Arbeit 2.0

Kreative Arbeit und Urheberrecht in der digitalen Welt

Der Verlust des filmischen Kulturerbes

11. Februar 2008 von Robert A. Gehring · Kategorie: Technologie

Ganz aktuelle Zahlen aus zwei Beiträgen zum Verlust des filmischen Kulturerbes:

Beide Artikel führen eindringlich vor Augen, daß die Bewahrung von moderner Kultur ein noch weitgehend ungelöstes Problem darstellt. Die Digitalisierung stellt keine Lösung dafür dar, wie der Artikel aus der ComputerWorld vorrechnet — die Kosten für digitale Archivkopien sind im Verhältnis zu denen für Analogkopien um ein Mehrfaches höher. Es wäre zu wünschen, daß solche Probleme bei der Weiterentwicklung der Filmförderung (dazu ein Artikel bei Urheberrecht.org vom 8. Februar 2008) angemessen berücksichtigt würden.

Eine denkbare Möglichkeit, das Problem anzugehen, wäre, die private Archivierung zu fördern. So ließe sich ein Archiv aus weltweit verteilten, redundanten Kopien aufbauen, getreu dem Motto von Sicherheitsfachleuten: “No single point of failure!” Dem steht aber in vielen Fällen, besonders bei digitalen Medien, das geltende Urheberrecht im Wege. Auf legale Weise lassen sich beispielsweise in Deutschland keine Kopien von DRM- und kopiergeschützten Datenträgern anfertigen. Doch manchmal sind, wie die Geschichte immer wieder zeigt, illegale Kopien die letzte Rettung. Über ein Beispiel berichten die Science News: The Grammy in Mathematics (9. Februar 2008). Die einzige erhaltene Kopie einer Live-Aufnahme (von 1949) des großen US-amerikanischen Songschreibers Woody Guthrie ist eine “Raubkopie”, ein “Bootleg”. Für die Restaurierung der illegalen Aufnahme wurde der Mathematiker Jamie Howarth für einen Grammy nominiert.

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