Arbeit 2.0

Kreative Arbeit und Urheberrecht in der digitalen Welt

Interview mit Dieter Gorny: Neue gesellschaftliche Debatte über geistiges Eigentum

21. Oktober 2008 von Valie Djordjevic · Kategorie: Kreativwirtschaft · Kulturwirtschaft · Musik · Urheberrecht · Ökonomie

Im Rahmen des Dossiers „Urheberrecht“, das wir vergangenes Jahr zusammen mit der Bundeszentrale für politische Bildung zusammengestellt haben, führten wir auch ein Interview mit Dieter Gorny, dem Vorstandsvorsitzenden des Bundesverbandes Musikindustrie e.V., in dem rund 90 Prozent der Musikverlage, Schallplattenfirmen und Labels organisiert sind. Dieses Gespräch haben wir jetzt auch bei uns auf der Website veröffentlicht.

Gorny meint, dass es notwendig ist eine neue gesellschaftliche Debatte über geistiges Eigentum zu führen, da zu viele Leute der „Umsonst ist geil“-Mentalität anheim gefallen sind. Künstlerische Leistungen seien nicht genügend anerkannt. Es wollen zwar alle Musik hören, aber nicht dafür bezahlen. Vor allem im Zusammenhang mit der Debatte über Cultural Industries, die traditionellen Industrien in Westeuropa als Wertschöpfungsinstrument ablösen sollen, wäre es wichtig, die Kreativindustien als „zukünftige Leitmärkte“ zu fördern. Dazu gehöre auch ein starkes Urheberrecht.

Wer dieses Blog, die Tagung und unsere Website schon länger kennt, weiß, dass wir dieser Haltung sehr kritisch gegenüberstehen und oft schreiben, wie die Interessen der Urheber nicht unbedingt die Interessen der Verwerter sind. Trotzdem ist es interessant zu dokumentieren, was die „andere“ Seite sagt, um darüber auch ohne Polemik zu diskutieren.

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bis jetzt 3 Kommentare

  • 1 klml

    am 22. Okt, 2008 um 20:29

    Aber warum erzählt das alles der Dieter Gorny? Ist der Künstler? Ist Klingeltonverkauf schon ein Kunst?

    Das ein Verwerter die Künstler vertritt, wirkt unglaubwürdig. Andere, also ich mein echte, Künstler führen die Debatte wesentlich Konstruktiver. Mehr im Sinne von Erzeuger und Konsument, aber in diesen Debatten fehlt meist das Wort Verwerter.

  • 2 Robert A. Gehring

    am 29. Okt, 2008 um 13:29

    In der Ausgabe 4/2008 der Zeitschrift Musikforum gibt es ebenfalls ein Interview mit Dieter Gorny: “Wehret dem Inhalte-Tsunami” (S.59-61).

    Dort wird unter anderem folgende, interessante Frage gestellt:

    Was passiert eigentlich mit dem Geld, dass [!] in den Verfahren gegen illegalen Download eingetrieben wird?

    Aus der Antwort von Gorny:

    Wir haben gesagt: Wenn Geld fließt, dann sollte man es nicht an den Markt zurückgeben, sondern in den Bereich Pädagogik und Kultur investieren…Es sind übrigens siebenstellige Beträge, die da - gut investiert - zurückfließen, was auf die Breite der Maßnahmen hinweist.” (S.60)

    Mit anderen Worten, es geht um -zig Millionen Euro, die nicht an Musiker ausgeschüttet werden. Oder verstehe ich da Dieter Gorny falsch?

  • 3 Musik Online: Von Urlaub und Jobs - Spontis

    am 30. Dez, 2008 um 00:02

    [...] Was soll ein Lied kosten oder soll gar nur das ganze Album zum Kauf angeboten werden? In einem Interview mit Dieter Gorny stellt dieser sich schützend vor die Künstler. Wie sichert denn das Urheberrecht [...]

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