mir. Sofort überkommt mich das Gefühl mich auszuziehen und in das kühle Wasser zu springen. Das mache ich aber natürlich nicht! Wahrscheinlich muss ich dazu noch älter werden. Dann aber bestimmt. So cool wie das coolste Mädchen vom Land schlendere ich zum Ufer, lege mein Handtuch hin und lege mich drauf. Erstmal ankommen und schauen wer denn noch so alles da ist. Ein paar wenige. Es ist wohl noch zu früh. Wer ist schon kurz nach Mittag am See, nur besonders faule Mädchen. Egal, mir gefällt es. </p>
<p>Er sieht schön aus, der See. Auf seiner Oberfläche und in den leichten Wellen flirren die Sonnenstrahlen und blenden mich trotz Sonnenbrille. Ich lege mich auf den Rücken schließe die Augen, bewege meinen Oberkörper, strecke die Beine aus und atme ganz tief aus. Wunderbar. Ich genieße den Wind der meine Beine angenehm kühlt, aber auch eine leichte Gänsehaut hinterlässt. Ich versinke reglos in Gedanken. Fast wäre ich eingeschlafen, doch ein Geräusch auf dem See hielt mich davon ab. Ich stützte mich auf meine Ellenbogen und richtete mich auf. Zuerst konnte ich nichts sehen, doch nachdem sich meine Augen wieder an das helle Licht gewöhnt hatten, konnte ich einen jungen Mann sehen der in einem Boot auf dem See unterwegs war. Mit kräftigen Schlägen trieb er das kleine Ruderboot auf dem Wasser. Ich musste lächeln als ich mich bei dem Gedanken ertappte er würde oben ohne rudern. Natürlich war das nicht so, er hatte ein dunkles T-Shirt an. Und: Er ruderte in meine Richtung. Das gefiel mir, dann konnte ich ihn mir aus der Nähe ansehen. </p>
<p>Ich war ganz auf ihn konzentriert. Er sah ganz gut aus, soviel konnte ich inzwischen sehen. Und es schien interessant zu werden, er lächelte in meine Richtung. Nie würde ich zeigen dass mir das gefiel, jedenfalls am Anfang nicht! Er rief irgendwas, doch ich verstand ihn nicht. Ich richtete mich auf und rief ganz laut zurück: &#8220;Was? Du bist zu leise!&#8221;. Er bedeutete mir zu warten bis er da wäre. Da warte ich doch gerne bis er sein Schiff in den Hafen manövriert hat. Inzwischen saß ich im Schneidersitz. Unbewusst hatte ich mit meinen Armen noch meine Brüste berührt und mich aufrecht hingesetzt. Nun war er da. Er rief: &#8220;Hej, ich mache mal fest oder hast du Lust mit auf das Boot zu kommen?&#8221; Eine Sekunde Schockstarre. Eigentlich wollte ich ihn kommen lassen, nun musste ich schon eine Entscheidung treffen. Wie ungeplant. Ohne Nachzudenken entgegnete ich: &#8220;Warum nicht?&#8221; Während ich aufstand und meine Sachen in den Beutel warf war ich sehr überrascht, was ich hier gerade gesagt hatte. Kurz überlegte ich meine Antwort zurück zu nehmen, musste aber viel zu viel lächeln. Zum Glück sah er das nicht. Mein Gesicht war beim Einpacken von ihm abgewandt. Fertig, noch einmal durchatmen, umdrehen und dann ab auf das Boot. </p>
<p>Mit drei Schritten durch das Wasser war ich am Boot. Mit wenigen Bewegungen war ich auf dem Boot. Und in einer Situation, wo ich nicht wusste was ich sagen sollte. Zum Glück übernahm er das: &#8220;Willkommen an Bord. Willst du am Ufer entlang und wilde Graureiher beobachten, durch das Schilf und brütende Möven aufschrecken oder auf hohe See?&#8221; Während er mir die Alternativen vorschlug blickte ich ihn das erste Mal aus der Nähe an. Er war groß, war leicht gebräunt, hatte einen leicht struppigen Bart, dunkle Augen, vom Wind durchwuschelte Haare und lächelte. Ich musterte ihn wie einen Kleiderständer, so perplex war ich in diesem Moment. &#8220;Träumst du?