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Blog

Ein Gedankenexperiment zur Neuordnung des Urheberrechts

29. August 2015 von · 2 Kommentare

Das Urheberrecht hat in der digitalen Welt einen dramatischen Bedeutungswandel erfahren. Aus einem Recht für einen sehr kleinen, hoch spezialisierten Adressatenkreis ist ein Verhaltensrecht für die ganze Gesellschaft geworden. Der Umstand, dass das Recht bis heute weit davon entfernt ist, an diese neue Situation angepasst zu werden, führt zu massiven Problemen. Zum einen hat sich das Nutzerverhalten mit Einzug von Digitaltechnologie und des Internets in die Haushalte radikal verändert. Anders als früher ist es heute nahezu jedem Menschen möglich, urheberrechtlich geschütztes Material wie Musik, Filme oder Bilder nicht nur passiv zu konsumieren, sondern auch zu verändern und vor allem auch zu veröffentlichen und zu teilen. Massenhaft verstoßen Privatpersonen gegen das Urheberrecht, werden verklagt und abgemahnt. Ähnlichen Problemen sehen sich auch institutionelle Nutzer wie zum Beispiel Museen, Universitäten oder Bibliotheken ausgesetzt. Auch sie verstoßen ständig – häufig ohne es zu wissen – gegen Urheberrechte und setzen sich damit rechtlicher Verfolgung aus Ähnlich drastische Veränderungen erfahren Urheber, Verwertungsindustrien und Märkte. Alte Vermarktungs- und Geschäftsmodelle funktionieren nicht mehr, werden durch neue ersetzt oder sterben gänzlich aus. Die Verwertungsrealität bei kreativen Gütern unterliegt dem vermutlich elementarsten Wandel seit Erfindung des Buchdrucks. Auch hierauf hat das Urheberrecht bislang kaum reagiert. Kurzum: Das geltende Urheberrecht erfüllt seine Funktion nicht mehr, zu Lasten aller beteiligten Akteure. Um dem Abhilfe zu schaffen, reichen – dies scheint mittlerweile offensichtlich – Detailkorrekturen nicht aus. Es gilt vielmehr, Regelungsprinzipien, systematische Ansätze und Grundgedanken auf ihre Tauglichkeit für die digitale Welt zu überprüfen, wenn nötig zu überarbeiten oder durch neue Ansätze zu ersetzen. Im „Berliner Gedankenexperiment zur Neuordnung des Urheberrechts“ hat sich eine kleine Gruppe von Experten verschiedenster Disziplinen unter meiner Leitung dieser Aufgabe angenommen. Die Grundannahme für das Projekt lautete: Angenommen, wir leben in einer nicht allzu fernen Zukunft, in zirka 25 Jahren. Erstmals macht man sich Gedanken, wie ein Regelungsinstrument für den Schutz und die Verwendung kreativer Güter aussehen müsste. Wie müsste ein Regelwerk aussehen, das den vorhersehbaren Realitäten dieser Zeit gerecht wird und deren Anforderungen entspricht? Im Ergebnis fordert das Berliner Gedankenexperiment zum Umdenken auf. Es enthält neue und neu gedachte alte Ansätze sowie Lösungsmodelle, mit denen sich die meisten der Probleme mit dem geltenden Urheberrecht vermeiden ließen. Auf der an diesem Wochenende stattfindenden Telemedicus-Sommerkonferenz 2015 werde ich das Papier vorstellen und mit den Teilnehmern diskutieren.

Themen: In eigener Sache · Politik + Recht · Urheberrechtsreform

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Openwashing: Wenn Offenheit zum leeren Versprechen wird

25. August 2015 von

Der Erfolg von Linux hat gezeigt, was Open Source bewirken kann. Ähnliche Modelle haben sich auch anderswo etabliert: Open Content, Open Data, Open Access und viele weitere Schlagworte stehen für ein neues Modell der Produktion und Verbreitung von Inhalten, Daten und Wissen. Doch nicht überall, wo „open“ draufsteht, muss auch „open“ drin sein. » mehr

Themen: AGB + Verträge · Bücher · Creative Commons + Lizenzen · Grundwissen · Politik + Recht · Software + Open Source

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Die Opt-out-Kultur der sozialen Netzwerke