&#8221; Ich kam zu mir und presste zwischen mein Lippen ein &#8220;natürlich auf die hohe See&#8221; hervor, &#8220;alles andere wäre ja auch fies!&#8221; Er schob das Boot mit einem Ruder weg vom Ufer und fing an zu paddeln. Nach ein paar Schlägen konnte man den Grund des Sees nicht mehr sehen und das Boot entfernte sich vom Ufer. Ich saß völlig unpassend im Boot. Zumindest kam es mir so vor. Tausend Gedanken schwirrten durch meinen Kopf. Was mache ich hier? Warum bin ich nicht am Ufer geblieben? Wer ist das? Der sieht schon ziemlich gut aus! Den kenne ich aber gar nicht! oder? Wo fahren wir hin? Wunderschön hier draußen zu sein! Ein schönes Holzboot! Er rudert kräftig, das Boot bewegt sich rhythmisch aber doch ruhig, der kann das. warum habe ich ihn hier noch nie gesehen? Ich bin doch öfter am See! Wie er wohl heißt? Das sieht gut aus wenn er zur Seite schaut während er rudert&#8230;ich fing mich gerade noch rechtzeitig als ich gemerkt habe dass er ansetzt etwas zu sagen.</p>
<p>Ich blickte ihn lächelnd und mit leicht gesenktem Kopf an. Er lächelte auch. &#8220;Hi, schön dass du mitgekommen bist.&#8221; Ja finde ich auch. Er hörte mit dem Rudern auf und streckte mir seine Hand entgegen: &#8220;Ich bin Ronny, der Fischer vom See&#8221;. Ich musste schlucken. Ronny, der Fischer vom See. Ronny heißt er. Fischer ist er. seit wann gibt es hier Fischer? Und es gibt also auch viele Fische, sonst würde sich fischen ja gar nicht lohnen. Ich kam aber nicht weiter dazu nachzudenken, ich antwortete sofort: &#8220;Und ich bin Maria, keine Fischerin, trotzdem aber ab und an am See&#8221;. Ronny lächelte. Ich auch. Wir kamen langsam ins Gespräch. Wir redeten über dies und das. Ich fragte ihn ob er öfter einfach junge Frauen vom Ufer mitnimmt die eigentlich nur im Sinn hatten ein Buch zu lesen und an ihrer Bräune zu arbeiten. Er lachte und verneinte. Das war das erste Mal. Normalerweise war er sehr froh auf dem See seine Ruhe zu haben, zu rauchen, über das Leben nachzudenken und zu fischen. Er war mir sehr sympathisch. </p>
<p>Irgendwann musste ich ja diese dämliche Frage stellen, war aber ok: &#8220;Und, was fischt man als Fischer hier so? Fische?&#8221; Ronny blickte mich tief an. Ich hatte einen kurzen Moment das Gefühl ihn gekränkt zu haben. Die Unsicherheit nahm er mir aber sehr schnell. &#8220;Hier gibt es viele Fische, schöne, hässliche, schnelle und gemächliche. Darf ich dir aber eine Geschichte von einem ganz besonderen Fisch erzählen?&#8221; &#8220;Au ja&#8221; antwortete ich. &#8220;Es gibt hier in diesem See einen ganz besonderen Fisch. Einen sehr großen Fisch.&#8221; Ich verzog meine Mundwinkel etwas und blickte ihn skeptisch an. &#8220;Leg dich hin, dann erzähle ich es dir&#8221;. Irgendwas war heute gar nicht im Lot. Ohne zu zögern legte ich mich ohne jeglichen Protest auf den Rücken ins Boot und blickte in den Himmel. &#8220;Hej, ich sehe dich ja gar nicht mehr!&#8221; &#8220;Das macht nichts, du sollst ja auch zuhören&#8221;. Lächelnd und ein bißchen mit einem Hauch von Hingabe antwortete ich: &#8220;Na gut, eine Wahl habe ich anscheinend nicht!&#8221; Ronny begann zu erzählen. </p>
<p>Vor vielen Jahren hat hier am See mal ein alter Mann gelebt. Seine große Leidenschaft war das Meer. So oft er konnte war er dort. Irgendwann merkte er dass sein Körper nicht mehr wollte und er kaum noch laufen konnte. Auf einer seiner letzten Reisen zum Meer brachte er lauter seltene Pflanzen und Tiere mit und setzte sie hier im See aus. Dabei war auch eine große Wasser-Schlingpflanze. Die pflanzte er ganz in der Nähe seines Steges am Ufer des Sees. Was er nicht bemerkt hatte, an einem Blatt der Pflanze war ein großer Kokon. Und darin lebte etwas! Ein Fisch! Er war noch ganz klein. Niemand bemerkte zunächst seine Anwesenheit. Erst als er sich mit seinen Raubfischzähnen aus dem Kokon befreit hatte konnten es alle anderen Bewohner im See sehen: Es war ein Delphin! Ein echter Delphin! Erst hatten alle furchtbar Angst, da er ziemlich schnell ziemlich groß wurde und manchmal sogar auch andere Fische auffraß. Mit der Zeit freundeten sich aber alle im See mit ihm an. In Vollmondnächten sieht man ihn oft wie er springt und durch das Wasser tollt. Voller Lebenslust und gierig nach Abenteuern. Tagsüber versteckt er sich meistens. Wenn ich mit dem Boot unterwegs bin ist er oft sehr nah. Manchmal blickt er mich auch durch die Wasseroberfläche an. Und: er lächelt! Wir mögen uns. </p>
<p>Ich hörte der Geschichte von Ronny genau zu, schweifte aber in Gedanken auch immer wieder ab. Das war ganz schön schön. Natürlich war das eine große Lügengeschichte! &#8220;Hej großer Fischer, hat er denn auch einen Namen, dein Delphin?&#8221; &#8220;Natürlich! Weil er so schnell und geschickt ist und zudem auch mit seiner Sprache in Sekundenschnelle alle anderen Fische herbei trommeln kann hat er einen ganz besonderen Namen bekommen! Er heißt Twitter!&#8221; Ich musste lächeln. Ein sehr schöner Name. Flipper kannte ich ja schon. Aber Twitter! In meinen Gedanken stellte ich ihn mir vor wie er durch das Wasser jagt, schnelle Bögen schlägt und vor Lust wild prustend aus den Wellen Richtung Sonne springt nur um sogleich wieder gurgelnd in den Fluten zu verschwinden. Ich hatte meine Augen geschlossen und fühlte mich sehr wohl. Ich richtete mich auf und blickte Ronny an. Dann kletterte ich durch das Boot rüber zu ihm und berührte ihn mit meinen Händen an seinen Schultern. Ich senkte meinen Kopf und flüsterte ihm ins Ohr &#8220;Lieber unbekannter Fischer, das war eine sehr schöne Geschichte. Und weil Twitter gerade tief unten im See seine Runden dreht und uns nicht ablenkt, küsse ich dich jetzt.&#8221; Ronny konnte gerade noch seine Augenbrauen ein bißchen nach oben ziehen bevor mein Mund seinen berührt hatte. Meine Hände legte ich an seine Schläfen und hielt ihn ein bißchen fest. Meine eine Hand fuhr in seine Haare. Meine Zunge schmeckte das Salz des Meeres und den Reiz des Abenteuers&#8230;</p>
<p><strong>Epilog:</strong> </p>
<p>Irgendwann ist es dann dunkel geworden. Auf dem See im weiten Land dümpelt immer noch ein kleines Boot im auffrischenden Abendwind. Maria und Ronny liegen Arm in Arm und blicken in die Sterne. Ab und an berührt Maria das Wasser. In Gedanken immer an eine Berührung mit Twitter. Denn es ist ja Nacht und der Mond scheint auf den See und manchmal hört sie Geräusche im Wasser. Sie weiß dann, Twitter ist ganz nah.</p>
<p>Wer mehr über Twitter oder über die Zukunft von Ronny und Maria oder den unbekannten See in einem weiten Land wissen will, der kann sich gerne an den Autor wenden.</p>
<p>Philipp Otto, 19.02.2010<br />
otto@irights.info</p>
<p>Dieser Text ist urheberrechtlich geschützt und lizenziert unter der<br />
Creative Commons Namensnennung des Autors-Keine Bearbeitung-Lizenz 3.0 Germany:<a href="http://creativecommons.org/licenses/by-nd/3.0/de/" target="_blank">http://creativecommons.org/licenses/by-nd/3.0/de/</a> </p>
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