18. August 2015 von · 1 Kommentar

Wer neue Funktionen in sozialen Netzwerken nicht nutzen möchte, muss beständig auf der Hut sein und Häkchen in den Einstellungen entfernen. Wer Opfer von Identitätsdiebstahl wurde oder durch Profiling-Agorithmen verdächtigt wird, muss seine Unschuld beweisen. Eine Opt-out-Kultur ist entstanden, die der Gesellschaft schadet, so das italienische Forscherkollektiv Ippolita. » mehr

Themen: Datenschutz · Facebook + Social Networks · Politik + Recht

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„Auf neuen Schienen“: Umsteigen auf Open-Source-Software an einem Gymnasium

12. August 2015 von

Wenn eine Schule ihr IT-System auf freie Software umstellen will, stellen sich viele Fragen. Frank Poetzsch-Heffter vom Katharineum in Lübeck beschreibt, wie das dortige Gymnasium den Umstieg durchgeführt hat und welche Vorteile und Probleme sich gezeigt haben. » mehr

Themen: Bildung + Wissen · Software + Open Source

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Schutzrechte: Neues Kapitel aus geplantem TPP-Abkommen veröffentlicht

5. August 2015 von

Die US-Organisation Knowledge Ecology International (KEI) hat am Dienstag und Mittwoch neue Auszüge aus dem geplanten transpazifischen Freihandelsabkommen (TPP) veröffentlicht. Über eine Erweiterung des Abkommens wird derzeit zwischen den USA, Kanada, Japan, Australien und weiteren Staaten verhandelt. » mehr

Themen: Bildung + Wissen · Politik + Recht

Webschau

Urheberrecht an Lageberichten: WAZ nimmt Afghanistan-Papiere vom Netz

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Wie die Funke-Mediengruppe heute in einer Pressemitteilung bekannt gibt, hat sie die sogenannten „Afghanistan-Papiere“ offline genommen. Bei den Papieren handelt es sich um Dokumente der Bundeswehr, die die Westdeutsche Allgemeine Zeitung (WAZ) veröffentlicht hatte, wogegen die Bundesregierung klagte. Nach Androhung einer Zwangsvollstreckung habe man die Papiere nun kurzfristig von den Online-Portalen der Mediengruppe entfernt.

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Offener Brief: Ermittlungen gegen Netzpolitik.org und seine Quellen jetzt einstellen (Update)

5. August 2015 von · 2 Kommentare

Heute ist auf der Website netzpolitik.us die folgende Erklärung erschienen, die auch von der Redaktion iRights.info unterstützt wird und die wir hier gern erneut dokumentieren. » mehr

Themen: In eigener Sache · Politik + Recht

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Andreas Treske: „Das Private der Eltern ist nicht das Private der Kinder“

4. August 2015 von

Video bedeutet nicht nur Unterhaltung oder Medienkunst, sondern ist heute überall. Mit bewegten Bildern können wir steuern und kontrollieren, sie umgeben uns und wir liefern uns ihnen aus, sagt der Filmemacher und Medienkünstler Andreas Treske. » mehr

Themen: Facebook + Social Networks · Kunst · User-generated content · Youtube + Video

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Peter Tschmuck: „Streaming können Musiker als Einnahmequelle vergessen“

28. Juli 2015 von · 2 Kommentare

Welche Rolle spielen soziale Medien, Streamingdienste und die wachsende Macht der Verbraucher im heutigen Musikmarkt? Der Musikwirtschaftsforscher Peter Tschmuck erläutert im iRights.info-Interview, wie sich das Geschäft mit der Musik verändert. » mehr

Themen: Filesharing + Streaming · Kreativwirtschaft · Musik + MP3 · Youtube + Video

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Neues Gesetz soll GEMA & Co. Beine machen

22. Juli 2015 von · 1 Kommentar

Verwertungsgesellschaften wie GEMA, VG Wort und andere sollen mehr Mitsprache erlauben und transparenter werden, Lizenzen für neue Musikdienste leichter vergeben werden. Das soll ein Entwurf für ein „Verwertungsgesellschaften­gesetz“ erreichen. Der Medienrechtsanwalt Stephan Zimprich erläutert im iRights.info-Interview, was das Gesetz ändern soll. » mehr

Themen: Autor + Text · Creative Commons + Lizenzen · Musik + MP3 · Politik + Recht · Urheberrechtsreform